pfoschdeschuss (28): Baby-Schiri, Minuten-Tore & Burner-Suche

Karlsruhe (pfo/che) Nirgendwo schlägt das Herz für den echten Fußball höher als in den unteren Spielklassen. Der Torwart telefoniert während des Spiels mal kurz mit der Ehefrau, der Top-Stürmer verlässt nach einem Hattrick den Platz, weil er zur Nachtschicht muss und der Schiedsrichter pfeift Abseitssituationen auf Zuruf. Genau das macht den Amateurfußball so liebenswert. Wir berichten immer am Freitag gemeinsam mit Oliver Raupp von pfoschdeschuss.de über das Wichtigste aus Karlsruhes Unterklassen. Wer das nicht liest, hat den Fußball nie geliebt.

 

Lahmes Spitzenspiel in Rheinstetten

Heimgekommen von einem Camping-Ausflug verschlug es mich am Sonntagmittag nach Rheinstetten. Der SC Neuburgweier empfing den TV 1900 Mörsch. Einen Parkplatz in der Nähe des Geschehens zu finden war ausgeschlossen. Die Nähe zum Rhein und das Spitzenspiel verdoppelten die Einwohnerzahl Neuburgsweiers. Hätten mal alle ihre Fahrräder, die in jenem Zeitpunkt durch Neuburgweier rollten, zu einem Haufen formiert - keiner würde mehr über den Eiffelturm ein Wort verlieren. Wie das manchmal so ist, so passte das Timing. Sechshundert Fans, famose Stimmung und um 15 Uhr setzte der Regen ein. Doch der Wettergott war an jenem Tag ein Fußballfan und ließ Gnade vor Recht walten. Zwanzig Minuten donnerte und regnete es, bis die schwarzen Wolken über den Rhein hinweg verschwanden. »Wollte nur spielen!« Das Spiel zwischen dem Ersten Neuburgweier und dem Zweiten TV Mörsch brachte Spannung, konnte aber nicht die Anforderungen zweier Topmannschaften gerecht werden. En masse Pässe ohne Adressaten summierten eine gefühlte Netto-Spieldauer von 40 Minuten. Insgesamt hatten die Hausherren die besseren »Chancen«; die größte hatte allerdings Khorshidpour vom TV auf dem Fuß, der aber scheiterte. Nachdem sich beide Teams schon im Vorspiel torlos trennten, schien auch dieses Spiel ohne »regulärem« Treffer zu enden. Doch dann zeigte Schiri Söllner auf den Punkt und Stolz verwandelte nach 68 Minuten zum entscheidenden 1:0. Neuburgweier, so gut wie durch; Mörsch wohl in der Relegation und Party open end am Pappelweg. 

Kurios: Drei Tore in einer Minute

Der 28. Spieltag in der C2. Bereits am Donnerstagabend empfing der FSSV Karlsruhe II den FV Hochstetten II. Das Spiel endete 7:4 für die Hausherren - kurios war allerdings die 66. Minute. Schiri Marcel Hausherr lief Gefahr, nicht mehr Herr im Haus zu sein. Fast hätte er den Überblick verloren, denn drei Treffer in einer Minute sind nicht alltäglich. Erst erzielte Tarik Dilekci den Anschluss für die Hochstetter; dann trafen Patrick Gröger (5:3) und Patrick Geibel (6:3). Allesamt im Laufe einer Umdrehung des Sekundenzeigers…

Verband greift in Abstiegskampf ein

Kurios und grotesk ist ein Urteil des Verbandes. Da bekommt die SpVgg Durlach-Aue nachträglich in einer Nacht- und Nebel-Aktion sechs Spieler gesperrt und tritt mit einer Rumpfmannschaft beim abstiegsbedrohten FV Lauda an, was dann nicht überraschend mit einem Sieg der Tauberfranken endet. Bestraft wurden hier aber nicht nur die Auemer, die unter ferner liefen im Niemandsland dahinvegetieren. Hauptsächlich wird in diesem Falle dem TSV Reichenbach ans Bein gepinkelt, der sich mit dem FV Lauda um den Nichtabstieg streitet. Grund für die Sperre…das Friedrichstal-Spie …nicht in der letzten Woche sondern bereits vor zwei Wochen. Wieviel Wettbewerb darf der Verband verzerren? Aber das ist noch nicht alles. Zeitgleich winkt Pascal Rastetter beim Spiel Schwetzingen gegen Zuzenhausen. Schwetzingen, direkter Konkurrent der Reichenbacher - Pascal Rastetter, seines Zeichens Chef-Schiedsrichter beim TSV Reichenbach…Nicht nur der TSV Reichenbach wundert sich über solch eine skurrilen Vorgehensweise.  

Zwölfjähriger pfeift C1-Partie

In der C1 erwartete der ASV Hagsfeld II den SV Hohenwettersbach. Als auch kurz vor dem Spielbeginn der erfahrene Schiedsrichter nicht auftauchte, suchte die Heimmannschaft nach Alternativen und stieß auf den Grünwinkler Jungschiedsrichter Jonas Weber (12 Jahre). Er sah sich berufen, die Herren im Praxisteil über Regel, Rechte und Pflichten aufzuklären und sagte zu. Beide Herrenmannschaften konterten mit dem erhobenen Daumen, sodass das Spiel dann doch stattfinden konnte. Der angehende Teenie schloss mit Bravour ab und pfiff die Kutsche souverän runter. Kompliment unserseits; ein Dank von Seiten der Hagsfelder. Im Spiel selbst fand sich Hagsfelds Spielertrainer Ender berufen, beide Schlussmänner zu prüfen. So traf er beim 3:1 zweimal ins richtige, einmal ins falsche Netz. Immerhin…drei von vier Treffern selbst gemacht und drei Punkte gewonnen.  

Sabatino mit sechs Buden gegen Hohenwettersbach

Weniger spaßig verlief der Nachmittag der Hohenwettersbacher Reserve (C4), die immerhin mit sechs Siegen in Folge in Spessart aufschlugen. Doch das Spiel war alles andere als ein Spitzenspiel. Spitz war höchstens Adrian F. Sabatino auf Einschüsse. Er traf sechs Mal beim 10:1 der Spessarter Reserve über den SV Hohenwettersbach II.

Spannendes Duell um die Torjägerkrone

Finish in der C3. Beim Spiel des VfB Grötzingen II gegen die DJK Mühlburg II standen die Torjäger beider Mannschaften im Fokus. Tahunic (Mühlburg II) und Jakob (Grötzingen II) streiten sich um die Torjägerkanone der Staffel. Doch das Rennen fand recht schnell einen Sieger. Der Grötzinger konnte nicht eingesetzt werden, während Edin Tahunic mit zwei Treffern brillierte und wieder Platz eins belegen darf. Doch Freude konnte keine aufkommen, denn der Spitzenreiter, DJK Mühlburg II, vor Wochen noch der Geheimtipp als Doppelaufsteiger, verlor 3:4 und damit zum zweiten Mal in Folge. Konkurrent FC Alemannia Eggenstein II erspielte gegen die DJK Daxlanden II den Rekordsieg von 12:0. Ein spannender Endkampf scheint uns sicher.

Fünf Tore in den letzten zehn Minuten

Der FC Viktoria Berghausen II macht sich auf in die A-Klasse aufzusteigen. Gastgeber und Schlusslicht PS Karlsruhe II ist sich bereits mit der C-Klasse einig. Umso überraschender, dass die »Berghasen« auf Pfinztal nur 1:0 zur Halbzeit führten. Doch was nicht ist, kann noch werden, dachten sich die Gäste und nutzten Durchgang zwei für ein munteres Scheibenschießen. Hierbei fielen fünf Treffer in den letzten zehn Minuten beim 8:3-Sieg der Berghausener am Dammerstock. Gerne würden die Langensteinbacher Reserve im gleichen Liga-Department hinter Berghausen in die Relegation einsteigen. Doch das Gastspiel am Rhein wurde zum Reinfall aufgrund Raphael Raisch. Der traf für den VfB Knielingen II in der Nachspielzeit. Und da zuvor kein anderer Treffer erkennbar war, endete das Geplänkel 1:0 für den VfB II gegen den SV Langensteinbach II, die sich nun strecken müssen, will man noch den zweiten Rang ergattern. Schiri Max Dietrich hatte dennoch viel zu notieren. Zweimal Gelbrot und neunmal Gelb…in Durchgang zwei.  

Spiel beginnt eigentlich erst nach 82 Minuten

Kurzarbeit in Durlach-Aue. Der Zweite, die Zweite von Mutschelbach, bei den Reserven der SpVgg Durlach-Aue II (A2-Klasse). Zweiundachtzig Minuten blieb’s still in den jeweiligen Gehäusen. Doch der ATSV II entschied die Partie souverän 3:0. Wie beim Boxkampf wurde zwanzig Minuten beschnuppert. Dann aber das Knock-Out des Favoriten. Zwischen der Zwanzigsten und Achtundzwanzigsten stach der Favorit dreimal um dann weitere 62 Minuten zu tänzeln. Wie war das mit dem guten Pferd? In der B2 war der Vorletzte FV Sulzbach beim ATSV Kleinsteinbach zu Gast. Fast eine Stunde wehrte sich der Underdog tapfer (0:0), bis Kleinsteinbach die Lücke zum 1:0 nutzte. Dieser Spielstand konnte selbst fünfzehn Minuten später wahrgenommen werden und der Gast schien nach dem Motto, »entweder richtig oder gar nicht«, zu handeln. Gar nicht, ging nicht - richtig, funktionierte. Kleinsteinbach legte nach und gewann deutlich 5:0. 

Den richtigen Burner muss man erstmal finden

Was kommt am kommenden Wochenende…? Am Samstag steigt das Oberliga-Derby zwischen dem Karlsruher SC II und dem SV Spielberg II. Um 15:30 Uhr wird am Wildpark der Startschuss ertönen. Gegen einen späteren Zeitpunkt erwartet der ASV Durlach zum Verbandsligaspiel den VfR Mannheim, die bekanntlich noch Zweiter werden möchten (17:00 Uhr). Über all diesen Spielen thront der Klassiker, der vorerst zum letzten Mal stattfinden könnte. Der SV Langensteinbach erwartet den ATSV Mutschelbach…Um 17 Uhr wird das Derby an der Wagenburg ins Leben gerufen und nur der SV Langensteinbach selbst könnte mit einem Sieg das Revival im kommenden Jahr inszenieren. Der Sonntag beschert uns dann das letzte KSC-Spiel im Bundesligabereich (Braunschweig). An Spannung wohl kaum zu überbieten - es sei denn Frau Müller staubsaugt ihren Ikea-Wohnzimmer-Teppich. Hierfür gibt’s aber keine Eintrittskarten. Um den richtigen Burner zu finden bedarf es ein wenig Überblick, denn die meisten Entscheidungen sind längst gefallen. Aber der Bulacher SC gegen den SV Nordwest (C1) könnte ein Spiel um Platz zwei in der Liga werden. Um 17 Uhr brennt’s am Lohwiesenweg. Zwei Stunden zuvor erwartet der TSV Auerbach II den FC Berghausen II (B3). Der Gastgeber will sich gegen die Relegation in die C-Klasse wehren - Berghausen II wird kommende Saison in der A-Klasse walten und schalten. 

Euch liebe Leser wünsche ich ein schönes, vorletztes Spiel-Wochenende, reichlich Grillfleisch, Emotionen, die richtige Spielwahl und einen sauberen Teppich.

Allahopp, euer Oli mit einem I!

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