"Leichtbauhallen-Desaster": CDU und GfK üben heftige Kritik an Mentrup

Karlsruhe (che) Die Stadträte der CDU und GfK üben heftige Kritik an Oberbürgermeister Frank Mentrup aufgrund der Hallen-Suche für die PSK Lions. Dass die eigentlich beschlossene Leichtbauhallen-Variante sich am Ende als nicht durchführbar erwies, sei ein Desaster für die Sportstadt Karlsruhe.

"Unsinnige Entscheidungen"

In einem Punkt ist man sich Partei-übergreifend einig: es ist gut, dass für die Basketballer der PSK Lions eine Lösung gefunden wurde. Allerdings stößt der Weg dorthin einigen Gemeinderäten sauer auf. Friedemann Kalmbach und Eduardo Mossuto von "Gemeinsam für Karlsruhe" (GfK) wollen wissen, wie es dazu kommen konnte, dass dem Gemeinderat falsche Informationen und Grundlagen gegeben wurden, "die zu unsinnigen Entscheidungen führten und sich später als nicht tragbar erwiesen“?

Vertrauen in Verwaltung erschüttert

Weder der Brandschutz wurde überprüft noch haben die Kosten bei der Leichtbauhallen-Variante gestimmt, kritisiert die GfK. "So kann man nicht arbeiten, auf der Basis unzureichender Fakten kann man keine guten Entscheidungen treffen. Unser Vertrauen in die Stadtverwaltung wurde durch diese Vorkommnisse stark erschüttert", sind sich die beiden Stadträte einig. "Diese Arbeitskraftverschwendung möchte ich nicht noch einmal erleben", legt Kalmbach nach. Es müsse Klarheit geschaffen werden, woher das ganze Durcheinander komme.

CDU spricht vom Leichtbauhallen-Desaster

Aufklärung fordert auch die CDU, deren Stadträte ebenfalls einen offenen Brief an Frank Mentrup verfasst haben. Man habe die Absage an die "blaue Hölle" aus Brandschutz-Gründen nicht nur mit großer Überraschung, sondern auch mit großer Verwunderung aufgenommen: "Herr Oberbürgermeister, erlauben Sie uns an dieser Stelle die Bemerkung, dass die Sportstadt Karlsruhe durch das Vorgehen um die mögliche Nutzung der Leichtbauhalle einem enormen Schaden erlitten hat", heißt es in dem Schreiben

Haben sich die Dezernate nicht abgestimmt?

In der Fraktion habe man den Anschein, als hätten die zuständigen Dezernate der Stadtverwaltung sich nicht intern abgestimmt und den Schwarzen Peter den "ehrenamtlich geführten" PSK Lions zugeschoben. Nun fordert die CDU eine schnellstmögliche Lösung der Hallenproblematik und eine Überprüfung, ob für die Basketballer nicht schon vor Januar ein Umzug in die Europahalle machbar sei.

PSK Liosn ziehen ab 2018 in die Europahalle

Vergangene Woche hatte die Stadtverwaltung bekannt gegeben, dass die PSK Lions ab Januar in der eigentlich nicht länger für Großveranstaltungen zur Verfügung stehenden Europahalle spielen können. Bis dahin muss diese provisorisch ertüchtigt werden. Die vorherigen sieben Heimspiele sollen in einer Halle in St. Leon-Rot (zwei Spiele) und in der Friedrich-List-Schule (fünf Spiele) stattfinden. Die Entscheidung hatte vor Aufregung gesorgt, da die Anschaffung der Leichtbauhalle aus Gotha schon als gesichert galt.

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