Karlsruhe (che) Nachdem eine Meldung über eine versuchte Kindesentführung in Daxlanden bei Facebook die Runde machte, sieht sich die Polizei Karlsruhe nun zu einer Stellungnahme genötigt. Der Sachverhalt wurde durch die Mutter des Kindes geschildert, die auch die Nachricht in den sozialen Netzwerken verbreitet hatte. Laut Polizei sei derzeit kein strafrechtlich relevantes Verhalten erkennbar.

Polizei mit Stellungnahme auf Facebook

"Wir möchten Euch aus aktuellem Anlass zu den derzeit in den Sozialen Netzwerken und Nachrichtendiensten verbreiteten Meldungen über ein angeblich verdächtigen, weißen Transporter informieren", heißt es am Nachmittag auf der offiziellen Facebook-Seite der Polizei Karlsruhe. "Der Polizei wurde nachfolgender Sachverhalt mitgeteilt bzw. zur Anzeige gebracht. Demnach befand sich ein Kind auf dem Weg nach Hause, als es in der Agathenstraße zunächst einen weißen Sprinter hinter sich bemerkte. Anschließend hielt der weiße Sprinter neben dem Kind an. Der Fahrer stellte den Motor ab und steig aus seinem Fahrzeug aus. Das Kind rannte daraufhin nach Hause. Zu einem Kontakt zwischen Fahrer und dem Jungen kam es nicht. Eine umgehend eingeleitete Suche nach dem weißen Transporter blieb erfolglos", so die Polizei Karlsruhe.

Mutter kritisiert Berichterstattung und Ermittler

Die Ermittler kommen zu dem Schluss, dass anhand der derzeitigen Erkenntnisse kein strafrechtlich relevantes Verhalten erkennbar sei. Die Mutter des Jungen, um den es bei dem vermeintlichen Entführungsversuch geht, kommentierte den Beitrag der Polizei:

facebook_mutter_1.JPG

Die Mutter hatte zuvor schon den Bericht von ka-news.de heftig kritisiert, wo er anfangs als Fake-News tituliert wurde. Sie war, ebenfalls über Facebook, von vielen Menschen angeschrieben worden, die sie entweder unterstützten oder ihr Fremdenhass und Stimmungsmache vorwarfen. Nach der Stellungnahme der Polizei bezichtigte sie diese der Lüge:

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Polizei erinnert an Verhaltenstipps im Ernstfall:

  • Jeder Fall in diesem Zusammenhang wird von der Polizei sehr ernst genommen - auch wenn zunächst kein Hinweis auf eine Straftat erkennbar ist und vielleicht auch nichts passiert ist.
  • Bleiben Sie als Eltern zunächst einmal ruhig und besonnen. Überreaktionen und Panik helfen weder Ihrem Kind, noch bringt es die Ermittlungen weiter.
  • Es ist jedoch sehr wichtig, dass die Informationen bei der Polizei zentral gesammelt und bewertet werden und dass vor jeder Maßnahme (sei es durch Eltern, Schule oder Kindergarten) Rücksprache mit der Polizei gehalten wird.
  • Lassen Sie ihr Kind in Kleingruppen laufen: Vereinbaren Sie mit den Kindern, dass sie aufeinander warten und zusammenbleiben sollen. Stärken Sie hierbei das Gemeinschafts– und Verantwortungsgefühl der Kinder. Halten Sie Ihr Kind zur Pünktlichkeit an, um Unregelmäßigkeiten erkennen und frühzeitig handeln zu können.
  • Suchen Sie zusammen mit Ihrem Kind in Ihrer Umgebung „Sichere Orte“: Das sind Orte, an denen sich Ihr Kind in Notfällen (z.B. Unfällen, Belästigungen, Bedrohungssituationen usw.) hinwenden darf, wie Metzgereien, Bäckereien, Läden, öffentliche Einrichtungen, Adressen von Bekannten…
  • Selbständigkeit lernen: Lassen Sie Ihr Kind Selbständigkeit üben. Die Brezel selbst zu kaufen, bedeutet, mit dem Verkaufspersonal zu kommunizieren - diese wichtige Übung schafft Selbstvertrauen.
  • Grundvereinbarung: Sprechen Sie mit Ihrem Kind konkret ab, ob es ohne Ihre Zustimmung etwas annehmen oder mit jemandem mitgehen bzw. mitfahren darf - egal, ob derjenige bekannt oder unbekannt ist. Dies betrifft besonders die Situation, in der Ihr Kind ohne Sie unterwegs ist. Ihr Kind kann sich nur richtig verhalten, wenn Sie mit ihm direkt diese Absprachen treffen und üben, bevor ihr Kind seine Wege ohne Erwachsenenbegleitung geht.
  • Respekt und Selbstvertrauen: Kinder sollten im Alltag Respekt erfahren und Selbstvertrauen entwickeln können. Sie sollen lernen, ihre Gefühle wahrzunehmen, auf diese zu vertrauen und diese
  • auszudrücken. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Erlebnisse, angenehme und unangenehme. Ihr Kind sollte über Erlebnisse sprechen können, die ihm „komisch“ vorkommen. Nehmen Sie am Alltag des Kindes teil und stehen Sie Ihrem Kind als Vertrauensperson zur Seite. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es auch gegenüber jedem Erwachsenen NEIN sagen darf und sich Hilfe holen soll, wenn andere seine Grenzen nicht respektieren.
  • Aufklärung: Kinder sollten altersgerechte sexuelle Aufklärung erfahren, um sexuelle Übergriffe erkennen zu können.
  • Was wäre wenn…? Sprechen Sie mit Ihrem Kind immer wieder darüber, wie es sich verhalten soll, wenn der Freund sich beim Sturz verletzt, wenn man als Erster Feuer entdeckt, wenn eine ältere Person einen Schwächeanfall hat, wenn es von „Fremden“ angesprochen wird...

 

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