Dehoga zu Gebühren-Erhöhung: "Auflagen nicht mehr zu bewältigen!"

Karlsruhe (ame) Der Protest gegen die Gebührenerhöhungen der Stadt Karlsruhe geht weiter, Gastronomen und Hoteliers zeigen sich entsetzt. Der Gemeinderat hätte ohne große Ankündigung die Mietkosten für Biergärten und Terrassen um satte 40 Prozent erhöht – damit trifft es neben dem Einzelhandel und dem Handwerk nun auch die Wirte und Hotelbesitzer. Der Gaststättenverband Dehoga meldet sich zu Wort. Geschäftsführer Hans-Christoph Bruß spricht von einem „Affront gegen die Branche“, so schreibt es die BNN.

Gebühren seit 20 Jahren nicht mehr angestiegen

Vergangenen Donnerstag hatten die Bürgermeister Michael Obert und Wolfram Jäger die Gebührenerhöhung in Schutz genommen. Und zwar mit der Begründung, dass diese seit 20 Jahren nicht mehr angestiegen sei. Trotz allem gleichen die Zahlen einer Wucht:  Anwohnerparkscheine für Hotelgäste sind mittlerweile ganze 70 Prozent teurer, in einem Fall zahlt ein Hotelier für die Auffahrt zu seinem Gasthaus sogar über 280 Prozent mehr als bisher. „Die Auflagen die für den Mittelstand da sind, sind nicht mehr zu bewältigen. Wie soll ein Gastronom mit solchen Gebühren noch effektiv ein Geschäft führen?“, beklagt Wolfram Fretz, Karlsruher Vorstand des Gaststättenverbandes Dehoga im Interview mit regio-news.de

Biergarten-Betrieb nicht immer gewinnbringend

Rund 600 Gaststätten bewirten ihre Gäste im Sommer auch im Freien und sind dabei enorm von gutem Wetter abhängig. Circa 90 Sonnentage bilden während der warmen Monate die Regel, erfahrungsgemäß erreicht man mit Terrassen-Tagen die Hälfte. Außerdem, erklärt Fretz, müsse man dabei auch bedenken, dass das Biergarten-Geschäft nicht unbedingt gewinnbringend ist. Schließlich verlagere sich der Betrieb nur nach draußen, drinnen bleibt es bei Gut-Wetter-Tagen meist leer. Deshalb muss es nicht sein, dass der Gastronom damit mehr Gäste und demnach mehr Umsatz generiert.   

Morgen Spitzengespräch im Karlsruher Rathaus

Neben der Gebührenerhöhung für Hoteliers und Gastronomen haben sich auch die Sondernutzungsgebühren für Einzelhändler und Handwerker erhöht. Demnach zahlt der Einzelhandel ab sofort mehr für die Nutzung öffentlicher Straßenfläche, ein Handwerker muss bei Ausnahmegenehmigungen zwecks Parken draufzahlen. Morgen findet im Karlsruher Rathaus ein Spitzengespräch statt. Dabei möchte sich die Stadt mit Vertretern der Verbände zusammensetzen. Die Forderung der Dehoga ist dabei eindeutig: „Wir möchten von den zuständigen keine warmen Worte hören, wir wollen Fakten“, so Fretz. Viele kleine Unternehmen in Karlsruhe stehen im ständigen Wettkampf zu großen Konzernen, so erwartet der Gaststättenverband, dass die Gebühren schnellstmöglich auf ein vernünftiges Maß reduziert werden.      

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