Die Kwasniok-Bilanz: Zwei-Spiele-Trainer bringt KSC-Leidenschaft zurück

Karlsruhe (che) Bei der Amtszeit von Lukas Kwasniok von einer Ära zu sprechen, ist bei zwei Spielen des Guten etwas zu viel. Der junge Nachwuchs-Coach hat dennoch die Stimmung beim Karlsruher SC geprägt. Im Gegensatz zu Tomas Oral fand der 35-Jährige direkt den Draht zu den Fans.

Kwasniok schafft Sprung auf Nichtabstiegsplatz

Von den Ergebnissen her blieb Lukas Kwasniok hinter seinen eigenen Erwartungen zurück. Er wollte unbedingt einen Sieg mit „seinem“ Karlsruher SC holen und damit die Abstiegsränge vor der Winterpause verlassen. Letzteres gelang ihm dank des 0:0 gegen Eintracht Braunschweig, mit einem Sieg sollte es jedoch nicht klappen. Sowohl bei der Auswärtspartie in Dresden als auch beim abschließenden Heimspiel fielen keine Tore. Defensiv ein Fortschritt, die Offensive jedoch weiterhin ein Problemkind, dem sich im neuen Jahr auch ein neuer Trainer annehmen muss.

Enttäuschung nach Braunschweig-Partie

Vor der Partie bei Dynamo meinte Kwasniok noch grinsend, das größte Problem könne der vierte Offizielle werden. Der 35-jährige Interimstrainer hatte bei der U-19 bislang keinen Schiedsrichter an der Seitenlinie, der seine emotionalen Ausbrüche bremsen musste. Am Ende blieb es friedlich in der Coaching Zone und der KSC rettete das 0:0 über die Zeit. Gegen Tabellenführer Braunschweig hätte wohl im Vorfeld jeder ein Unentschieden direkt genommen, doch nach den 90 Minuten gingen viele enttäuscht nach Hause. Nicht über die Leistung der Karlsruher, sondern über den verpassten Sieg, der vor heimischer Kulisse durchaus drin gewesen wäre.

Kwasniok gelingt Schulterschluss mit den Fans

Lukas Kwasniok schaffte in kürzester Zeit das, was Tomas Oral nie gelungen war: Er hatte die leidgeplagten KSC-Fans hinter sich. Der gebürtige Pole kam rüber „wie einer von uns“. Die vielen Kamerateams und Mikrofone bei seinem Debüt? „Ich bin jung Papa geworden und 14 Jahre verheiratet. Da hat man schon Einiges erlebt“, witzelte er bei der ersten Pressekonferenz über die mögliche Nervosität. Sprachlich wurde der junge Trainer gerne emotional. „Das ist mein Beruf, meine Leidenschaft, meine Liebe! Ich setze auf Herz, Wille und Lust! Viel sprinten, viel kämpfen, viel leiden!“ Nur einige Beispiele aus dem Kwasniokschen Fußballvokabular.

Tugenden: Kampf, Einsatz, Leidenschaft

Der Interimscoach suchte nicht nach Ausreden. Was er sagte, klang nach den Tugenden, die die Fans beim Karlsruher SC so gerne sehen und hören. Kampf, Einsatz, Leidenschaft. Es blieben nicht nur leere Worte, auch die Mannschaft schmiss sich auf dem Rasen in jeden Zweikampf und setzte die Emotionalität ihres Trainers auf dem Platz um. Damit eroberten die Profis zwar nicht die Tabelle, aber zumindest wieder ein Stück weit die Herzen der Fans, die sich in den Wochen zuvor immer mehr abgewendet hatten.

Kwasniok: die sympathische Übergangslösung mit Selbstironie

Tomas Oral war es nie gelungen, die Kurven und Tribünen des Wildparkstadions hinter sich zu bringen. Schon nach den ersten schlechten Spielen stand der Trainer in den sozialen Netzwerken in der Kritik, „Oral raus“-Rufe waren keine Seltenheit bei den Heimspielen. Lukas Kwasniok, auch das passt in das Bild der sympathischen Übergangslösung, übernahm das gleich selbst: „Ihr braucht gar nicht ‚Kwasniok raus‘ zu schreiben, ich werde ja nach dem Spiel eh entlassen“, rief er vor dem Braunschweig-Spiel lachend den Journalisten zu.

Nachwuchstrainer hat Eindruck für die Zukunft hinterlassen

Lukas Kwasniok hat es geschafft, in nur zwei Spielen einen Eindruck zu hinterlassen, von dem er in der Zukunft noch profitieren könnte. Noch hat der 35-Jährige die erforderliche Trainer-Lizenz für einen Job im Profifußball nicht erworben. Kaum vorstellbar, dass der ehrgeizige Nachwuchscoach das nicht in Kürze ändert. Die Fans würden ihn gerne behalten, waren nach der Partie gegen Eintracht Braunschweig voll des Lobes. Wer weiß: vielleicht wird Lukas Kwasniok eine ähnliche Karriere hinlegen wie Markus Kauczinski. Der schaffte es vom dreifachen Interimstrainer aus dem Jugendbereich zum langjährigen Chefcoach der Profis und verpasste in der Relegation gegen den Hamburger SV nur knapp den Aufstieg in die Bundesliga. Auch für Kwasniok geht es jetzt wieder zurück ins zweite Glied, doch sein Name steht jetzt nicht nur euphorisch lobend auf diversen Facebook-Seiten, sondern vermutlich auch im Notizbuch von Oliver Kreuzer.

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