Aktuelle Prognose: Kombilösung kostet Karlsruhe 373 Millionen Euro

Karlsruhe (che) Wie hoch sind die Kosten der Kombilösung in Karlsruhe tatsächlich gestiegen? Seit Tagen wurde hinter den Kulissen gerechnet, heute hat die Stadt dann offiziell bekannt gegeben, wie teuer es für Karlsruhe wird - Stand jetzt. Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) rechnet derzeit mit Gesamtkosten von über einer Milliarde Euro bei einem Eigenanteil von knapp 500 Millionen Euro.

Kostenplan für Unvorhergesehenes zu niedrig

Als der Bau der Kombilösung beschlossen wurde, gingen die Verantwortlichen von Gesamtkosten von 495 Millionen Euro aus. Darin enthalten waren zwölf Prozent Verwaltungsanteil und fünf Prozent für Unvorhergesehenes. "13 Jahre später wissen wir, dass bei Unvorhersehbarem bei Tiefbaumaßnahmen eher 20 bis 25 Prozent realistisch wäre und auch die Verwaltungskosten eher bei 20 Prozent liegen", berichtet Frank Mentrup, Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe.

Gesamtkosten bis zu einer Milliarde Euro

"Dadurch, dass die Bauzeit bereits jetzt 13 später liegt und, wenn wir 2021 fertig werden, wir bei 17 Jahren sind, muss man auch noch einen Baupreisindex veranschlagen, weil alle Leistungen heute deutlich teurer sind. Da rechnet man mit etwa zwei Prozent Kostensteigerung pro Jahr", so Mentrup. "Da kommt man eben auf Summen, wie wir sie heute haben. Im Moment gehen wir daher davon aus, dass die Gesamtkosten der Kombilösung bei 1,036 bis 1,087 Milliarden Euro liegen."

Eigenanteil soll bei 495 Millionen Euro liegen

Dadurch hat sich auch der Eigenanteil dramatisch erhöht. Der liegt nach aktuellen Prognosen bei 494,7 Millionen Euro, wenn alles so weitergeht, wie geplant. "Im Eigenanteil tauchen jetzt Leistungen auf, die man so nicht vorhergesehen hat und die einfach nicht förderfähig sind. Aus den förderfähigen Kosten verbleiben uns allerdings auch immer noch 20 Prozent Eigenanteil", rechnet Mentrup vor. "Das ist natürlich deutich mehr, als man damals prognostiziert hat, weil man von einem höheren Anteil förderfähiger Kosten und auch insgesamt von niedrigeren Kosten ausging."

"Damals keine politische Prognose!"

Die Gesamtkosten steigen demnach etwa um das Doppelte. Viele fragen sich: waren die ursprünglich prognostizierten Kosten eine politische Summe, nur um das Projekt auch wirklich durchzukriegen. "Nachdem was ich alles an Unterlagen durchgesehen habe, glaube ich nicht, dass es damals eine politische Prognose war", verneint der Oberbürgermeister. "Das ist auch mehrfach durch Gutachten von extern überprüft worden, dass das für damalige Prognosen durchaus realistische Zahlen waren."

Auch der Brandschutz macht den Bauherren zu schaffen

Ein Beispiel für die gestiegenen Kosten sei unter anderem die Brandschutzkonzeption. Bislang wurde diese immer abgesegnet, seit letztem Jahr aber plötzlich gar nicht mehr angeboten. Zuerst wurde ein Provisorium an den offenen Haltestellen-Einblicken geplant, aber "das hätte beschissen ausgesehen und wäre technisch hoch anfällig gewesen", so Mentrup. Deswegen entschloss sich die Stadt dafür, eine Verglasung einzubauen.

2017 entscheidendes Jahr für die Kombilösung

In diesem Jahr geht die Kombilösung in eine entscheidende Phase: "wir schalten von Aushub- in die Ausbauarbeit um", freut sich Mentrup. "Wir werden im Laufe des Jahres den Zustand erreichen, dass die komplette Erde draußen ist, dass die Bodenplatten und Seitenwände fertig sind und wir dann mit dem Ausbau der eigentlichen Haltestellen und Tunnelstrecken beginnen können. Das ist insofern ein Meilenstein, weil wir zum einen die Bauflächen an der Oberfläche erheblich reduzieren können und damit ist auch die Phase vorbei, bei der wir immer wieder mit Überraschungen rechnen müssen. Die großen Risiken eines unterirdischen Bauwerks sind damit Vergangenheit. Kostenprognosen dann haltbarer, keine großen Überraschungen im Zeitplan."

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