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Junge Wirtschaft macht mobil: Wirtschaftsjunioren nehmen Zukunftstechnologien unter die Lupe

Karlsruhe (pm) Der ausgestellte Fuhrpark auf dem Campus Ost des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) konnte sich sehen lassen. Das Interesse an den innovativen Fahrzeugen war groß, als die Wirtschaftsjunioren Karlsruhe zur Auftaktveranstaltung der neuen Eventreihe „Horizonte“ Anfang April einluden. Für das Thema „Mobilität der Zukunft“ war mit dem KIT der passende Kooperationspartner gefunden.

„Hier denken wir Mobilität ganz neu“, beschreibt der Vizepräsident des KIT Prof. Dr. Thomas Hirth die Forschungsarbeit seines Instituts. Das Aufeinandertreffen von Wirtschaft und Wissenschaft sei wichtig und ermögliche neue Räume für Innovationen. Genau da setzen die Wirtschaftsjunioren mit „WJ-Horizonte“ an. Welchen Einfluss haben Zukunftstechnologien auf Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft? Beim Thema Mobilität ging es denn auch an diesem Tag nicht um dröhnende Motoren sondern vielmehr um dicke Reifen, die auf leisen Sohlen die Teststrecke des KIT umrundeten. Eine Probefahrt mit Neuheiten wie dem Scrooser oder dem bereitgestellten Tesla waren begehrt. „Mit diesem Thema haben wir offensichtlich einen Nerv getroffen“, begründete WJ-Vorsitzender Andreas Sütterlin die große Resonanz. Rund 250 Teilnehmer nutzten die Veranstaltung, um sich mit Experten der Automobilbranche aber auch mit mobilitätsaffinen Start-ups auszutauschen.

Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup zog in seinem Grußwort eine enge Verbindung zwischen der Geschichte der Stadt und dem Thema Mobilität, angefangen von der Erfindung des Fahrrads bis hin zum Testgebiet für autonomes Fahren. „Die Karlsruher sind technikbegeistert“, so das Stadtoberhaupt. Das demonstrierten gleich mehrere Start-ups aus der Region, die in jeweils vier Minuten ihre innovativen Produkte und Ideen vorstellen durften. Darunter etwa eine Software, die es ermöglicht, Geräte mit Gesten zu steuern oder eine App, die aus offline Autos plötzlich Smart Cars macht.

Tesla und Daimler geben Einblicke

Erst vor 14 Jahren gegründet steht der Name Tesla heute in Sachen E-Mobilität und Autonomes Fahren ganz vorne unter den großen Marken der Automobilbranche und wird entsprechend hoch an der Börse gehandelt. Entsprechend groß war das Interesse, als Benedikt Bucher von Tesla die Entwicklungsgeschichte des Unternehmens vorstellte. „Unsere Vision, die Elektromobilität massentauglich zu machen, haben wir nahezu beendet“, so der Regionalleiter für Süddeutschland.Im Gegensatz zu den ca. 700 Einzelteilen, aus denen ein konventioneller Motor besteht, besitzt ein Elektromotor nur 17 Teile. Die Batterien dafür produziert Tesla selbst in der Wüste Nevadas.Von der Qualität ihres Produkts überzeugt, gibt Tesla darauf acht Jahre Garantie. „Wir wollen nicht am Service verdienen“, begründete Bucher die Unternehmensphilosophie. Jetzt mache sich Tesla daran, seinen zweiten Masterplan umzusetzen: „Wir wollen das Autonome Fahren so sicher machen, wie sie selbst nie Autofahren könnten.“ Dafür seien die neuesten Tesla-Modelle mit insgesamt acht Kameras ausgestattet.

Einen anderen Ansatz scheint da der hiesige Autobauer Daimler zu verfolgen. Susanne Hahn, Leiterin Daimler Business Innovation, erklärte, man wolle nicht nur ein Fahrzeug sondern den Service bieten. „Wir wollen das große Ganze verstehen“, berichtet Hahn von einem Start-up Ökosystem, das Daimler in Stuttgart etablieren möchte. Innovation soll durch den Wettbewerb entstehen. Das Unternehmen habe dafür eine offene Innovationsplattform geschaffen mit dem Ziel, das Silicon Valley in ein „Neckar Valley“ zu transferieren.

Bei der abschließenden Diskussion wurde trotz aller Euphorie für die E-Mobilität und ihrer innovativen Produkte deutlich, dass die reale Umsetzung noch weit hinter den technischen Entwicklungen herhinkt. Elektromobilität funktioniere in der Masse nur dann, wenn die dafür notwendige Infrastruktur entsprechend ausgebaut sei, waren sich die Experten einig. „Strom ist unsexy, aber ohne funktioniert es nicht“, brachte esAndreas Hallwachs von den Stadtwerken Karlsruhe auf den Punkt. Beim Thema Autonomes Fahren kommt ein weiteres Problem dazu, auf das Rechtsexperte Dr. Carsten Ulbricht von Bartsch Rechtsanwälte aufmerksam machte. Derzeit fehlt es noch an praxistauglichen gesetzlichen Rahmenbedingungen für Autonomes Fahren. Erlaubt sind Stand jetzt nur 10 km/Stunde – weit entfernt von der Tesla-Vision.

Hintergrund

"WJ Horizonte" soll künftig eine regelmäßig wiederkehrende Großveranstaltung der Wirtschaftsjunioren Karlsruhe sein. Beim Auftakt „Mobilität der Zukunft“ wurden die Wirtschaftsjunioren unterstützt von dem Kooperationspartner KIT, dem Premium-Partner Bartsch Rechtsanwälte und zahlreichen Event-Partnern.

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