Pfefferspray-Debatte: dm-Entscheidung gut, Aldi-Sortiment bedenklich

Karlsruhe (che) Die "Allianz für mehr Sicherheit" in Karlsruhe hat sich sich für den Verkauf von Pfefferspray bei der Drogeriekette dm ausgesprochen. Da man einen vermeintlichen Täter nicht verletzen, aber auf Distanz halten könne, sei Pfefferspray als Abwehrmittel gerechtfertigt, heißt es in einer Pressemitteilung. Kritik erhält hingegen der Discounter Aldi, der Trekkingmesser für Dumpingpreise verkauft.

Pfefferspray-Verkauf eine logische Entwicklung

Wer bei der Drogeriemarktkette dm neuerdings durch die Regale schlendert, um Windeln, Parfum oder Nagellack zu kaufen, der dürfte sich ein wenig gewundert haben: der Karlsruher Konzern bietet seit Kurzem auch Pfefferspray im Sortiment an. Was vielerorts für Kritik gesorgt hat, wird von der "Allianz für mehr Sicherheit" aus Karlsruhe ausdrück begrüßt. Der Verkauf der kleinen Sprühdosen sei die logische Entwicklung des ständig schlechter werdenden Sicherheitsempfindens der Bürger, so die Allianz. "Insbesondere Frauen fühlen sich immer unsicherer bei Dunkelheit auf Straßen und Plätzen und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Viele Frauen und junge Mädchen gehen ohne Pfefferspray nicht mehr aus dem Haus", heißt es in einer Pressemitteilung.

Das Spray verletzt nicht, hält aber auf Distanz

"Da Pfefferspray eindeutig ein Verteidigungsmittel ist, mit dem man einen potenziellen Täter nicht schwer verletzen, aber auf Distanz halten kann, halten wir den Verkauf und das Mitführen von Pfefferspray für gerechtfertigt", so Jürgen Wenzel, Stadtrat der Freien Wähler. Kritik gibt es hingegen für den Discounter Aldi Süd. Dort werden sogenannte Trekkingmesser zu "Dumpingpreisen" unter vier Euro verkauft. Die Messer mit feststehender Klinge könnten problemlos als Angriffs- und Stichwaffe eingesetzt werden, bemängelt die "Allianz für mehr Sicherheit".

Messerverkauf in Discountern wesentlich gefährlicher

"Diese Messer halten wir für die Allgemeinheit für viel gefährlicher, als den Verkauf von Pfefferspray. Die Tatsache, dass hier der Aufschrei in den Medien ausbleibt, zeigt die Verlogenheit der ganzen Diskussion", so Stefan Schmitt, parteiloser Stadtrat. Immer wieder seien in den Medien Berichte über Angriffe mit Messern zu lesen, einen unverhältnismäßigen Einsatz von Pfefferspray gebe es allerdings selten. "Deshalb ist das eine Diskussion, die nicht ehrlich geführt wird", heißt es abschließend.

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