Vogelgrippefall in Wörth: Tierschützer kritisieren Tötungs-Vorhaben

Wörth (che) Nachdem die Kreisverwaltung Germersheim gestern bekannt gegeben hatte, dass nach einem Vogelgrippe-Befall alle Tiere eine Bestands in Wörth getötet werden müssen, regt sich nun Widerstand. Tierschützer bemängeln, dass man die ganze Anlage unter Quarantäne hätte stellen können. Der Landkreis will heute eine Pressekonferenz zu der Problematik geben.

"Alle Tiere müssen getötet werden!"

Die offizielle Pressemitteilung der Kreisverwaltung in Germersheim fällt knapp aus: "Bei Tieren eines Rassegeflügelbestandes in Wörth wurde der Vogelgrippevirus Typ H5 nachgewiesen", heißt es dort. Das Veterinäramt habe sofort alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet. "Leider hat der Nachweis des Virus Typs H5 laut Geflügelpestverordnungin der derzeit gültigen Fassung zur Folge, dass alle Tiere des betroffenen Bestands getötet werden müssen. Der Tierhalter ist informiert", endet das Schreiben.

Landrat will beim Ministerium intervenieren

Am Sonntag war Landrat Dr. Fritz Brechtel (CDU) gemeinsam mit mehreren Fachleuten der Verwaltung selbst vor Ort, um sich ein Bild von der Situation des Geflügelzuchtvereins zu machen. Nach einer Besprechung mit deren Vorstand, wandte sich Brechtel direkt an das zuständige rheinland-pfälzische Umweltministerium, um einen weiteren Lösungsvorschlag zu unterbreiten. Eine Antwort steht derzeit noch aus.

Tierschützer kritisieren Tötungsvorhaben

Kritik am Vorgehen der Kreisverwaltung kommt nun vom Aktionsbündnis VogelFrei (AVF). Die Tierschützer kritisieren die Unverhältnismäßigkeit des Vorhabens, alle Tiere zu töten. "Neun Enten wurden auf ein niedrigpathogenes Influenza Virus getestet. Alle anderen rund 500 bis 600 Wassergeflügel sind entweder nicht beprobt oder negativ", schreibt das Bündnis aus seiner Homepage. Außerdem verweist AVF darauf, dass die Tierseuchenschutzverordnung in solchen Fällen erlaubt, die Tiere unter Quarantäne zu stellen.

""Dann müssten wir sämtliches Wassergeflügel der Welt ausrotten!"

"Es kann nicht angehen, dass man einen Bestand, in dem alle anderen Tiere negativ sind, keult - für etwas, was im Normalfall in jedem Bestand vorhanden ist", heißt es weiter. "Dann müssten wir sämtliches Wassergeflügel der Welt ausrotten! Der zuständigen Amtsveterinärin wurde die Entscheidung aus der Hand genommen", so das Aktionsbündis VogelFrei. Keulen bezeichnet das vorsorgliche Töten von Tieren, um eine Verbreitung von Seuchen zu verhindern.

Verein ruft zu Protest auf und bittet um Hilfe

Auch der Verein selbst will nicht zulassen, dass alle seine Tiere getötet werden und hat zum Protest gegen die Pläne aufgerufen. "Aufgrund der morgen angekündigten Geflügelkeulung in unserer Zuchtanlage findet am Montag den 9. Januar um 14.30 Uhr eine Pressekonferenz im Rathaus in Wörth statt. Der Verein trifft sich um 14.00 Uhr vor dem Rathaus. Wir bitten um jede Hilfe", schreibt der RGZV Wörth auf seiner Facebook-Seite.

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