KSC-Präsident Ingo Wellenreuther: "Es wurde viel Falsches erzählt!"

Karlsruhe (che) Ausschreitungen, Entlassungen, Schuldzuweisungen und am Ende dann der Abstieg: im finalen Saisoninterview mit dem Präsident des Karlsruher SC, Ingo Wellenreuther, gibt es viel zu besprechen. Der KSC-Boss stellt sich den Fragen von neue-welle-Moderator Martin Wacker und antwortet sehr offen auf die Kritik, derer sich das Präsidium immer wieder stellen muss.

Martin Wacker: Diese Saison ist eigentlich gelaufen. Es steht noch ein Auswärtsspiel an. Wie immer ist in der finalen Sendung einer Spielzeit der Präsident des Karlsruher SC, Ingo Wellenreuther bei mir. Das Spiel am Sonntag: liege ich richtig, wenn ich sage, dass das irgendwie ein Spiegelbild der Saison war?

Ingo Wellenreuther: Das kann man so sagen. Es war wirklich eine Seuchen-Saison, die wir dieses Jahr leider durchleben mussten. Da hat das Spiel einigermaßen hineingepasst. Die Leistung war wieder mal nicht in Ordnung und deswegen kann ich die übergroße Enttäuschung von allen Zuschauern und Fans verstehen. Uns Verantwortlichen geht es genauso. Da müssen wir jetzt durch. Ich kann mich nur entschuldigen für die Leistung der Mannschaft und was der KSC angeboten hat. Wir müssen diesen bitteren Gang in die 3. Liga gehen, aber ich glaube das Entscheidende ist jetzt, dass wir nach vorne schauen, dass wir optimistisch sind, dass wir gemeinsam mit Oliver Kreuzer ein sehr gutes Team für die kommende Saison zusammenstellen, weil das ganz klare Ziel ist der sofortige Wiederaufstieg. Das ist eine schwierige Sache, die 3. Liga ist hart, die muss man annehmen. Vor allem braucht man aber ein stabiles Gerüst in der Mannschaft und genau das ist die schwere Aufgabe von Oliver Kreuzer und damit ist er schon seit einigen Wochen in der Vorbereitung.

Um das Spiel am Sonntag herum waren wir alle ein wenig erstaunt, zum Teil auch schockiert: Militärmärsche durch die Innenstadt, schwere Böller im Stadion, abgerissene Getränkebuden. Wie ist das überhaupt noch auszuhalten?

Eigentlich ganz schwer. Das sind Zustände, die den Fußball in Deutschland kaputt machen, wenn es so weiter geht. Deswegen müssen da Lösungen her, denn so ist das nicht zu akzeptieren. Ich möchte zunächst mal darauf hinweisen, dass das Geisterspiel deswegen stattgefunden hat, weil eigentlich eigene Leute vom KSC, sogenannte Fans, in Stuttgart ein krasses Fehlverhalten gezeigt und dort Pyrotechnik und Gewalt an den Tag gelegt haben. Deswegen hatten wir dieses Geisterspiel. Die Dresdner Fans waren zugelassen. Uns war nur bekannt, dass ein sogenannter Fan-Marsch stattfinden soll. Erst wenige Stunden vor dem Spiel wurde bekannt, dass die Dresdner in einer einheitlichen Kleidung auftreten wollen. Dass das Ganze eine Militärparade wurde, paramilitärisch mit Gewalt und Pyro, ist unerträglich und das kann sich meines Erachtens auch der Rechtsstaat nicht bieten lassen. Ich weiß auch nicht, ob man unter Gesichtspunkten des Versammlungsgesetzes solche Fan-Märsche überhaupt akzeptieren muss. Da muss sich etwas ändern. Das Verhalten der Zuschauer, die ins Stadion kommen, geht so nicht weiter. Das ist zwar eine kleine Gruppe, aber die ist derart relevant, dass alle anderen darunter leiden müssen. Wir wollen einen sicheren Fußballbesuch im Stadion gewährleisten, aber die Polizei ist maximal gefordert. Das ist alles wirklich unerträglich. Es sind einige wenige Prozent, die den Fußball für Gewalt missbrauchen und da hoffe ich, dass dieser politische Gipfel im Sommer im baden-württembergischen Innenministerium vielleicht schon gute Lösungen bringt, weil sich etwas ändern muss. Denn das akzeptieren wir Vereine auch nicht mehr.

Du sagst selbst: einige Prozent, trotzdem wurden alle bestraft. Da war auch das Transparent zu sehen mit der Aufschrift „Keine Kollektivstrafen“. Kritische Nachfrage: manche kam es schon so vor, als müssten jetzt alle leiden für ein paar wenige. Kann das gerecht sein?

Letzteres stimmt. Leiden mussten alle. Bestraft worden ist ausschließlich der Verein. Das muss man rechtlich ein bisschen unterscheiden. Es gibt in der Verfahrensordnung eine Vorschrift. Nach der haftet der Verein für jegliches Fehlverhalten seiner Leute, die im Stadion sind. Egal, wer das ist. Deswegen trifft diese Strafe eines kompletten Ausschlusses einzig und allein den Verein. Diejenigen, die jetzt nicht hineindurften, wie vor allem Stehplatz-Dauerkarteninhaber, sind mittelbar betroffen. Das ärgert die Leute zu Recht. Der Verein hat dagegen allerdings keinerlei Handhabe. Der DFB hat angekündigt, dass wenn das nicht bei diesem Spiel unter diesen Bedingungen mit gewissen Ausnahmen akzeptiert werden würde, die Strafe noch wesentlich härter gewesen wäre mit einem kompletten Ausschluss in der nächsten Saison – ohne jede Ausnahme. Deswegen ist der Ärger verständlich, aber die Ursache bilden diejenigen, die krasses Fehlverhalten und Straftaten begehen. An deren Adresse ist eigentlich der Unmut zu richten. Uns als Verein sind da die Hände gebunden.

Wir haben die Saison alle abgehakt. Emotional dauert es wohl noch ein bisschen. Mal die ganz persönliche Frage an dich als Mensch: wie oft hast du in diesem Jahr darüber nachgedacht, zu sagen: "Das ist irgendwie Ehrenamt. Ich habe einfach keine Lust mehr“?

Nein, so einfach mache ich mir es natürlich nicht. Aber die erste Einschätzung stimmt natürlich schon. Wir im Präsidium und auch alle anderen Vereinsorgane sind auch maximal niedergeschlagen. Das war ein Szenario, dass wir uns vor einem Jahr nicht vorstellen konnten und wollten. Es ist natürlich einiges schief gelaufen. Das Präsidium hat für alles die gesamte Verantwortung, selbstverständlich. Aber eins ist auch klar: wir müssen uns im sportlichen Bereich auf die Einschätzung unserer Fachleute verlassen. Das war aber nur ein zarter Hinweis, denn nur das Präsidium kann Verträge unterschreiben, aber natürlich sind wir sehr enttäuscht über die Kaderzusammenstellung, weil da die Hauptursache des sportlichen Misserfolgs lag. Jetzt gilt es, nach vorne zu schauen. Klar, es trauern alle, es sind alle unglaublich enttäuscht. Ich verstehe jeden einzelnen Zuschauer und jedes einzelne Mitglied. Wir haben uns in den letzten Jahren über die Maßen eingesetzt. Das machen wir täglich. Ob das die Frage des Stadionbaus war oder sonstige Dinge. Man muss wissen, dass das Präsidium in Karlsruhe komplett geschäftsführend und gleichzeitig ehrenamtlich tätig ist, weil so viele Aufgaben von uns zu erledigen sind. Wir machen das mit großem Herzblut und deswegen ist bei uns selbst die Enttäuschung riesig und wir brauchen jetzt die Unterstützung von allen. Die Saison in der 3. Liga wird schwierig und hart, aber wir wollen sie mit dem direkten Wiederaufstieg beenden. Da brauchen wir die Unterstützung von Banken, Sponsoren und der Mitglieder, damit wir direkt wieder nach oben gehen können.

Es gab mal ein Interview vor ein paar Wochen. Da war der Eindruck schon, dass man die Hände ein bisschen in Unschuld wäscht und andere an der Misere Schuld haben. Ich glaube, da hat sich auch in der Darstellung ein bisschen was verändert.

Ich glaube, es war deswegen notwendig, weil auf einer ganz falschen Tatsachenbasis öffentlich diskutiert wurde. Wir haben nicht die Schuld zugewiesen, wenn man das Interview nochmals nachliest, sondern Sachverhalte transparent gemacht. Das war uns ganz wichtig. Wir lassen uns kritisieren und übernehmen als Präsidium die Verantwortung, aber bitte auf einer objektiv dargestellten Tatsachengrundlage. Da wurde viel Falsches erzählt und diese Aktion wurde auch ganz bewusst gesteuert. Das war zur Aufklärung dann einfach notwendig. Ich sage heute nochmals ganz deutlich: das Präsidium hat die Gesamtverantwortung. Die nehmen wir seit sieben Jahren mit großem Ernst wahr, lassen uns auch kritisieren, aber natürlich müssen wir uns auf die zuständigen Fachleute letztendlich verlassen. Wenn sich das Präsidium sportlich über diese Empfehlungen und Ratschläge dauernd hinwegsetzen würde, bräuchten wir weder Trainer noch Sportdirektor. So funktioniert das natürlich auch nicht. Das ist ein schwieriges Geschäft und wir wollen das auch besser machen. Oliver Kreuzer ist mit dieser Aufgabe hauptamtlich betraut: die Zusammenstellung einer guten, neuen Mannschaft mit einem starken Gerüst und da vertrauen wir ihm.

Die Trainerfrage ist eine entscheidende Frage in einer Saison. Ein Trainer braucht Vorschusslorbeeren, die Tomas Oral zu Beginn der Saison nicht bekommen hat. Dann hatten manche das Gefühl, dass nach vier schlechten Heimspielen die Reaktion etwas zu spät kam, dass es mit dem Trainer nicht weitergeht.

Die Frage ist berechtigt. Wir haben uns für Tomas Oral entschieden. Im Nachhinein betrachtet war das ein Fehler, ganz klar. Es war eine gemeinsame Entscheidung von Präsidium und Sportdirektor auf Vorschlag von Jens Todt. Wir haben es gemacht, klar, würden wir heute nicht mehr tun. Tomas Oral hat fast keine Chance gehabt. Ich war mit ihm bei den Fans, wo er gut aufgenommen wurde, aber dann haben die Ergebnisse gefehlt. Das war das Entscheidende. Natürlich haben wir intern schon Anfang Oktober diskutiert, ob es mit ihm noch weitergeht. Der Ratschlag des Sportdirektors war: wir halten an ihm fest. Dann kam der Auswärtssieg in Würzburg und wir haben gehofft, er kriegt die Kurve. Es hat dann leider nicht funktioniert und nachdem Jens Todt gesagt hat, dass er nächsten Sommer nicht mehr in Karlsruhe bleiben will, mussten wir diesen Wechsel vornehmen und anschließend Tomas Oral. Ob er weniger Punkte geholt hätte als die anschließenden Trainer in der Summe, kann niemand nachweisen. Es lief schief von vornerein. Tomas Oral selbst ist ein Fußballbessesener mit einem unglaublich großen Fußballsachverstand, aber er kam hier nie richtig an und sportlich hat es auch nicht geklappt. Das war die Hauptursache, dass das ganze Stadion seine Ablösung gefordert hatte.

Wir machen die alte Saison jetzt mal zu und schauen auf die Neue. Wir haben eine Grundvoraussetzung, die heißt Lizenz. Lizenz für Liga drei. Da gibt es auch unterschiedliche Informationen. Wie schaut es dann ganz konkret aus?

Es gab eine Art Vorbescheid vom DFB. Jetzt sind wir aufgefordert bis Ende Mai die restlichen Bedingungen noch klar zu machen. Wir brauchen jetzt natürlich die gesamte Unterstützung der Stadt Karlsruhe, der Leute in Karlsruhe, der Wirtschaftspartner, Sponsoren und unserer Hausbanken. Jetzt müssen alle zusammenhalten, dass der KSC weiterhin die Lizenz bekommt. Da sind wir gerade dabei, alle Voraussetzungen dafür hinzubekommen. Ein gewisses Zutrauen von allen, Optimismus und ein Jetzt-erst-recht-Gefühl in dieser schwierigen Situation ist unglaublich wichtig für den Verein. Es ist ja bekannt, dass gerade wenn es nicht so läuft, man die Unterstützung besonders braucht. Da haben wir bereits einige sehr positive Rückmeldungen bekommen und hoffen, dass sich weitere anschließen. Viele schauen schon nach vorne: Oliver Kreuzer hat schon einige neue Spieler verpflichten können, weshalb wir auch optimistisch sind. Es muss noch hart gearbeitet werden, damit wir Anfang Juni die positive Entscheidung vom DFB bekommen.

Du siehst aber optimistisch aus. Das heißt, die Gespräche haben sich gut entwickelt?

Ja, die Gespräche sind positiv, aber die Situation ist schwierig. Das muss man beides erkennen. Genauso wie die letzten sieben Jahre, ist es bei diesen Rahmenbedingungen überhaupt nicht einfach, den KSC im Profifußball zu halten. Wir haben jedes Jahr die Verluste merklich reduziert und vor zwei Jahren erstmals eine schwarze Null geschrieben. Letztes Jahr sogar einen Gewinn von zwei Millionen Euro erzielen können. Das gleicht einem Weltwunder bei diesem Stadion, bei diesen Rahmenbedingungen beim KSC. Jetzt kam natürlich der ungeplante und ungewollte Unfall dazwischen, dass wir in dieser Runde nochmals in die dritte Liga heruntermüssen, was nur schwer zu ertragen ist. Das ist natürlich zur Unzeit passiert, weil mit dem Stadion jetzt fast ein Jahrhundertprojekt gemeinsam von der Stadt Karlsruhe und dem KSC geschaffen worden ist.

Das wichtigste Zukunftsprojekt für den KSC, vermutlich der letzten 20 und der nächsten 30 Jahre, ist das neue Wildparkstadion. Das haben wir bei einer großen Pressekonferenz gefeiert. Jetzt habe ich das Gefühl, dass einige ziemlich viel Wasser in den Champagner gießen. Wie erlebst du es aktuell?

Ja, das ist wahrscheinlich nicht zu verhindern, dass es immer wieder Menschen gibt, die dagegen schießen. Jetzt ist es vermeintlich einfach, weil der KSC sportlich in dieser Saison schlecht abgeschnitten hat und in die 3. Liga absteigen muss. Der Herr Oberbürgermeister hat das ja sehr wohltuend auf den Punkt getroffen und genau formuliert, dass die Stadt Karlsruhe das auch so sieht, wie du es gerade beschrieben hast. Das ist ein Projekt der nächsten 30, 40 Jahre. Ohne ein neues Stadion hat der KSC in keinem Fall eine gute Chance, auf Dauer im Profifußball mitzumischen. Genau weil man das erkannt hat, haben wir es nach zwei Jahren harter Verhandlungen geschafft, gemeinsam das Stadionprojekt hinzubekommen. Deswegen wäre es jetzt auch total kontraproduktiv, auch wenn die sportliche Situation im Moment nicht gut ist, dass man das in Frage stellt. Die Stadt Karlsruhe sieht das ganz genauso, dass wir ein Langzeitprojekt auf den Weg gebracht haben. Die Ausschreibungen laufen und deswegen bin ich sehr optimistisch.

Was antwortest du jemandem, den du auf der Straße triffst und der dich dann fragt, warum ein ohnehin klammer Drittligist ein neues Stadion braucht? In den sozialen Medien kursiert diese Frage ja auch immer wieder.

So sagt mancher, auch wenn das relativ wenige sind. Aber das ist eine falsche Bewertung der Sache. Wenn wir die nächsten 40 Jahre Drittligist bleiben würden, könnte man eine solche Frage auch nur am Rande vielleicht diskutieren. Eins ist doch ganz klar: unser Pachtvertrag ist ausgelegt ab dem Jahre 2020, wenn das Stadion steht. Da haben wir in einem Zehn-Jahres-Zyklus ein Jahr dritte Liga mal prognostisch einkalkuliert. Jetzt kam das praktisch schon bevor das Stadion steht. Wir müssen auch noch keine Pachtzahlungen leisten in der Höhe wie vereinbart, sondern die werden erst fällig, wenn es das neue Stadion auch gibt. Der Abstieg kam wirklich zur Unzeit, aber das Stadion wird gebaut für einen zukünftigen Zweit- und hoffentlich irgendwann auch mal wieder Erstligist KSC und natürlich nicht für einen Dauerzustand in der dritten Liga.

Zweimal war der Karlsruher SC bereits in der dritten Liga, zweimal ist er auch direkt wieder aufgestiegen. Ich würde behaupten, so schwer wie aktuell war Liga drei noch nie.

Ich glaube, deine Einschätzung ist vollkommen richtig. Die Leistungsdichte im deutschen Fußball hat sich nochmals erhöht. Das geht eben auch runter bis in die dritte Liga. Das wird kein Zuckerschlecken. Wenn wir uns gemeinsam zurückerinnern. Vor fünf Jahren standen wir im Oktober auch im hinteren Mittelfeld. Wir hatten keinen guten Start in der dritten Liga und haben uns dann erst nach vorne gekämpft. Von daher wird es harter Tobak. Umso wichtiger ist eine neue, stabile Mannschaft, weil die dritte Liga auch körperlich hart ist. Man braucht Typen, nicht nur Charaktere, die körperlich dagegen halten können und das ist auch die Einschätzung von Oliver Kreuzer. Wir brauchen ein starkes Gerüst in der Mannschaft und daran arbeitet er gerade, solche Leute für den KSC zu verpflichten. Es ist nicht einfach, weil wir finanziell an unsere Grenzen gehen müssen, damit wir eine starke Mannschaft bekommen, aber Geld allein bürgt noch nicht für Qualität. Das haben wir dieses Jahr leider erleben müssen, dass wir den höchsten Zweitliga-Etat in der Geschichte des KSC hatten und trotzdem mit einem gewissen Abstand Tabellenletzter geworden sind. Da kommt es auf ein gutes Händchen an, auf eine gute Marktkenntnis und auf die Kontakte unserer Sportdirektors und dann hoffen wir, dass genau die Ziele erreicht werden und der sofortige Wiederaufstieg auch klappt.

Den letzten Aufstieg in die zweite Liga haben wir aber nicht nur durch erfahrene Korsettstangen geschafft, da war mit Hakan Calhanoglu ein Über-Talent im Spiel. Wie wichtig ist es, die eigenen Talente in dieses Korsett einzubinden?

Das entspricht ja schon immer der Vereinsphilosophie des KSC, dass wir unsere eigene Jugend sehr schnell in den Profibereich bringen und die auch zum Einsatz kommen. Natürlich können wir nicht mit einer Jugendmannschaft in der dritten Liga bestehen. So jemand wie Hakan damals war für uns Gold wert. Der hat uns zwar nicht im Alleingang nach oben geschossen, aber er und sein rechter Fuß hatten einen großen Anteil daran. Natürlich sucht man immer nach so jemand und wir haben auch diesmal gute Jugend-Perspektiven, aber die Mischung ist entscheidend. Wir brauchen natürlich hinten eine stabile Abwehr, das ist ganz wichtig und vorne jemand, der Tore macht. Aber da einen zu finden, der zu uns passt und bezahlbar ist, das ist jetzt die schwere Aufgabe von Oliver Kreuzer.

Trotz aller Schwierigkeiten lautet das ganz klare Ziel aber: direkter Wiederaufstieg.

Ja, klar. Wenn das eine Frage war, kann ich die eindeutig mit ja beantworten. Oliver Kreuzer, das Trainerteam und die Scouts kümmern sich um die Spielerverpflichtungen. Wir vom Präsidium müssen schauen, dass wir alles finanziert kriegen. Wir brauchen eine Begeisterung nach der Zeit der Trauer, die man jedem zugestehen muss. Das geht uns ja genauso. Wir wollen auch Dinge innerhalb des Vereins verändern, um noch professioneller zu werden. Das ist auch ganz wichtig. Wenn wir da alle zusammenhalten, darauf kommt es uns wirklich an, dass wir jetzt den Schulterschluss mit der Fanszene, mit den Mitgliedern, mit allen Zuschauern, die ins Stadion kommen, dass man das annimmt, die letzte Seuchensaison abhakt und positiv nach vorne schaut, um dieses große Ziel zu schaffen, dann bin ich optimistisch, dass das klappt.

Eine Weiche habt ihr früh gestellt. Zum Abschluss noch die Frage nach dem Cheftrainer. Hat jetzt die ersten Spiele nicht gerade die Bilanz, bei der man viele Vorschusslorbeeren für die neue Spielzeit sammeln konnte. Auf der anderen Seite sagen viele, dass der Marc Meister ein richtig guter Typ sei, der für den KSC brennt. Das war neben seiner großen Fachkenntnis für euch wohl auch ausschlaggebend?

Ja, das trifft zu. Der Marc ist gut ausgebildet, hat schon bei Borussia Dortmund viel Erfahrung mitgenommen. Emotional, auch von der Empathie für seine Spieler her, ist das alles ganz positiv. Man darf das nicht überbewerten, wenn man zu einer Mannschaft kommt, die schon fast abgestiegen war. Da stimmt einiges nicht in der Mannschaft und ihn anhand dieser Ergebnisse zu beurteilen, wäre nicht ganz fair. Er weiß natürlich um die Schwere der Aufgabe und setzt sich mit vollem Engagement ein. Er hat eine gute Ausbildung, macht das intern in der Kabine und auf dem Trainingsplatz sehr gut, wie uns Oliver Kreuzer immer wieder bestätigt. Er ist davon überzeugt, jetzt auf diesen jungen Mann zu setzen, der im Übrigen in der Weihnachtspause von einigen schon vehement gefordert wurde. Dem haben wir uns jetzt angeschlossen, wir kennen Marc ja auch. Deshalb ist er bei uns ja überhaupt Jugendtrainer geworden. Jetzt vertrauen wir ihm einfach, selbst wenn das letzte Spiel gegen Braunschweig in die Hose geht. Ab dem 1. Juli geht die neue Runde los und daran wird er gemessen.

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