Sprengsatz-Attentat in Dortmund: Karlsbader erlebt schwarzen Abend

Dortmund (ame) „Die Sicherheit geht auf jeden Fall vor. Am allerwichtigsten ist, dass niemandem etwas Schwerwiegendes passiert ist“, so eröffnet Patrick Kull das Interview mit der neuen welle. Er selbst war mit vier Freunden auf dem Weg ins Stadion als sie von dem Anschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus erfuhren. Kull berichtet von einem Abend der, trotz des schlimmen Ereignisses, innerhalb der Fanblocks relativ ruhig verlaufen ist.

Einlass ins Stadion verlief wie gewohnt

Per Eilmeldung übers Handy hat Patrick Kull von der Explosion am Bus erfahren, zu dem Zeitpunkt waren die Kumpels gerade drei Haltestellen vom Signal-Iduna-Park entfernt. Schnell hat sich die Information unter den Anwesenden rumgesprochen, niemand wusste was genau Sache ist. „Keiner von uns hat einen lauten Knall gehört oder so, wir haben dann ständig über einen Live-Ticker geschaut wie der aktuelle Sachstand ist“, so Kull. Trotz der Meldungen sind die Jungs aus Langensteinbach zum Stadion gefahren, am Einlass sei alles wie gewohnt gewesen. „Im Nachhinein war es vielleicht sogar riskant dorthin zu fahren, aber wir wollten up-to-date bleiben.“

Besucher sollten im Stadion ausharren

Der Stadionsprecher hätte die Besucher ständig auf dem Laufenden gehalten, aber auch via Smartphone holten sich die Jungs aus Langensteinbach regelmäßig ein Update. Und dann die Gewissheit, das Spiel ist abgesagt. „Erst danach haben wir mitbekommen, dass es ein gezieltes Attentat auf den Mannschaftsbus gab und dass Marc Bartra verletzt ist. Außerdem wurden alle Besucher gebeten weiterhin im Stadion zu bleiben“, erzählt Kull. Die Fans seien zu jeder Zeit ruhig geblieben und hätten die Spielabsage relativ gefasst aufgenommen. Als die Zuschauer dann den Signal-Iduna-Park verlassen durften, hätte die Polizei den Heimweg aller geregelt, damit keine Hektik entsteht.

Bundesanwaltschaft informiert über Ermittlungsstand

Die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe hat die Ermittlungen zu dem Anschlag in Dortmund übernommen und einen Verdächtigen festgenommen. Die bisherigen Spuren führen in die islamistische Szene – zwei Wohnungen wurden durchsucht. Insgesamt gebe es zwei Verdächtige, sagt die Sprecherin der Bundesanwaltschaft Frauke Köhler heute. Die Ermittler sprechen von einem terroristischen Hintergrund. Am Dienstagabend waren gegen 19.15 Uhr zwei Sprengsätze neben dem Mannschaftsbus von Borussia Dortmund explodiert. Diese waren laut Bundesanwaltschaft mit Metallstiften versehen, einer dieser Stifte bohrte sich sogar in eine Kopfstütze. An der Echtheit der gefundenen Bekennerschreiben zweifeln die Ermittler – diese werden noch geprüft. Das Champions League-Spiel Borussia Dortmund gegen AS Monaco findet heute Abend statt.

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