CDU Karlsruhe zur Moschee-Debatte: „Überdimensionierter Prunkbau mit Minarett  hat nichts mit Religionsfreiheit zu tun“

Karlsruhe (pm/jb). Im kommenden Jahr soll in der Karlsruher Oststadt der Neubau einer Moschee mit einem 35 Meter hohen Minarett erfolgen. Initiiert wird der geplante Bau vom Islamverband Ditib, welcher die Kosten von ca. sechs Millionen Euro selbst tragen will. Nach hitzigen Diskussionen im Gemeinderat bezieht die CDU jetzt Stellung zum Thema.

Bauantrag sei im Hinterzimmer vorbereitet worden

Die Stadtverwaltung habe aus ihrem Kommunikationsdesaster im Sommer 2016 zum geplanten Neubau einer Großmoschee am Mühlburger Bahnhof offenbar nichts gelernt. Ingo Wellenreuther, CDU Kreisvorsitzender äußerte sich folgendermaßen zum Thema: „Die CDU will eine öffentliche Debatte über die Größe und das Ausmaß eines Moscheevorhabens in Karlsruhe und die Organisation Ditib. Stattdessen wurde im Hinterzimmer des Bauamts der noch nicht gestellte Bauantrag der Ditib unterstützt und vorbereitet, der zum Gegenstand eine Großmoschee für 700 Menschen mit einem Minarett haben soll, der sich dem äußeren Anschein nach mit Sicherheit nicht im Sinne des § 34 Baugesetzbuch in die Umgebung der Käppelestraße einfügt."

Die CDU sieht den Populismusvorwurf, welcher in Zusammenhang mit der Moschee-Debatte zur Sprache kam als absurd und rechtfertigt sich hierzu mit der Aussage, dass die Union schon lange eine öffentliche Debatte über die Rolle des Islamverbands Ditib eingefordert hätte. „Die Bevölkerung hat einen Anspruch darauf, mitzureden und informiert zu werden, bevor die Planungen des Islamverbandes Ditib in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung abgeschlossen sind und will nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden“, so Wellenreuther.

"Überdimensionierter Prunkbau habe nichts mit Gebetsstätte zu tun"

Wellenreuther weiter: „Selbstverständlich akzeptiert die CDU Karlsruhe, dass es eine würdige und angemessene Gebetsstätte für alle Muslime in Karlsruhe geben soll. Ein überdimensionierter Prunkbau mit Wohnungen, Büros und Ladengeschäften sowie einem Minarett hat damit nichts zu tun. Ein solcher Neubau sollte sich von der Größenordnung her beispielsweise an der Jüdischen Synagoge in der Knielinger Allee orientieren.“

Die CDU Karlsruhe sieht außerdem keine Notwendigkeit für die Errichtung von Minaretten. „Sie sind nicht notwendig für die Gewährung der Religionsfreiheit und die Ausübung des Islam. Hier spielt vielmehr die Symbolik eine große Rolle: Das Minarett soll den Machtanspruch des Islam dokumentieren und ist ein Zeichen für eine Inbesitznahme des Landes. Deshalb lehnen wir sie ab“, so Wellenreuther.

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