pfoschdeschuss (21): Dutzend Tore, Glasflaschen-Verbot & „Pratwurst“

Karlsruhe (pfo/ame) Nirgendwo schlägt das Herz für den echten Fußball höher als in den unteren Spielklassen. Der Torwart telefoniert während des Spiels mal kurz mit der Ehefrau, der Top-Stürmer verlässt nach einem Hattrick den Platz, weil er zur Nachtschicht muss und der Schiedsrichter pfeift Abseitssituationen auf Zuruf. Genau das macht den Amateurfußball so liebenswert. Wir berichten immer am Freitag gemeinsam mit Oliver Raupp von pfoschdeschuss.de über das Wichtigste aus Karlsruhes Unterklassen. Wer das nicht liest, hat den Fußball nie geliebt.

„Das Spiel“ am Wochenende: Kirchfeld gegen Mutschelbach

In meiner eigenen »Hopping & Hopfen«-Session war es mir nicht möglich, mehrere Spiele zu besuchen. Drum entschied ich mich für »das Spiel« am letzten Wochenende. Der FV Fortuna Kirchfeld empfing am vergangenen Sonntag den ATSV Mutschelbach. Beide Mannschaften griffen nach den Sternen … trotzgleich die Elfen konträre Ziele nachkommen. Die grünweiße Fortuna aus der »Paprikasiedlung«, Aufsteiger, wollten ursprünglich die Klasse halten; Mutschelbach, das Bayern München der Landesliga, würde gerne das obere Podest besiedeln um aufzusteigen. Anders als der große Artverwandte aus »Bajuwarien« kamen sie als Spitzenreiter; gingen aber als Kronprinz. Dabei sah es doch ganz gut aus …

Dauenhauer verwandelt Elfmeter

Elfmeter nach knapp siebzig Minuten. Das Foul - etwas fünfzehn Meter von mir weg, denn ich stand tatsächlich auf Ballhöhe. Im Großen und Ganzen - glücklich - Dauenhauer war’s scheißegal (Foto) - gewohnt trocken verwandelte er das Ding. Zusätzlich musste FV-Captain Geier runter. Eine Spur zu viel kritisiert hatte der Junge mit dem Bändchen am Arm, trotzgleich auch ihm bisweilen entging, dass selten eine Entscheidung zurückgenommen, zumal der Penalty schon ausgeführt war. Nun ja, Kirchfeld kämpfte sich zurück und erzielte tatsächlich noch das 1:1 durch Joker, Marco Maier. Die »Spanier« nahmen diese frohe Kunde auf und gewannen ihr Heimspiel. Alter und neuer Spitzenreiter … der FC Espanol Karlsruhe.   

Spitzenspiel bringt Sieger hervor

»Es ist geschafft!« Der FC Viktoria Berghausen II siegte im Spitzenspiel am vergangenen Samstag 1:0 im Ettlinger Baggerloch. Keenan Endres war der Held und asphaltierte die Piste zur Tabellenführung. Die B3 Karlsruhes besitzt einen neuen Briefkopf. Viktoria II ersetzt den SSV Ettlingen II an der Tabellenspitze. Elf Spiele ohne Niederlage (29 Punkte,30:9 Tore) waren vonnöten um diesen Sprung zu bewältigen. 

Spessart macht das Dutzend voll

Den Rekordsieg erschuf der TSV Spessart II (C4) am vergangenen Wochenende. Der SC Schielberg II war zu Gast in der Allmendstraße. Mit dem Slogan … »Wir wohnen dort, wo andere Urlaub machen« schienen die Gäste am vergangenen Wochenende dort Urlaub zu machen, wo andere Fußball spielen. Die Spessarter Reserven hatten Souvenirs parat - für jeden Spieler eins plus Trainer in Form eines Anspiels, dass der Gast auf Spessarter Geläuf ausrichten durfte. Am Ende zählten wir 12:1 Buden für die Heimmannschaft. Martin Seitel konnte mit fünf Treffern viel dazu beitragen. Einen Treffer weniger markierte Celal Özmen beim Spiel, FV Rußheim II gegen die DJK Daxlanden II (C3).

Mutschelbacher siegen deutlich

Viermal binnen zwölf Minuten führte er eine Spielunterbrechung beim 6:2 seines FVR II herbei. Böse war ihm deshalb keiner - zumindest nicht auf Seiten der Hausherren. Der ATSV Mutschelbach II (A2) will die Erfolgsspur des waldensischen Fußball-Hype beitreten und wie die Erste, ebenfalls aufsteigen. Und wenn da die Burbacher nicht wären - längst könnte man das Geschirr für die Meisterfeier aufdecken. Gnadenlos wurden am vergangenen Wochenende die Defizite beim TSV Pfaffenrot aufgedeckt. Achtmal zitierten die Mutschelbacher den »Stegbach-Hasen« zum Anspiel (8:0). Deutliche Geschichte innerhalb einer Klasse.

Mega-Serie der Hertha Karlsruhe beendet

Die Serie ist hin … die SpVgg Olympia Hertha Karlsruhe II (C2) schaffte in der aktuellen Saison ein besonderes Novum. Auswärts ohne Sieg ist man zuhause unbesiegt. Doch die Frischluft-Atmosphäre im Stadtwald schien am vergangenen Wochenende dem Gegner gut zu tun. Fackel II gewann auf olympischem Terrain und beendete eine Mega-Serie von sechzehn Heimspielen ohne Niederlage der Hertha-Horde.

Nach 15 Minuten schon 2:0

Im falschen Film fühlten sich die Spitzenreiter der C1, Schwarz-Weiß Mühlburg. Die »Dritte« der Rüppurrer FG gastierte am Bahnhof. »Eddie« Kaiser, der Charly Neumann des SV Schwarz-Weiß rieb sich die Augen, als der Gast nach einer Viertelstunde 2:0 führte. »Ruhig Eddie«, schienen die Hausherren zu erläutern und schossen zwischen der 33. und 38.Minute drei Hütten. Am Ende, abermals dank vier Brenner-Treffern, stand ein standesgemäßer 5:2-Sieg der Schwarzweißen zu Buche.

Spiel entscheidet sich erst kurz vor Ende

Die SG Burbach/Völkersbach II (C2) hatte ein besonderes »Schmankerl« für den Gast vom Adenauerring (FSSV) parat. Die Revanche für eine 0:8-Demütigung vor wenigen Monaten beim Stadtbesuch. Das schien zu klappen, denn bereits nach neun Minuten überraschte man den Gast mit dem Führungstreffer. Der Vorsprung hielt bis zur 82.Minute ehe Oberacker den Favoriten rettete und ausglich. Doch dann haben die Roth-Jungs aus der Nordstadt noch ne Puppe - Vorname, Justin Philipp. Der stand nach 89 Minuten goldrichtig und wand den Punktverlust im fernen Schwarzwald ab (1:2).      

Glasflaschen zu gefährlich

Lustige Anekdote bei einem C-Klassen-Spiel in Walzbachtal. Der strenge, sowie junge Schiedsrichter untersagte den Spielern, aus Glasflaschen zu trinken. Die wären aufgrund ihrer Konsistenz nicht mehr erlaubt aufgrund der Verletzungsgefahr. Irgendetwas muss der Referee hier verwechselt haben. Selbstverständlich sind Kunststoffflaschen weicher als Glasflaschen. Da hat er aufgepasst. Deshalb wird aber weiterhin mit Lederbällen anstatt mit Luftballons gespielt - und auch die Eisbox, mit all ihren Ecken und Kanten, werden weiterhin als Beiwerk auf den Ersatzbänken des Volkssports zu sichten sein. Im Gegensatz hierzu - die Glasflasche dient nicht zum Mitbringsel in Deutschlands Fußballstadien. Hier liegt der Unterschied. 

Spitzenreiter Wettersbach empfängt Forchheim

Am kommenden Sonntag werden wieder Glasflaschen am Spielfeldrand zu sichten sein. Empfehlenswert, ein Nachmittag am Wettersbacher Tannweg, denn hier tobt ein Kampf, den es lohnt anzuschauen. Das Vorspiel um 14 Uhr bestreiten der SC Wettersbach II und die Dritte der Sportfreunde Forchheim (B3). Zwei Stunden später kommt’s dann zum Hammer-Kick. Spitzenreiter, SC Wettersbach, empfängt im Rahmen der Kreisliga seinen ärgsten Verfolger, die Sportfreunde Forchheim. Eine ganz heiße Kiste, in der gut und gerne das Spiegelei gebraten werden kann. Der Veganer sollte sich um Ersatz kümmern … Seit siebzehn Spielen sind die Hausherren ungeschlagen - vierzehn Matches sind’s beim Gast aus Rheinstetten. Alternativen, ob im oder außerhalb des Eigenheims, gibt’s keine. Anwesenheitspflicht für Individuen, die sich dem Fußball verschrien haben.

Derby am Schulberg

Am Sonntag ist dann das Neureuter Derby zu empfehlen. Bei Pils, »Pratwurst« und Pöbeleien ist der Schulberg das Schaufenster für’s Derby, Germania Neureut gegen den FC 08 Neureut II. Sportlich prekärer ist wohl das Duell bei der DJK Mühlburg. Der FV Leopoldshafen kommt als Zweiter zum Dritten. Der Sieger darf sich berechtigt Hoffnungen auf die Kreisliga machen. Wem schon zuvor das Mittagessen nicht schmeckte, der findet sich in der Nordstadt ein, denn hier empfängt der FSSV Karlsruhe II um 13 Uhr den Gast aus Rüppurr (FG) - Spitzenkampf in der C2. Hier kann der »Unmobile« am Tresen verharren, denn im Anschluss geht’s im B1-Klassen-Jargon um Punkte. Der FSSV, mit Aufstiegschancen in die A-Klasse, erwartet die FG Rüppurr (15:00 Uhr).

So oder so … die Entscheidung wird schwierig, Lokalkampf, Spitzenspiel oder Doppelpack … Die Weichen sind gestellt und euch liebe Leser viel Spaß beim Pilgern. Allahopp, euer Oli

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