Baustart im Zoo: Südamerika-Haus wird abgerissen, Tiere ziehen um

Karlsruhe (che) In genau zehn Tagen fällt der Startschuss für die neue Elefanten-Anlage im Zoo Karlsruhe. Seit Wochen planen die Pfleger bereits den Umzug der Tiere, die bislang im Südamerikahaus untergebracht sind. Das muss abgerissen werden, um für die Elefanten Platz zu machen.

Zoo startet Baumaßnahmen

Am 15. Januar soll der Abriss des Südamerika-Hauses beginnen, die Grundlage dafür, dass die Außenanlage für die Elefanten überhaupt erweitert werden kann. "Das alte Papageienhaus ist ohnehin baufällig, sodass es sich nicht lohnt, da zu investieren. Deswegen fiel uns der Schritt nicht so schwer, es komplett abzureißen", erklärt Zoodirektor Matthias Reinschmidt. Daher sollen stattdessen anderswo im Zoo neue Volieren für die Papageien entstehen. Bereits seit Wochen arbeitet der Zoo daran, Ausweichquartiere für die Bewohner des Papageienhauses zu schaffen.

Viele Tiere bekommen neue Gehege

"Die Webervögel gehören ja ohnehin nicht nach Südamerika, deswegen werden sie nach Afrika ziehen. Dort haben wir im Giraffenhaus vor einigen Wochen bereits eine neue Voliere gebaut", erklärt Reinschmidt. Karlsruher berühmtester Papagei Rosalinda kommt mit ihrem Partner ins Exotenhaus. Für die Gelbbrustaras geht es ebenfalls dorthin, allerdings noch hinter die Kulissen. Auch die Äffchen ziehen zunächst hinter verschlossene Türen ins Affenhaus, bis für die Tiere adäquate Gehege vorhanden sind. "Wir werden auf keinen Fall Tiere abgeben, die dort jetzt untergebracht sind. Das ist nicht geplant", versichert der Zoo-Chef.

Aus 1.100 werden rund 3.000 Quadratmeter

Die Erweiterung der Elefantenaußenanlage ist dringend notwendig: "Sie ist mit 1.100 Quadratmetern einfach viel zu klein. Wir wollen das Gelände von der Größe her fast verdreifachen, sodass die Elefanten künftig bis unter die Bäume spazieren können", so Reinschmidt. Geplant wird die Anlage von der Leiterin der Bau- und Technikabteilung des Zoos, die selbst Architektiv ist, den Elefanten-Experten des Zoos und externen Landschaftsplanern. "Wir haben uns von anderen Zoos inspirieren lassen und versuchen jetzt, die guten Dinge bei uns umzusetzen. Das wird nicht nur eine ganz tolle Anlage, sondern als Altersresidenz für Zirkus- und Zoo-Elefanten ein Aushängeschild für ganz Karlsruhe."

Tagsüber Elefanten, nachts Flusspferde

Wenn die Elefanten wie jeden Tag um 16 Uhr nach drinnen gehen, können die Flusspferde auf die große Anlage: "So machen wir aus Deutschlands kleinster Flusspferdanlage ganz einfach Deutschlands größte Flusspferdanlage. Das entspricht auch dem natürlichen Verhalten der Tiere, die tagsüber auch eher im Wasser bleiben und dann gegen Abend auf das Festland gehen", erklärt der Zoodirektor die Doppelnutzung. Bis Mitte Sommer soll die Anlage fertig sein: "Ob es wirklich so schnell geht, wird sich zeigen, wenn wir angefangen haben." Die geplanten Baukosten belaufen sich auf 1,29 Millionen Euro.

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