pfoschdeschuss (22): Mannschaftssterben, 0-Punkte-Serie & Fußballwetter

Karlsruhe (pfo/ame) Nirgendwo schlägt das Herz für den echten Fußball höher als in den unteren Spielklassen. Der Torwart telefoniert während des Spiels mal kurz mit der Ehefrau, der Top-Stürmer verlässt nach einem Hattrick den Platz, weil er zur Nachtschicht muss und der Schiedsrichter pfeift Abseitssituationen auf Zuruf. Genau das macht den Amateurfußball so liebenswert. Wir berichten immer am Freitag gemeinsam mit Oliver Raupp von pfoschdeschuss.de über das Wichtigste aus Karlsruhes Unterklassen. Wer das nicht liest, hat den Fußball nie geliebt.

Spitzenspiel hielt was es versprach

Meine Groundhopping-Tour am vergangenen Sonntag begann am Samstag am Tannweg. Das Spitzenspiel stand an, denn Spitzenreiter, SC Wettersbach, empfing den »einzigen« Verfolger, FV Sportfreunde Forchheim. Die Gäste mussten gewinnen - den Hausherren hätte ein Punkt gereicht. Ein Eigentreffer des Forchheimers, Landhäußer, entschied die Partie zu Gunsten der Wettersbacher, bei »Tannenzäpflen« und geilem Wetter. Zufriedene Zuschauer, denn das Spitzenspiel versprach dass, was man von einem Spitzenspiel erwartet. Beide Teams spielten mit offenem Visier - Zweikämpfe, Torszenen, Emotionen und gute Stimmung.  Als Mann mit der Kamera hatte ich etliche Probleme, das Tempo mitzugehen, was auch mit dem Konsumieren einiger Fläschchen Pils nicht einfacher wurde.

Mühlburg 2 : 2 Leopoldshafen

Am Sonntag suchte ich mir den Schlager der A1-Liga aus und fuhr an den Bahnhof in Mühlburg. Hier wird bekanntlich zwischen Schienen, Burger und Stahlkarossen Fußball gespielt. Die DJK aus Mühlburg muss mit seinem Starensemble in die Kreisliga aufsteigen, da gibt‘s keine Zweifel. Der Grundstein sollte am Sonntag gelegt werden, wenn der Zweite aus Leopoldshafen aufschlägt. Viel Anlaufzeit benötigten die Hausherren nicht, denn bevor die Kassentante ihre Kassette startklar machte und der letzte Glockenschlag von Hells Bells ertönte, zappelte das Runde bereits im Maschigen. Mühlburg verpasste das 2:0 und beraubte sich durch Umstellungen ihrer Stärken, sodass die Gäste immer stärker werden konnten. Dem 1:1 im ersten Durchgang folgte das 1:2 Mitte des zweiten Abschnitts. Doch die »Schröcker« brachten sich kurz drauf durch eine Unaufmerksamkeit in den eigenen Reihen um den Lohn (2:2). 

Mannschaftssterben geht weiter

In der letzten Woche sprachen wir es an … Nach dem Karlsruher FV II, TSV Etzenrot II und DJK Durlach musste nun auch der FSV Alemannia Rüppurr II die Fahne einholen. Das Mannschaftssterben geht weiter und das Ende der Fahnenstange scheint noch nicht erreicht. Bei der DJK Durlach wird’s kein Seniorenfußball mehr geben - in Daxlanden wird fusioniert - in Rüppurr sind Fusionen geplant … Herrenalb, Neusatz und Rotensol haben bereits eine Spielgemeinschaft und in kleinen Orten wie Wöschbach und Etzenrot wird man Jahr für Jahr schauen, wie es weitergehen kann. Der Fußball boomt nicht wirklich …

Mutschelbach beendet imposante Serie der Grünwinkler

Die Reserve des FV Grünwinkel II ist der Tabellenführer der C4 und wies eine imposante Serie auf. Neunzehn Spiele in Serie war man ungeschlagen. Am Wochenende gastierte der ATSV Mutschelbach III in der Pulverhausstraße - im Schlepptau - der beste Karlsruher Torjäger, dato, namens Fabian Becker. Und wenn halt mal Superlativen aufeinanderprallen, bleibt vielmals ein Novum auf der Strecke. Die Saisontore 36 und 37 des Fabian F. bedeuteten das Serienende der »Spatzen« aus Grünwinkel … die das nicht von den Dächern pfiffen.

Germania Karlsruhe II: 0 Punkte in 18 Spielen

Freude an der Fasanengartenmauer, der Heimstätte der aktuell erfolglosesten Mannschaft der Fächerstadt - Germania Karlsruhe II, die in der aktuellen Spielzeit (17 Spiele) noch keinen Punkt holten. Doch mit neuem Trainer, namens Erik »Burner« Börner und neuen Spielideen wollte mit dieser alten Eiche im Hardtwald die Säge zeigen. Dies schien sich kurzfristig zu bewahrheiten, denn nach nur drei Minuten gelang das 1:0 gegen den SV Hohenwettersbach II. Aharoni traf und das Volk jubelte. Was dann aber nach neunzehn Minuten geschah, kann uns nur der germanische Clan erläutern. War es das Rufen im Walde, dass die grünweiße Equipe am Tatendrang hinderte? Hohenwettersbach kam binnen zwölf Minuten zu vier Treffern - das reichte. Was Neu-Coach, Börner, seinen Jungs in der Halbzeit erläuterte, ist uns genau so wenig überliefert wie die Gründe der Arbeitsniederlegung. Germania II schoss nach einer starken Stunde nochmals zwei Treffer (3:4) und verlor zum achtzehnten Mal …

Völkersbacher können jubeln

Was eine geringe Anzahl von Minuten bewirken kann, davon kann auch der SV Völkersbach eine Geschichte erzählen. Die gastierten in Wolfartsweier, um am Horbenloch Punkte einzusammeln. Selbstverständlich war der heimische Vizemeister favorisiert, was ein 3:1 zur Halbzeit auch untermauerte. In der Pause wachgeküsst, kamen die »Besebinder« aus dem Albtal nach 47 Minuten durch einen Strafstoß zum 2:3 … und nach 83 Minuten gar zum 4:3. Jubel auf Seiten der Völkersbacher, die eindrucksvoll bewiesen, dass man einen hoffnungslosen Rückstand zu einem Sieg umwandeln kann. Dieses Rezept schienen sie dem Kontrahenten fünf Minuten vor dem Ende erklärt zu haben, denn die setzten das Ritual direkt um und schossen in Minute 87 und 93 zwei Treffer zum 5:4-Heimsieg. Manchmal ist Schweigen Gold. 

Vier Tore Unterschied

Einen »gebrauchten« Tag erlebte die Ost-Front beim Gastspiel der Blankenlocher im »hardt’schen« Wald. Coach Hatz hatte erst den Kamm weggesteckt, da stand’s bereits 0:4 (24.Minute). Blankenloch nutzte die Aufwachphase der Waldapostel mit zwei Doppelpacks und entschied die Sause in einem Viertel der anberaumten Spielzeit (24 Minuten). Hillebrandt’s Anschluss kurz vor der Pause - Almosen für die Seele - Björn Kössl stellte sechs Minuten vor dem Spielende den alten Abstand wieder her (1:5,B2).

Über 70 gelbe Karten

Gegenüber musste der Spitzenreiter der A2, der SV Burbach, bei KIT am Campus, die zweite Saisonniederlage hinnehmen. Die Hausherren drehten einen frühen Rückstand (6.) in der letzten halben Stunde zu einem 2:1-Sieg. Statt Punkte nahmen die Albtäler die gelben Karten Nummer 71 und 72 und einen roten Karton in den Schwarzwald mit.

Tabellenerster gegen Tabellenletzten

Der Spitzenreiter der B1, SpVgg Olympia Hertha Karlsruhe, reiste mit seiner Starmannschaft an den Schulberg, wo Schlusslicht, Germania Neureut II, sein Gehege hat. »Chancenlos« gewann der Letzte gegen den Ersten. Ein Treffer entschied die Partie zu Gunsten des Schlusslichtes. Das Adjektiv, »chancenlos«, sollte man gerade am »Schulberg« nochmals neu definieren.    

Grillen, Pils und Fußballwetter

Am kommenden Wochenende geht’s wieder heiß her - Zwanzig bis 23 Grad verspricht uns der Wetterfrosch - Fußballwetter, Grillen, Pils und Brände jeglicher Art. Ein Baum sollte bereits am Freitag brennen, wenn der SV Langensteinbach um 19:15 Uhr die zweitbeste Rückrundenmannschaft, FC 07 Heidelsheim, empfängt. Beide Mannschaften haben ihren Kontrakt in der Landesliga verlängert. Feierlichkeiten gab’s keine …

VfB Grötzingen weiter mit Aufstiegschance

Eine Viertelstunde zuvor empfängt die SpVgg Söllingen den VfB Grötzingen (A2). Aufgrund der geografischen Nähe ist hier Zündstoff drin. Grötzingen besitzt weiterhin die Möglichkeit aufzusteigen - die Söllinger sind längst aus dem Rennen ausgestiegen. Wer dann am Samstag einen feinen Kick sehen will, der sollte sich in Ettlingen umschauen.  Um 16 Uhr statuieren die Kreisligisten, SSV Ettlingen und der FV Malsch ein Spiel am »Baggerloch« zu Ettlingen.

Karlsruhe und Pfaffenrot kämpfen um Tabellenspitze

Klassentiefer, früher aber wesentlich impulsiver, das Spiel der C2 im alten Nordstern-Stadion zu Waldstadt. Spitzenreiter, Karlsruher SV II (49 Punkte) erwartet den Zweiten, TSV Pfaffenrot II (48.). Wenn hier der Baum nicht brennt, dann war kein Baum da oder die Feuerwehr wurde frühzeitig informiert. In diesem Spiel geht’s um den ersten Tabellenplatz … Karlsruher SV II oder Pfaffenrot II … oder doch die FG Rüppurr II? Die treten auf den Plan, wenn wir am Samstag keinen Sieger finden, denn dann kann der Dritte aus »Rieberg« am Sonntag den Blinker setzen.

Doppel-Derby im Brenk-Stadion

Am Sonntag um 13.30 Uhr tritt Schlusslicht, Karlsruher SC, beim VfB Stuttgart an. Wer aber Spaß am siebten Wochentag genießen möchte, der lässt den Fernseher aus und genießt bei bestem Wetter Amateurfußball mit Nähe zum Wesentlichen. Im Brenk-Stadion zu Stupferich kommt’s zum Doppel-Derby. Um 13 Uhr erwartet die SG Stupferich II den SC Wettersbach II (B3). Zwei Stunden später hofiert die SG »Eins« den Spitzenreiter, SCW »Eins« … Hier ist allemal für Spannung gesorgt und wenn mich nichts alles täuscht, dann gibt’s vor Ort Hoepfner Pils.

Aufstiegskampf im Hardtwald

Wer die Stadt mag und lieber mit der Bahn zum Kick rauscht, der kann bei der gleichen Biermarke einen Kellerknaller der allerbesten Art in Beiertheim genießen. Der heimische SVK erwartet um 15 Uhr PS Karlsruhe. Beide Mannschaften stehen mit beiden Beinen im Kreisliga-Morast. Die Möglichkeit eines Wiedersehens im A-Klassen-Jargon, 17/18, ist möglich. Und wem’s nicht grün genug ist, der kann mit dem Fahrrad durch den Schlossgarten rauschen und die Olympioniken im Derby gegen den FSSV begutachten. Aufstiegskampf auf olympischen Areal (B1) im Hardtwald … und auch hier, trügen mich nicht meine Sinne nicht … Pils aus der Burg. In diesem Zug, ein erfolgreiches, wie schönes Wochenende und ein Prost vom Berg (Hohenwettersbach) - euer Oli

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