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Bedrohte Existenzen und Anwohner: Windrad-Ärger auf der Bühlerhöhe

Baden-Baden/Bühlerhöhe (che) Auf der Bühlerhöhe wehren sich Anwohner, eine Bürgerinitiative und die Max-Grundig-Klinik gegen einen geplanten Windpark. Die Klinik stünde durch den möglichen Imageschaden der Windräder vor dem Aus, die Wohnbebauung sei viel zu nah an der Anlage, heißt es von den Kritikern. Der Regionalverband Mittlerer Oberrhein hatte den Wettersberg und den Hummelsberg als Windkraftstandorte ausgewiesen.

Windräder bedrohen Klinik-Existenz

"Wir machen uns Sorgen, dass unsere Patienten sich gegen einen Aufenthalt in einer Klinik in der Nähe von Windkraftanlagen entscheiden", erklärt Andreas Spaetgens, Geschäftsführer der Max-Grundig-Klinik auf der Bühlerhöhe. "Wenn wir dann pro Monat fünf Patienten verlieren und die uns eigentlich einen Umsatz von rund 10.000 Euro pro Person bringen, reden wir ganz schnell von 600.000 Euro Umsatzeinbruch im Jahr. Den können wir wirtschaftlich nicht kompensieren. Das bedeutet langfristig das Ende unserer Existenz", so Spaetgens zu den möglichen Folgen einer Windkraftanlagen auf der Bühlerhöhe.

Anlagen zu nahe an Wohnbebauung

Karl Maier von der Bürgerinitiative "Windkraftfreies Grobbachtal" springt ihm bei: "Die Windräder wären deutlich zu nah an jeglicher Wohnbebauung. Die ersten Siedlungen sind nur 600 Meter entfernt und das Grobbachtal mit gut 1.000 Einwohnern zwischen ein und zwei Kilometern Luftlinie weg", so Maier. "Wir haben entsprechende Belege zur Schall- und Lärmbelästigung durch solche Windräder, beispielsweise vom Bürgerwindpark Südliche Ortenau, wo die Menschen zwischenzeitlich überlegen, ob sie ihre Häuser verlassen!"

Welche Auswirkungen hat der Infraschall?

Eine weitere große Sorge der Bürgerinitiative ist die Auswirkung des Infraschalls: "Das ist überhaupt nicht untersucht. Das sind niederfrequente Schallwellen, die durch acht Meter dicken Beton gehen. Eines der Symptome sind Angststörungen, aber auch Appetitlosigkeit und Müdigkeit", erklärt Maier. "Man muss es sich so vorstellen, dass der Körper nicht mehr wirklich zur Ruhe kommt und permanent Adrenalin ausschüttet. Der Erholungsfaktor, der durch einen gesunden Schlaf zwingend notwendig ist, ist nicht mehr gewährleistet."

Schlosshotel wegen Windräder ohne Zukunftsperspektive

Auch das Schlosshotel hätte nach Meinung von Klinik-Chef Spaetgens keine Zukunftsperspektive mehr: "Von der Entfernung wäre es noch näher an der Windkraftanlage. Ein Hotel direkt neben einigen Windrädern ist für mögliche Gäste nicht mehr attraktiv. Unabhängig davon, würde der Immobilienwert des Schlosshotels dramatisch sinken. Das hätte Auswirkungen auf die Investoren und da ist es fraglich, ob ein Investor sich solch ein Projekt mit diesen Problemen, die dort entstehen, überhaupt ans Bein bindet."

Gemeinderäte sollen Planänderung nicht zustimmen

Beide sind sich einig: auch der Plan Baden-Badens, gemeinsam mit zehn anderen Bäderstädten in Europa, zum Weltkulturerbe zu werden, wäre dahin. "Das könnte man vergessen, weil die Zersiedlung der Landschaft ein ganz wesentlicher Nachteil wäre und dazu führen würde, dass wir nur noch minimale Chancen hätten, Weltkulturerbe zu werden", so Spaetgens. Die Max-Grunding-Klinik und die Bürgerinitiative fordern nun die Gemeinderäte in Baden-Baden und Bühl auf, den notwendigen Änderungen im Nutzungsplan nicht zuzustimmen. Beide wollen alle legalen Mittel ausschöpfen, um die sinnlose Umsetzung dieser Planung zu verhindern.

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