Oliver Kreuzer im Interview: "Wir müssen wieder Ruhe in den Verein bekommen!"

Karlsruhe (ame) Der Sportdirektor des Karlsruher SC Oliver Kreuzer ist zu Gast bei Wackers KSC-Show. Die beiden sprechen über das Spiel gegen Dresden, die aktuelle Trainersuche und Kreuzers sportliche Vergangenheit.

Martin Wacker: Eine Fachzeitschrift hat gemunkelt du seist der Sportdirektor mit dem höchsten Handy-Tarif momentan. Musst du wirklich so viel telefonfieren oder ist denn schon sicher wer der neue KSC-Trainer wird? 

Oliver Kreuzer: Ich weiß worauf du hinaus willst. Nein, ich bin tatsächlich noch kräftig am Telefonieren. Es ist noch nicht raus wer der neue Trainer des KSC wird. Aber wir sind zuversichtlich und denken, dass wir den neuen Trainer in den nächsten Tagen mitteilen können.

Wie stressig ist die Trainersuche denn gerade? Habt ihr noch vier, drei oder vielleicht nur noch zwei Kandidaten?

Kreuzer: Wenn ein Verein wie der KSC einen neuen Cheftrainer sucht, dann gibt es natürlich viele Interessenten. Das können am Anfang dann wirklich weit über 50 sein, doch dann grenzt sich der Kreis auch auf ein paar wenige ein. Genau da sind wir jetzt auch angekommen, da gibt es jetzt viele Gespräche. Wir müssen schauen wie der ein oder andere zum Verein passt und dann wird man sich entscheiden.

Wie wichtig ist es dabei, dass jemand schon mal in den Verein reingeschnuppert hat oder kann es auch sein, dass der neue Trainer den KSC noch gar nicht kennt?

Kreuzer: Es kann auch jemand sein der noch nie etwas mit dem KSC zu tun hatte. Aber jetzt bei der Auswahl des neuen Cheftrainers achten wir natürlich drauf, dass es jemand ist, der schon eine gewisse Erfahrung aus dem Profigeschäft mitbringt. Ich bin kein Freund davon, dass man jetzt einen Jugendtrainer platziert – dafür ist die Situation momentan zu prekär.

Ok, zu der aktuellen Trainersuche löchere ich dich jetzt nicht mehr. Aber wir wollen über die sportliche Situation der Mannschaft reden. Sprechen wir über das Spiel gegen Dynamo Dresden. Hand aufs Herz – wie schwer ist es quasi gegen den eigenen Sohn zu spielen?

Kreuzer: Ich würde lügen wenn ich sagen würde, dass es keine spezielle Situation ist. Es war sehr speziell, dass mein Sohn in einem Profispiel für die Gegner auf dem Platz steht. Trotzdem war es am Ende ein normales Zweitliga-Spiel das wir gewinnen wollten, Dresden aber auch. Wir haben uns nach dem Spiel länger darüber ausgetauscht, wie verdient der Punkt für beide Mannschaften war. Da war ja auch zu lesen, dass wir da unterschiedlicher Meinung waren, aber heute vertragen wir uns wieder und ich denke schon, dass er ein Weihnachtsgeschenk bekommt.

Ich glaube wir haben das alle gesehen, die Mannschaft hat irgendwie diesen Schrei von Lukas Kwasniok verstanden – diesen KSC-Schrei „Spielt für den Club!“ – das haben wir alle gespürt oder?

Kreuzer: Genau das habe ich auch bei meiner Spielanalyse gemeint. Ich glaube aus unserer Sicht war der Punkt verdient, das war auch das Ziel. Wir wollten defensiv kompakt stehen, wir wollten gezielte Nadelstiche nach vorne setzen – das ist uns weniger gelungen. Optisch gesehen war Dresden natürlich die bessere Mannschaft, sie hatten ja auch mehr Ballbesitz. Aber eben aus unserer Sicht, in Dresden, vor voller Hütte, hat der KSC von der Mentalität her alles in die Waagschale geworfen – das war sehr wichtig. Wir wissen selbst, dass von der Offensive her noch einiges im Argen liegt, da müssen wir uns noch verbessern.

Klingelt denn das Handy dann auch wegen Offensiv-Spielern die man eventuell in der Winterpause verpflichten möchte?

Kreuzer: Natürlich werden uns Spieler angeboten, nicht nur für die Offensive sondern auch allgemein. Aktuell geht es uns aber darum den Trainer fest zu machen – mit diesem dann gemeinsam herauszufinden wo Bedarf besteht. Dann müssen wir gemeinsam mit dem Präsidium drüber sprechen was überhaupt machbar ist. Wenn diese Gespräche dann gelaufen sind, werden wir uns orientieren. Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, dass der ein oder andere Spieler kommen wird.

Wie sieht es denn zum Beispiel mit Vadim Manzon aus? Kommt er jetzt zum Winter zurück?

Kreuzer: Manzon kommt zum 1. Januar wieder zurück. Ich kenne den Spieler zu wenig um beurteilen zu können ob er passen könnte. Von seinem Profil her finde ich ihn interessant, denn so einen Spieler haben wir nicht in der Mannschaft – einen groß gewachsenen Zielspieler. Ich kann mir also schon vorstellen, dass der neue Trainer sich Manson anschaut und wenn er der Meinung ist, dass er passen könnte, würden wir uns auch entscheiden, dass er hier bleibt.

Und du bist auch wieder richtig in der Region angekommen? Hast du schon eine Wohnung?

Kreuzer: Also ich bin auf jeden Fall auf der Suche nach einer kleinen Wohnung, aber momentan wohne ich noch in einem Hotel in Ettlingen.

Wir wollen ein bisschen über deine sportliche Vergangenheit sprechen. Angefangen hast du ja bei der Sportvereinigung Ketsch, dein Heimatverein – da gibt es eine geniale Anekdote. Du warst Junioren-Nationalspieler und dann standen immer die Mannschaften gemeinsam da. Darunter der KSC, Bayern München oder Eintracht Frankfurt und mittendrin die Sportvereinigung Ketsch von 1906.

Kreuzer: Ja genau so war das, echt spannend. In dieser Mannschaft waren eben regelmäßig Spieler aus großen Bundesliga-Vereinen eingeladen und ich bin bis zum meinem 19. Lebensjahr in Ketsch geblieben. Deshalb stand zwischen Bayern München, Leverkusen und so weiter eben auch der Name Ketsch.

Wir sprechen über die Zukunft des KSC. Über das neue Stadion – diese Sicherheit ist jetzt da. Wie wichtig ist das wenn man aktuell nach einem neuen Trainer schaut und eventuell neue Spieler anlocken will?

Kreuzer: Das ist ganz elementar wichtig. Man hat schon in den letzten Jahren ein strukturelles Defizit gegenüber anderer Vereine gespürt, da hinken wir weit hinterher. Selbst kleinere Vereine wie Heidenheim sind da viel besser aufgestellt. So ist es existenziell wichtig, dass das Thema seitens der Stadt endlich durch ist.

War das auch ein Grund für dich zurück zum KSC zu kommen?

Kreuzer: Ich wäre auch ohne neues Stadion gerne wieder nach Karlsruhe gekommen. Aber das war natürlich jetzt nochmal so ein Schub und auch ein großer Anreiz für uns alle in dieses Stadion in drei Jahren einzuziehen.

Schauen wir auf das Spiel gegen Tabellenführer Braunschweig – wie geht man so ein Spiel an?

Kreuzer: Mit der gleichen Einstellung und der gleichen Mentalität wie in Dresden. Wir spielen zuhause und hoffen natürlich auf eine tolle Unterstützung der Fans, welche die Mannschaft und auch Lukas Kwasniok nach dem Spiel in Dresden auf jeden Fall verdient hat. Natürlich hoffen wir auf einen guten Ausgang, der uns vielleicht in der Tabelle zum Jahreswechsel ein bisschen besser aussehen lässt. Braunschweig ist ein Gegner der auch schlagbar ist, das hat man ja am Wochenende gegen Bielefeld gesehen. Da haben sie viel Mühe gehabt den Sieg einzufahren.

Hat Lukas Kwasniok dich überrascht mit seiner variierenden Strategie – dieser 3er- oder 5er-Kette. Und ist das etwas was man sich auch gegen Braunschweig vorstellen könnte?

Kreuzer: Ich bin nicht davon ausgegangen, dass er in Dresden so agieren würde, aber der Erfolg hat ihm Recht gegeben. Er hat sich Gedanken gemacht was das Beste für die Mannschaft gegen diesen Gegner ist. Ob er jetzt gegen Braunschweig wieder so spielen lässt, wird man sehen.

Im Anschluss an das Spiel ist die Weihnachtsfeier des KSC. Was wirst du in deiner Rede den Spielern mit auf den Weg geben?

Kreuzer: Es geht einfach darum, dass wir in den Verein wieder Ruhe und Geschlossenheit reinbekommen. Das gilt für alle, für die Mannschaft, die Fans, die Geschäftsstelle. Jeder Fan soll spüren, dass die Mannschaft wirklich gewillt ist sich aus diesem Schlamassel zu befreien. Es ist die Gemeinsamkeit, die Geschlossenheit, die Kompaktheit und auch die Ruhe des Vereins die man einfach in der ein oder anderen Situation bewahren muss.

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