Kwasniok will Tabellenführer stürzen: "Viel sprinten, viel kämpfen, viel leiden!"

Karlsruhe (che) Für den Karlsruher SC ist die letzte Partie des Jahres 2016 gleichzeitig auch die letzte Chance, von den Abstiegsrängen zu klettern und zudem noch das (vorerst) letzte Spiel von Interimstrainer Lukas Kwasniok. Der will mit einer Geheimtaktik dafür sorgen, dass Tabellenführer Braunschweig nicht als Herbstmeister in die Winterpause geht. Währenddessen sucht Oliver Kreuzer nach der Absage von Dirk Schuster noch immer einen Nachfolger für Kwasniok, der aufgrund fehlender Trainerlizenz wieder ins zweite Glied rücken wird.

"Wir wollen sie schlagen und stürzen!"

"Wir wollen sie schlagen, wir wollen sie stürzen", gibt sich Lukas Kwasniok kampfbereit für das Heimspiel gegen "Noch-Tabellenführer" Eintracht Braunschweig, wie der 35-Jährige grinsend betont. "Das ist unser letztes Spiel und wir gehen das auch mit voller Überzeugung an. Nicht mit gespielter, sondern mit gefühlter Überzeugung", so Kwasniok. Die Mannschaft sei acht Tage reifer als letzte Woche und setze die Vorgaben des Interimstrainers immer besser um.

Die sollen denken: "Oh, oh - da hat sich was geändert!"

Über die Taktik will Kwasniok nicht viele Worte verlieren, trainierte am Freitag unter Ausschluss der Öffentlichkeit. "Braunschweig ist schwer aus der Fassung zu bringen. Da ist es meine Aufgabe, eine Formation zu bringen, bei der sie sagen: 'Oh, oh! Da hat sich ja was geändert!'", erklärt der KSC-Coach. Ob er aufgrund seines persönlichen Schicksals etwas mehr Risiko gehen kann? "Ich bin wahrscheinlich nach dem morgigen Spiel schon wieder entlassen, insofern ja", lacht Kwasniok. Das spiele aber tatsächlich eine untergeordnete Rolle, ergänzt er.

Defensive als Basis für einen Sieg

"Wir wollen drei Punkte holen und dafür wird die Defensive die absolute Basis für einen Sieg darstellen", lässt sich Kwasniok doch ein wenig in die Karten schauen. "Dass wir ein Stück mutiger nach Vorne agieren wollen, keine Frage. Wir haben ja auch ein Heimspiel. Ich glaube auch, dass Braunschweig in der Defensive ein Stück weit verwundbar ist." Wieder an Bord sind Martin Stoll und Bjarne Thoelke, während Ylli Salahi weiterhin ausfällt. Der 22-Jährige wurde gestern an der Nase operiert und steht dem KSC nicht zur Verfügung.

"Viel sprinten, viel kämpfen, viel leiden!"

"Ich werde diese 90 Minuten hoffentlich genießen können und sie wie immer leidenschaftlich angehen. Das ist meine Art, die Mannschaft an der Außenlinie zu pushen und ich würde mich freuen, wenn uns nicht nur die Fankurve sondern das gesamte Wildparkstadion unterstützt!" Viel sprinten, viel kämpfen, viel leiden, aber auch fußballerische Elemente einbringen, so will Kwasniok die Zuschauer in den Bann ziehen und gegen Braunschweig eine Überraschung schaffen.

Kwasniok hofft, sich nicht völlig disqualifiziert zu haben

Über seine Zukunft macht er sich dabei noch keine Gedanken. "Meine Aufgabe ist es, hier das Maximale für den Verein rauszuholen. Ich habe hier in zwei Wochen zusammen mit der Mannschaft Vollgas gegeben. Wenn wir nicht mit einerm Dreier belohnt werden, hoffe ich mal, dass ich mich trotzdem nicht völlig disqualifiziert habe." Da Kwasniok nicht über die erforderliche Lizenz verfügt, muss der KSC zum Rückrundenauftakt in jedem Fall einen neuen Trainer präsentieren.

Dirk Schuster erteilte Karlsruher SC eine klare Absage

"Final ist noch nichts entschieden und unterschrieben. Wir sind weiter mit Kandidaten in Gesprächen und ich kann immer wieder nur sagen: wir hoffen zeitnah und so früh wie möglich Vollzug melden zu können", berichtet KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer über den aktuellen Sachstand. "Wir wollen die Spekulation nicht noch mehr anheizen. Es werden viele Namen gehandelt, aber wenn alles fix ist, hauen wir es raus." Keine Option mehr ist der diese Woche in Augsburg entlassene Dirk Schuster, dessen Berater einer Anfrage des Karlsruher SC eine klare Absage erteilt hat.

Anpiff gegen Braunschweig am Samstag um 13 Uhr

Vielleicht hilft es ja, sich am Samstag im Stadion umzuschauen. Da wurde auch Oliver Kreuzer schon vor seiner offiziellen Vertragsunterzeichnung als Todt-Nachfolger gesichtet. Was wäre für einen möglichen neuen Trainer eine bessere Gelegenheit, um einen Eindruck vom Verein zu bekommen, als das letzte Spiel vor der Winterpause? Anpfiff am Samstag ist um 13 Uhr. Schiedsrichter der Partie wird Florian Badstübner sein, der seine vierte Partie in der zweiten Liga pfeift.

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