Rettung für Geflügelzuchtverein? Landrat hofft auf Umweltministerium

Wörth/Germersheim (che) Der Germersheimer Landrat Dr. Fritz Brechtel (CDU) sieht noch eine Chance, die Keulung aller Tiere des Rassegeflügelzuchtvereins Wörth (RGZV) zu verhindern. Er hofft nun, durch einen Vorschlag beim Umweltministerium einen Teil der Vögel am Leben erhalten zu können. Bis heute Mittag wird eine Entscheidung in der Sache erwartet.

Landrat sieht Chance zur Geflügelrettung

Bereits gestern verfügte das Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße, dass das Keulen der Tiere, also die Tötung aus Seuchenschutzgründen, vorerst ausgesetzt wird. Das Gericht hatte für heute eine Sachentscheidung angekündigt. Der Germersheimer Landrat Dr. Fritz Brechtel möchte diese Chance nutzen, um beim rheinland-pfälzischen Umweltministerium zu intervenieren. Einen ersten Vorschlag, die Tiere zu retten, die schnell in Ställen untergebracht werden können, wurde am Wochenende vom Ministerium abgelehnt.

Vermutlich kein aggressiver H5N8-Virus bei den infizierten Tieren

"Die Tiere werden nicht zu Erwerbszwecken gehalten, sondern zur Arterhaltung oder zur Erhaltung seltener Rassen. Deshalb habe ich mich bereits am Sonntag für eine Kompromisslösung beim Land eingesetzt“, so Brechtel. Er hofft nun, das Land von seinem Vorschlag überzeugen zu können, da es sich nach aktuellen Erkenntnissen bei den gefundenen Erregern nicht um den aggresiven Typus H5N8 handelt, sondern um einen eher schwachen Virus.

Brechtel erwartet Antwort des Ministeriums bis Mittwoch um 12 Uhr

"Eine Lösung könnte darin bestehen, möglichst viele Tiere in geschlossenen Ställen unter besonderer Beobachtung der Anforderungen des § 47 Abs. 1 und 2 der Geflügelpestverordnung unterzubringen und zu halten, regelmäßig den verbleibenden Gesamtbestand zu beproben und nur die Tiere zu keulen, die nicht einwandfrei untergebracht werden können“, heißt es in dem Schreiben an das Ministerium. "Ihr Einverständnis vorausgesetzt, würden wir entsprechend handeln. Sollten Sie anderer Auffassung sein, erwarten wir Ihre Weisung bis 11.01.2017, 12 Uhr.“

Schon die Tötung eines Teils der Tiere wäre unendlich traurig

Die Entscheidung liege nun beim Ministerium, heißt es in der Pressemitteilung der Kreisverwaltung. "Stimmt das Ministerium dem Vorschlag zu oder kommt zumindest keine Ablehnung, hätte sich eine Entscheidung durch das Verwaltungsgericht erledigt." Für Brechtel wäre auch die Tötung eines Teils der Tiere "unendlich traurig, doch allein für den verbleibenden Bestand hätte sich mein hartnäckiges Nachfragen gelohnt.“ Die Mitglieder des RGZV Wörth harrten gestern den ganzen Tag vor dem Vereinsgelände aus und hoffen weiter, dass nicht alle der gut 500 Tiere getötet werden müssen.

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