Region (dnw). Im Vorfeld zur Landtagswahl am 13. März werden hier nach und nach die Kandidaten vorgestellt. Heute im Fokus ist Stefanie Seemann (Bündnis 90/Die Grünen), die für den Wahlkreis Enzkreis kandidiert.

Steckbrief
Vorname: Stefanie
Nachname: Seemann
Wohnort: Mühlacker
Wahlkreis: 44 Enz
Geburtsdatum und Alter: 14.05.1959, 56 Jahre
Beruf: Soziologin
Partei: Bündnis 90/Die Grünen
Homepage: http://stefanie-seemann.de/

Statement zu Bildung
Die lange Zeit bestehende Abhängigkeit der Bildungschancen von Herkunft und Geldbeutel der Eltern ist für mich nicht hinnehmbar. Alle Kinder und Jugendlichen sollen ihre Talente und Begabungen optimal entfalten und einen möglichst guten Bildungsabschluss erlangen können. Deshalb sorgen wir Grünen für ein leistungsfähiges und gerechtes Bildungssystem, von der Kita bis zur Hochschule. Wir haben die Landesmittel für die Betreuung der Kleinsten fast versiebenfacht und damit 50 Prozent mehr Betreuungsplätze für unter Dreijährige geschaffen als noch 2010. Ein wichtiges Element für mehr Bildungsgerechtigkeit ist auch die Stärkung und Einführung von Ganztags- und Gemeinschaftsschulen. Gerade die neuen Gemeinschaftsschulen bieten allen Kindern die bestmögliche individuelle Förderung und ein breites Spektrum an Bildungsabschlüssen. Die Realschulen waren traditionell am schwächsten ausgestattet. Das hat die Landesregierung geändert. Realschulen erhalten erstmals Poolstunden und für die kommenden zwei Schuljahre 350 zusätzliche Lehrerstellen, um sowohl leistungsstarken wie auch schwächeren Kindern gerecht werden zu können. Zusätzlich investiert die grün-rote Landesregierung auch stark in die Schulsozialarbeit. Langfristig streben wir Grünen die Zweigliedrigkeit des Schulsystems an, mit Gymnasien auf der einen Seite und Gemeinschaftsschulen, Real- und Werkrealschulen auf der anderen Seite.

Statement zu Flüchtlingen
Der aktuell noch ungebremste Flüchtlingszuzug stellt uns alle vor gewaltige Herausforderungen. Aus humanitären Gründen kommt für mich eine Obergrenze nicht in Frage. Das Asylrecht ist ein individuelles Recht und jeder Flüchtling hat seine eigene Geschichte, die nicht verallgemeinert werden kann. Deutschland ist ein starkes Land, deshalb bin ich mir sicher, das wir diese Herausforderungen auch stemmen können. Wichtig ist, dass der Antragsstau bei den Asylanträgen jetzt schnell abgearbeitet wird. Da muss der Bund deutlich mehr tun. Es ist vollkommen inakzeptabel, dass Menschen teilweise mehr als ein Jahr warten müssen, bis sie überhaupt einen Antrag stellen können und dann einen Bescheid erhalten. Die Landesregierung hat schon viel getan, um die Kommunen bei der Unterbringung und Integration zu unterstützen, zum Beispiel wurde die Flüchtlingspauschale erhöht und ein Bauprogramm für die Unterbringung eingerichtet. Ein ganz großes Plus in Baden-Württemberg sind die vielen Ehrenamtlichen, die sich um die Flüchtlinge kümmern. Um deren Arbeit besser vernetzen zu können, werden vom Land auch Mittel für Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte bereitgestellt. Selbstverständlich ist, dass sich diejenigen, die zu uns kommen, an unsere Gesetze halten müssen. Panikmache und das Schüren von Ängsten sind aber völlig fehl am Platz.

Was ist Ihr „persönliches“ Thema? Welches Thema liegt Ihnen besonders am Herzen?
Ein Problem, das aus meiner Sicht nicht genügend wahrgenommen wird, ist der nach wie vor kaum gezügelte Flächenverbrauch. Besonders dramatisch ist die Situation, wenn natürliche Lebensräume zerstört und wertvollste landwirtschaftliche Nutzflächen versiegelt werden und damit unwiederbringlich verloren sind. Mein Ziel ist es, eine regionale Versorgung mit Lebensmitteln zu erhalten und nicht durch globale Landnutzung die Probleme in Entwicklungsländern noch zu verstärken. In Baden-Württemberg werden durchschnittlich 5,3 ha Fläche pro Tag für Siedlungs-, Verkehrs- und Gewerbeflächen verbraucht. Auch im Enzkreis müssen wir uns immer wieder dem Ruf nach mehr Fläche entgegenstellen. Dabei ist der Flächenverbrauch nach wie vor eines der drängendsten aktuellen Umweltprobleme. Vergessen wird oft, dass eine nachhaltige Flächenpolitik nicht nur dem Naturhaushalt, der Biodiversität, der Lebensqualität oder der heimischen Landwirtschaft dient, sondern auch zur Attraktivität des Wirtschaftsstandortes beiträgt. Im Landesentwicklungsplan steht, dass die Inanspruchnahme von Böden mit besonderer Bedeutung für den Naturhaushalt und die Landwirtschaft auf das Unvermeidbare zu beschränken ist. Gerade in Bezug auf die Landwirtschaft muss diese Aussage künftig ein viel stärkeres Gewicht erhalten.

Wofür möchten Sie sich speziell in Ihrem Wahlkreis einsetzen?
Neben dem bereits angeführten Flächenverbrauch, möchte ich mich hier im Wahlkreis besonders für eine Stärkung des öffentlichen Verkehrs einsetzen. Das Ziel von uns Grünen ist es, bis zum Jahr 2025 schrittweise eine Mobilitätsgarantie umzusetzen, die sicherstellt, dass alle Orte im Land von 5 bis 24 Uhr mindestens stündlich erreichbar sind und zwar auch unabhängig vom Schulbusverkehr. Abseits der Schiene soll es zukünftig schnelle überregionale Buslinien geben. Dafür werde ich mich im Enzkreis stark machen. Wichtig ist gerade auch bei uns eine bessere Vertaktung bestehender und neuer Linien, so dass die Wartezeiten minimiert werden. Zu einer nachhaltigen Mobilität gehört für mich darüber hinaus auch der weitere Ausbau des Rad- und Fußwegenetzes sowie von Radabstellanlagen.

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