Land verzeichnet historischen Tiefstand: So wenige Verkehrstote wie noch nie

Stuttgart (pm/ame) „Der Trend geht in die richtige Richtung – aber es bleibt dabei: jedes Unfallopfer ist eines zu viel“, so Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl. Das Land veröffentlicht die Verkehrsunfallbilanz 2016 und gibt damit einen historischen Tiefstand der tödlich verunglückten Personen im Straßenverkehr bekannt. Insgesamt ist die Zahl der Unfälle im Vergleich zum Vorjahr zwar auf über 313.000 Unfälle gestiegen, die Verkehrsunfälle mit Personenschaden nahmen aber ab und liegen 2016 bei knapp 37.000.

So wenige Verkehrstote wie noch nie

„Baden-Württemberg arbeitet weiter daran, die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer weiter zu verbessern. Wir wollen, dass die Menschen sicher an ihr Ziel kommen. Deshalb sind wir froh, dass wir gerade bei den tödlichen Verkehrsunfällen einen Rückgang verzeichnen konnten“, sagt Strobl. Mehr Verkehrsunfälle, weniger Personenschaden – das ist die Bilanz aus 2016. Dabei wurden über 39.000 Personen leicht (+ 1 Prozent) und knapp 9.000 Personen schwer verletzt (- 5 Prozent). Bei den Verkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang ist der Rückgang deutlicher und liegt bei – 16 Prozent. 405 Menschen verloren dabei ihr Leben – so wenig wie noch nie seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 1953.  

Häufigste Unfallursache: nicht angepasste Geschwindigkeit

„Wir werden in unseren Anstrengungen für einen sicheren Straßenverkehr nicht nachlassen und bekennen uns weiterhin zum Leitgedanken der Vision Zero – eines Straßenverkehrs ohne Getötete und Schwerverletzte. Wer rast und drängelt, gefährdet sich und andere“, ergänzt Strobl in einer Mitteilung an die Medien und begründet damit sein Unverständnis gegenüber nicht angepasster Geschwindigkeit, die mit über 40 Prozent die nach wie vor häufigste Ursache der tödlichen Verkehrsunfälle ist. Neben der Geschwindigkeit ist die Missachtung der Vorfahrt in zehn Prozent ursächlich für Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang.

Jeder fünfte Verkehrstote fuhr Motorrad

Auch weiterhin wolle das Land Trunkenheit und Drogeneinfluss im Straßenverkehr kontrollieren, erklärt Strobl. Nach einer detaillierten Analyse der Verkehrsunfalllage wurde im Jahr 2016 die Verkehrsüberwachung im Land neu ausgerichtet und in den Bereichen Geschwindigkeit, Abstand, Ablenkung, Gurt und Verkehrstüchtigkeit intensiver kontrolliert. Noch immer auffällig ist die Zahl der verunglückten Motorradfahrer – demnach war jeder fünfte Verkehrstote mit dem Motorrad unterwegs. Dennoch zieht Strobl bezüglich der Saison eine positive Bilanz: während im Jahr 2015 bei über 5.400 Motorrad-Unfällen 104 Fahrer ihr Leben verloren, verunglückten im vergangenen Jahr bei knapp 5.100 Unfällen 75 Fahrer.

Zahl der verunglückten Fußgänger gestiegen

„Bei den vielen positiven Signalen, gibt es auch einen Wehrmutstropfen: die Entwicklung bei den Fußgängern und Radfahrern“, sagte der Innenminister. Mit über 79 getöteten Fußgängern ist die Zahl gegenüber dem Vorjahr um etwa ein Drittel gestiegen, damit ist jeder sechste Unfalltote zu Fuß unterwegs gewesen. Und auch die Zahl der verunglückten Radfahrer ist um vier Prozent gestiegen auf über 10.110 Unfälle, knapp 55 davon endeten tödlich. „Es braucht das Bewusstsein, dass eine erhöhte Fahrgeschwindigkeit in bestimmten Situationen auch mit einem höheren Verletzungsrisiko einhergeht“, so Strobl. „30 der 2016 tödlich verunglückten Fahrradfahrer trugen keinen Fahrradhelm. Vielleicht wären einige dieser Menschen noch am Leben.  

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