pfoschdeschuss (18) - Kartenflut, Fünferpack & Eigentor-Drama

Karlsruhe (pfo/che) Nirgendwo schlägt das Herz für den echten Fußball höher als in den unteren Spielklassen. Der Torwart telefoniert während des Spiels mal kurz mit der Ehefrau, der Top-Stürmer verlässt nach einem Hattrick den Platz, weil er zur Nachtschicht muss und der Schiedsrichter pfeift Abseitssituationen auf Zuruf. Genau das macht den Amateurfußball so liebenswert. Wir berichten immer am Freitag gemeinsam mit Oliver Raupp von pfoschdeschuss.de über das Wichtigste aus Karlsruhes Unterklassen. Wer das nicht liest, hat den Fußball nie geliebt.

 

Nicht Durlach-Aue, sondern Erzgebirge Aue

Liebe Leser, endlich ging’s wieder los, endlich geht’s wieder weiter. Das kommende Wochenende hat wieder einige Leckerbissen für uns parat und beginnt bereits am Freitag vor dem Fernseher. "Der KSC spielt in Aue!" Aber nicht in Durlach-Aue, sondern im Erzgebirge. Und nach dem 2:0 gegen Hannover haben sich die Pessimisten wieder aufgerappelt und erwarten den Big-Point des Drittletzten beim Letzten (18.30 Uhr). Schmalkost am Samstag, denn die Spielberger und auch die KSC-Amateure spielen in der Ferne. Im unteren Bereich ist ebenfalls kein Samstag-Kick zu erkennen. Wer dennoch den "Hals nicht voll kriegt": Im Verbandsligabereich spielen die Viernheimer in Bilfingen (15 Uhr) und der 1. FC Bruchsal empfängt zum gleichen Zeitpunkt den VfB Eppingen.

Derby-Zeit in Durlach

Für alle, die das frühe Frühstück beziehungsweise das späte Mittagessen bevorzugen: am Sonntagmorgen bietet der ASV Durlach ein ganz spezielles Event an. Die SpVgg Durlach-Aue pilgert im Rahmen der Verbandsliga zum Lokalrivalen in die Liebensteinstraße. Tabellarisch doch eher "die Socken in den Sandalen" erhoffen die Zuschauer, dass sich die Akteure der geographischen Nähe erinnern. Um 11 Uhr wird diese Partie angepfiffen.

DJK und FV Daxlanden im direkten Duell

Nach dem Sonntagsbraten weitere Derbys zum Verzehr. Ein Derby, was durch die anstehende Fusion von DJK und FV Daxlanden, an Derby-Charakter verloren hat, wird im August-Klingler-Stadion geboten. Um 150 Uhr stehen sich der FV und die DJK zum letzten Derby gegenüber. Im kommenden Jahr zählen beide Vereine und auch das ehrwürdige Stadion zu den Historien des Karlsruher Fußballs. Weitaus mehr Brisanz bietet das Albtal und das Ettlinger Hinterland. In Oberweier werden die benachbarten »Frösche« aus Bruchhausen begrüßt. Nicht nur regional nah beisammen, auch die tabellarische Lage beider Teams birgt für Zündstoff (15 Uhr). Haben wir noch den A2-Spitzenreiter, SV Burbach, der im Heimspiel die Schöllbronner erwarten. Um 15 Uhr treffen die "Eber" auf den "Meckel". Spitzenkampf in Forchheim, wo um 15 Uhr die Sportfreunde, aktuell Zweiter der Kreisliga, die Viktoria aus Berghausen (6.) erwartet. Eine Niederlage der Gäste würden dessen Ziele, aufzusteigen, endgültig begraben. Vom Berg ins Tal, wenn man nach Beiertheim schaut (Kreisliga). Die beiden Letzten treffen sich im Rund des SVK. Ein Punkt trennt die beiden Mannschaften voneinander und acht, beziehungsweise sieben, sind’s zum rettenden Ufer. Keine Frage - dem Loser wird der Gang in die A-Klasse geebnet. Wenn hier kein Feuer unterm Dach entsteht - der feuert wohl im Freien.

Kartenflut bei Singer und Härter

Der erste Rückrunden-Spieltag haben wir hinter uns und auch hier wurden bereits neue Geschichten kreiert. Mike Singer heißt der gute Mann, der in den vergangenen acht Tagen zwei Spiele der C3 leitete. In jenem Zeitpunkt zückte der gute Mike achtzehnmal Gelb und zweimal Gelbrot. Chapeau, mein Lieber - der Tennisarm lässt grüßen. "Hart, härter …" Vorname, Silas, Nachname, Härter … zückte zweimal den roten Karton gegen den Gast, Sportfreunde Forchheim III. Der in Überzahl agierende Hausherr, SV Langensteinbach II, konnte den Überschuss ertragreich anwenden und kam nach 90 Minuten zum 3:2-Siegtreffer (B3).

Viererpack in Forchheim, Fünferpack in Aue

Leszek Klyszcz, Urgestein des ASV Wolfartsweier und Wahl-Rheinstettener, spielte unweit seines Wohnortes ein Quartett. Beim Spiel seines ASV Wolfartsweier II beim FT Forchheim (0:5) schoss der Offensive vier Treffer. Einen Treffer mehr konnte Aues Geckle markieren. Beim 7:1 seiner SpVgg gegen Strümpfelbrunn konnte der ehemalige Langensteinbacher fünf Kisten schreinern (Verbandsliga). Der Stürmer scheint für das Derby beim ASV Durlach (Sonntag, 11 Uhr) gerüstet zu sein.

Eigentor-Drama auf der Waldbrücke

Die Serie ist hin: Der TSV Oberweier II musste erstmals ein Heimspiel abgeben. Zu Gast, der Karlsruher SV, der kein Interesse an alten Zöpfen zeigte (C2). Derbytime in Spöck und Eigentor-Drama auf "Waldbrücke". Klein ganz groß im Stutensee-Stadtteil, Spöck. Der TV II zu Gast beim FC II (B3). Nach der Hinspielniederlage des FC Spöck bei den Turnern sollte die Revanche eingeleitet werden. Die "Gäste" führten, ehe der FC-Junge, Klein, zweimal zuschlug und seinen FC für die nächsten Monate die Freude ins Gesicht rieb (2:1). Für den Weingartener, Fritscher, trifft das weniger zu. Er traf ebenfalls, gar als einziger - doch leider ins eigene Tor und damit entschied er die Sause für den Gast aus Knielingen (B3). Ein richtungsweisendes Eigentor gelang auch Grünwinkel-Rückkehrer, Beqiraj. Eigentlich bekannt für Treffer seines eigenen Teams, steuerte der ehemalige Sulzbach-Trainer im A2-Keller-Geballer, Grünwinkel gegen Südstern, den Ausgleich der Gäste bei. Um so ärgerlicher, dass der FC 1906 im zweiten Durchgang Reserven besaß und ein zweites Mal jubeln durfte (1:2). Seither weiß man in Grünwinkel, was Abstiegskampf bedeutet.

60 Minuten fiel kein Tor - im Rest allerdings fünf

Eine Stunde haben die Wössinger bei Germania Neureut die "Null" gehalten. Hört sich gut an: Am Ende hieß es allerdings 0:5 aus Sicht der Walzbachtaler (18., 20., 80., 87., 88.). Fehlendes Zeittiming beim 1. FC 08 Birkenfeld beim Gastspiel in Mutschelbach (Landesliga). Nedzhmiev heißt der Geselle, der zumindest an einer Sensation arbeitete. In der 14. und 23. Minute brachte er seine Enztal-Burschen mit 2:0 in Front, doch die Birkenfelder beantragten wohl eine verlängerte Halbzeitpause, die Mutschelbach nicht mitgehen wollte. Holzmann (40.), Kunzmann (41.) und Balzer (47.) drehten den Leistungsstand (3:2). 

Auch am kommenden Wochenende warten wieder neue Episoden aus der Ballsport-Sparte. Wir bleiben dran und wünschen euch, liebe Zuschauer, gewaltfreie Derbys, lautlose Trump-Interviews, gutes Wetter und viele Tore für den richtigen Verein.

Allahopp, euer Oli!

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