Öffentlicher Toilettengang bald kostenpflichtig? Stadt diskutiert über WC-Anlagen

Karlsruhe (ame) Der Gemeinderat entscheidet heute in einer Woche über Gebühren für die öffentlichen Toiletten in Karlsruhe. Die Verwaltung schlägt vor einen Probelauf mit dem WC am Gutenbergplatz in der Weststadt zu starten. Außerdem soll in der Sitzung grundsätzlich über den Erhalt einiger Toiletten-Häuser diskutiert werden. Konkret geht es um die am Waldstadtzentrum, beim Fliederplatz, am Seminarplatz, am Festplatz Knielingen, im Bergwald und am Naturfreundehaus in Grötzingen.

Stadt will 15.000 Euro einsparen

Möglich wäre es beispielsweise am Festplatz in Knielingen bei Veranstaltungen mobile Toiletten aufzustellen. Im Waldstadtzentrum könnten Marktbeschicker für das barrierefreie WC einen Schlüssel bekommen, so meldetet es die BNN. Durch diese Reduzierung ließe sich nach Überzeugung der Stadt jährlich rund 15.000 Euro einsparen.  Knapp 20 barrierefreie Automatiktoiletten gibt es derzeit in Karlsruhe, drei sollen noch folgen. Die Benutzung dieser kostet 50 Cent.

„Nette Toilette“ soll ausgebaut werden

Die für Nutzer gebührenfreien Toilettenanlagen in Karlsruhe kosten die Stadt jährlich knapp 380.000 Euro. An der Reinigung wolle man zu keinem Zeitpunkt sparen, heißt es gegenüber den BNN. So plane die Stadt eher eine Reduzierung der Anlage auf ein „notwendiges Mindestlevel“. Außerdem will die Stadt die Aktion „Nette Toilette“ ausbauen. Dabei bieten Gastronomen ihre Toilettenräume und Wickeltische als für die Öffentlichkeit zugänglich an und erhalten dafür von der Stadt 50 bis 90 Euro. Insgesamt entstehen für Karlsruhe jährlich Kosten für rund 11.000 Euro.

Pläne mit öffentlicher WC-Anlage unterm Indianerbrunnen

Aufgrund der bestehenden Drogenszene am Werderplatz soll die Toiletten-Anlage auch weiterhin gebührenfrei bleiben. Der Idee zufolge soll für das weitere Publikum in der Südstadt ein „City-WC“ aufgestellt werden, für die sogenannten Brunnenbewohner wolle die Stadt eine oberirdische Anlage einrichten um das bestehende WC unterhalb des Indianerbrunnens zu schließen.

KULT spricht sich für mehr öffentliche Toiletten aus

Eine Woche vor der Gemeinderatssitzung äußert sich die KULT-Fraktion zu den Plänen der Stadt, setzt sich für den Ausbau der öffentlichen Toilettenanlagen in Karlsruhe ein. Die WCs sollten kosten- und barrierefrei sein, heißt es in der Stellungnahme. „Wir müssen einer älter werdenden Gesellschaft Rechnung tragen“, erklärt Stadtrat Michael Haug. Schließlich nehme mit zunehmendem Alter die Häufigkeit eines notwendigen Toilettenbesuchs zu. Gerade auch an Plätzen mit viel Publikumsverkehr sollten ausreichend Klos vorhanden sein um das sogenannte Wildpinkeln einzuschränken.

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