"Ein Desaster!": Fraktionen reagieren auf Kostensteigerung der Kombilösung

Karlsruhe (ame) Seit gestern steht offiziell fest, wie sehr, nach einem derzeitigen Stand, die Kosten für die Karlsruher Kombilösung gestiegen sind. 495 Millionen Euro muss die Fächerstadt eigens für das Bauvorhaben blechen, die gesamten Kosten schätzt Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) in Höhe von über einer Milliarde Euro ein. Die Fraktionen in Karlsruhe reagieren nun auf die Veröffentlichung der Prognose. Die Linken sprechen von einem Desaster, die Grünen von einem riesigen Problem.

Linke: Die Kombilösung - ein Millionengrab

„Die neuen Zahlen sind für uns keine Überraschung“, so Stadtrat Niko Fostiropoulus der Karlsruher Linke. „Für die Stadt und die Bürger sind sie ein mehrfaches Desaster. Diese Kosten können von keinem noch so großen Nutzen mehr aufgefangen werden. Die Kombilösung wird ein Millionengrab bleiben, auch wenn sie mal fertig ist“ erläutert der Stadtrat weiter. Außerdem rechnet Fostiropoulus damit, dass vor allem die Bürger, für den städtischen Anteil an den Kosten, zur Kasse gebeten werden. 

Grüne sehen Schulen und Kitas in Gefahr

Auch die Karlsruher Grünen sehen sich in der immensen Kostensteigerung in ihren Befürchtungen bestätigt. Der Eigenanteil hat sich von, laut den Unterlagen zum damaligen Bürgerentscheid im Jahr 2002, von 80 Millionen auf 500 Millionen erhöht und damit versechsfacht. „Für uns ist es richtig schlimm, dass die Stadt eine solch riesige Summe ausgeben muss. Dringende Investitionen in Schulen, Kitas sowie das städtische Klinikum sind heute kaum bewältigbar“, so Grüne-Stadtrat Johannes Honné. Die Befürworter der Kombilösung hätten den kommenden Generationen ein riesiges Problem hinterlassen. „Dieses Projekt ist ein Musterbeispiel dafür, wie es nie wieder passieren darf“, heißt es seitens der Grünen.

Kult bedauert Kriegsstraßen-Entscheidung

"Wir können nicht Bürgerbeteiligung fordern und dann Ergebnisse von Bürgerentscheiden ablehnen", so Kult-Stadtrat Lüppo Cramer zur Kombilösung. Cramer befasst sich bereits seit 2002 mit dem Großprojekt und bedauert immer noch eine Entscheidung der Stadträte aus der Vergangenheit: "Dass der Antrag, die Kriegsstraße zuerst zu verwirklichen, keine Mehrheit im Gemeinderat gefunden hat. Das hätte den Bauablauf erleichtert und der Stadt viel Zeit und damit Kosten gespart."

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