Neue Nahverkehrs-Studie: Karlsruher Angebot im oberen Mittelfeld

Karlsruhe (che) Eine aktuelle Studie des Consulting-Unternehmens civity zeigt, welche Städte das wertigste Angebot im öffentlichen Nahverkehr haben. Karlsruhe liegt im Vergleich mit den anderen Städten in Baden-Württemberg knapp hinter Freiburg auf Platz zwei. Bundesweit schneidet die Fächerstadt mit ihrem Angebot gut ab und wird in der Studie im oberen Mittelfeld gelistet.

Dresden, Bonn und Würzburg mit Top-ÖPNV

Das Beratungsunternehmen civity hat insgesamt 55 große deutsche Städte auf ihr Nahverkehrsangebot ausgewertet. Die schwarzen Schafe im ÖPNV finden Fahrgäste in Köln und Duisburg, wo Einwohner eine besonders schlechte Anbindung an Bus und Bahn haben. Auch Hamm, Ludwigshafen und Erfurt landen auf den hinteren Plätzen. Besser machen es Dresden, Bonn und Würzburg, wo civity ein besonders gutes Nahverkehrsnetz vorfand.

Haltestellenabfahrten pro Einwohner als Maßstab

"Für die Analyse haben wir in jeder Stadt die Abfahrten aller Busse und Bahnen von allen Haltestellen zusammengezählt und durch die Zahl der Einwohner geteilt", erklärt Stefan Weigele, Geschäftsführer von civity. Die Werte spiegeln wider, wie dicht das Nahverkehrsnetz ist und wie häufig Busse und Bahnen fahren. "In Köln und Duisburg gibt es pro Einwohner nur halb so viele Haltestellenabfahrten wie in Dresden und Bonn", so Weigele.

Karlsruhe liegt mit seiner Preis-Leistung im Mittelfeld

"Die Höhe der Unterschiede lässt sich nicht logisch, fachlich oder geografisch erklären“, analysiert der civity-Geschäftsführer. "Sie sind häufig das Ergebnis eines fehlenden verkehrspolitischen Gesamtkonzepts und politischer Einflussnahme auf die Verkehrsverbünde und Verkehrsunternehmen vor Ort.“ In Karlsruhe erhält man im Preis-Leistungs-Sektor laut Studie ein Monatsabo für 52 Euro. Die Karte ist übertragbar und bietet abends an Werktagen noch eine Personenmitnahme an.

Stuttgart als teures Schlusslicht in Baden-Württemberg

In Freiburg sieht das Modell ähnlich aus: statt werktags abends können Fahrgäste dort an Sonntagen eine weitere Person im Monatsabo mitnehmen. Der Preis: 49 Euro, also knapp billiger als in der Fächerstadt. Mannheim bietet für 60 Euro das Rundum-Paket: Personenmitnahme werktags abends, an Samstagen und Sonntagen und die Karte ist ebenfalls übertragbar. Selbst Fahrräder dürfen in Mannheim mitgenommen werden. Stuttgart bildet preislich das Schlusslicht im Ländle: für 71 Euro gibt es nur die Fahrradmitnahme. Alle anderen Sonderleistungen werden dort nicht angeboten.

Die gesamte Studie in der Analyse gibt es auf Zeit Online.

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