Faire Elefanten und Mäuse

by Dr. Mario Ludwig

Elefanten und Mäuse

Eine Geschichte, die man da immer wieder hört und die offensichtlich auch nicht totzukriegen ist, ist folgende: Elefanten haben keine Angst vor Löwen, haben keine Angst vor Tigern, aber wenn sie einer kleinen Maus begegnen würden, dann hätten sie die Hosen (wenn sie denn welche anhätten) gestrichen voll. Die Ursache für die überaus großen Ängste der gewaltigen grauen Riesen vor den winzigen Mäusen, sei in der Tatsache zu suchen, dass Mäuse nicht lieber täten, als in den Rüssel von Elefanten zu krabbeln. Von dort aus würden sie  dann schnurstracks zum Gehirn hochklettern und dort den armen Elefanten durch gezielte Bisse in die Hirnwindungen langsam, aber sicher, in den Wahnsinn treiben. So interessant sie klingt, an dieser Geschichte ist nichts, aber auch gar nichts Wahres dran. Mäuse haben wirklich etwas Besseres zu tun, als ausgerechnet einem Elefanten in den Rüssel zu kriechen.

Und wenn jetzt tatsächlich mal eine verängstigte, in Panik geratene Maus, die Öffnung eines Rüssels mit einem Mauseloch verwechseln würde, dann würde doch wirklich ein einziger kräftiger Nieser des Elefanten genügen, um diese lästige Maus regelrecht aus dem Rüssel zu katapultieren. Und vielleicht noch ganz nebenbei bemerkt: Der Rüssel vom Elefanten, mündet nicht im Gehirn, sondern im Rachenraum. Will heißen: Eine Maus könnte, selbst wenn sie es wollte, gar nicht das Gehirn des grauen Riesen anknabbern. Das ist nämlich ähnlich gelagert, wie bei uns Menschen. Wenn uns einmal zufällig einmal ein kleiner Käfer ins Nasenloch grabbelt, kitzelt das zwar furchtbar und wenn wir es nicht vorher entfernen, würde das kleine Insekt letztendlich in unserem Rachenraum landen. An unser Gehirn würde der Käfer (zumindest wenn er keine Säge dabei hat) aber auf keinen Fall rankommen. Das ist nämlich gleich durch mehrere Körperwände vom Rachenraum getrennt.

Und Elefanten haben auch keine Angst vor Mäusen. Vor vielen Jahren hat Bernhard Grzimek, der legendäre Direktor des Frankfurter Zoos, in Sachen „elefantöse Mäusefurcht“ einmal die Probe aufs Exempel gemacht und einem Elefanten gleich mehrere Mäuse, wirklich im wahrsten Sinne des Wortes, vor die Nase, bzw. vor den Rüssel gesetzt. Das Ergebnis dieses kleinen Experiments  war eindeutig. Der Elefant ist nicht etwa, in Panik, vor den Mäusen geflohen, sondern beschnupperte zunächst einmal die Mäuse neugierig und sehr intensiv mit weit geöffnetem Rüssel. Danach hat er eine Weile nachgedacht  und hat dann in aller Ruhe versucht, die Mäuse mit seinen großen Füssen  zu zertreten. Also nicht gerade ein Zeichen übermäßiger Angst. Die Nager waren dem Dickhäuter offensichtlich einfach nur lästig.

Eine Mäusephobie existiert bei Elefanten nicht. Aber es gibt durchaus Tiere, die Elefanten beunruhigen können. Und zwar Tiere, die wir alle kennen: Schweine. Eine Tatsache, die schon seit vielen hundert Jahren bekannt ist. So berichtet der römische Schriftsteller Plinius der Ältere (24 -79 n. Chr.) im achten Buch seiner weltberühmten „Naturgeschichte“, dass man Schweine ganz ausgezeichnet, als äußerst effektive Waffe, gegen feindliche Kriegselefanten einsetzen könne, da die Borstentiere mit ihrem lauten Quieken die Elefanten in Panik versetzen würden.

Und es gibt noch einige weitere Tierarten, in deren Gegenwart sich Elefanten ziemlich unwohl fühlen:  Als Prof. Grzimek nämlich nach den Mäusen, einen Dackel und ein paar Kaninchen in das Elefantengehege des Frankfurter Zoos schickte, fanden die Dickhäuer das alles andere, als lustig. Ganz im Gegenteil: Die grauen Riesen verzogen sich angstschlotternd in eine Ecke ihrer Behausung und bewarfen die unwillkommenen Gäste aus sicherer Entfernung mit dem Rüssel mit Sand und kleinen Steinchen. Und warum lösen ausgerechnet so kleine und  vor allem harmlose Tiere, wie Kaninchen und Dackel bei Elefanten Panik aus? Es gibt manchmal Fragen, die können auch die klügsten Professoren nicht beantworten.

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