Bündnis gegen Altersarmut: "Renten liegen unter dem Existenzminimum."

Stuttgart/Karlsruhe (pm/ame) Über 30 Organisationen, Verbände und Gewerkschaften aus Baden-Württemberg haben sich heute in Stuttgart zu einem breiten gesellschaftlichen Bündnis gegen Altersarmut zusammengefunden, um noch vor der Bundestagswahl für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik einzutreten. Mehr als 50 Veranstaltungen sind allein bis zu den Sommerferien geplant.

"Tatsachen sind so nicht hinnehmbar."

Die Bündnispartner eint die Sorge, dass bereits ab 2030 Millionen ältere Mitbürger auf den Gang zum Sozialamt angewiesen sein werden, wenn nicht heute gegengesteuert wird. Die damit verbundenen Folgen für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft seien dramatisch. Die Evangelische Landeskirche in Baden und ihr Diakonisches Werk engagieren sich mit mehreren Fachteams. „Altersarmut ist weiblich. Aus der Lohnlücke während der Erwerbszeit wird im Alter eine Rentenlücke. Denn: Alleinerziehend sein, Angehörige pflegen, mehr als drei Kinder haben und eine unterbrochene Erwerbsbiographien führen zu Renten, die unter dem Existenzminimum liegen. Das ist eine bestürzende Tatsache, die nicht hinnehmbar ist“, beschreibt Anke Ruth-Klumbies für die Evangelischen Frauen in Baden die Situation.

Altersarmut kann schon in der Jugend entstehen

Dieter Heidtmann, Leiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDL) in Baden, sieht die Entstehung der Altersarmut bereits in der Jugend, „wenn die Menschen mit ihrer Arbeit kein Einkommen erwirtschaften können, das ihnen auch im Alter ein menschenwürdiges Leben sichert. Die beste Strategie gegen Altersarmut sind deshalb existenzsichernde Löhne und Gehälter." Im Bündnispapier halten die Partner fest: „Eine reiche und soziale Gesellschaft darf es nicht länger zulassen, dass Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben, in Armut geraten. Ein Wechsel in der Rentenpolitik ist dringend nötig und auch möglich. Die gesetzliche Rente soll wieder die Wahrung des Lebensstandards im Alter ermöglichen. Sie muss Armut im Alter verhindern! Wir halten ein Rentenniveau von wenigstens 50 Prozent für erforderlich!“

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