Wasservögel angeblich verstümmelt: PETA zeigt Karlsruher Zoo an

Karlsruhe (che) Der Karlsruher Zoo steht aktuell gemeinsam mit 19 weiteren Tierparks bei der Tierrechtsorganisation PETA in der Kritik. Die Tierschützer werfen den Zoos vor, Wasservögel gezielt zu verstümmeln, um sie vom Wegfliegen abhalten zu können.

"Grausame Art und Weise"

"Den Wasservögeln wird auf grausame Art und Weise ihre natürliche Fortbewegung verwehrt, nur um sie den Besuchern in Freianlagen nett zu präsentieren", heißt es von Yvonne Würz, der Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA in einer Pressemitteilung. "Das ist, als würde man einem gesunden Menschen die Fähigkeit zum Laufen nehmen", so Würz weiter. Durch das regelmäßige Beschneiden der Federn sollen Wasservögel wie Pelikane oder Flamingos am Wegfliegen gehindert werden. So können diese problemlos in Außenanlagen gehalten werden.

Verstöße gegen das Tierschutzgesetz

Die PETA sieht darin einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und hat nun Strafanzeige gegen insgesamt 20 Zoos und Tierparks gestellt, darunter auch der Karlsruher Zoo. "Obwohl das Verstümmeln von Vögeln in Zoos gegen das Gesetz verstößt, drücken die meisten Behörden und Bundesländer beide Augen zu", ärgert sich Yvonne Würz. In einer Antwort der Bundesregierung heißt es dazu: "Beim routinemäßigen Flugunfähigmachen von Vögeln handelt es sich um eine zootechnische Maßnahme und nicht um eine 'tierärztliche Indikation im Einzelfall'. Insofern verstößt eine solche Praxis gegen das Tierschutzgesetz."

Zoo weist PETA-Vorwürfe zurück

Der Zoo Karlsruhe hat dazu bereits Stellung genommen und die Vorwürfe von PETA zurückgewiesen: Gegenüber Baden TV erklärte Zoosprecher Timo Deible, dass der Zoo bereits seit fünf Jahren keine Vögel mehr flugunfähig mache. Weder würden den Tieren die Flügel gestutzt, noch würden sie kupiert (Anm. d. Red.: beschnitten) - aus ethischen Gründen. Die Gehege in Karlsruhe seien außerdem so angelegt, dass die Vögel nicht wegfliegen könnten. Nach Meinung des Zoosprechers habe PETA die angezeigten Tierparks nicht im Detail geprüft, sondern zum Rundumschlag ausgeholt.

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