pfoschdeschuss (25): Pechvögel, Bier-Kastration & Aufstiegshoffnung

Karlsruhe (pfo/ame) Nirgendwo schlägt das Herz für den echten Fußball höher als in den unteren Spielklassen. Der Torwart telefoniert während des Spiels mal kurz mit der Ehefrau, der Top-Stürmer verlässt nach einem Hattrick den Platz, weil er zur Nachtschicht muss und der Schiedsrichter pfeift Abseitssituationen auf Zuruf. Genau das macht den Amateurfußball so liebenswert. Wir berichten immer am Freitag gemeinsam mit Oliver Raupp von pfoschdeschuss.de über das Wichtigste aus Karlsruhes Unterklassen. Wer das nicht liest, hat den Fußball nie geliebt.

Alkoholfreies Bier!

Leider blieb es mir am vergangenen Wochenende verwehrt, ein Fußballspiel in Karlsruhe anzuschauen. Meine Groundhopping-Tour trieb mich zum ersten Deutschen Fußballmeister der Historie, der nach Namensänderung und vielen wirtschaftlichen Problemen in der aktuellen Saison den Aufstieg in die Regionalliga schaffte, im Schatten des Limonaden-Patriarchen aus der Alpenrepublik. Die Rede ist vom 1.FC Lok Leipzig, die am Sonntag den FC Carl-Zeiss Jena empfingen. So machte ich mich am Samstag nach der Arbeit direkt an den Bahnhof auf, um in die sächsische Hauptstadt zu gelangen. Um 21 Uhr rollte der Zug dann in den Leipziger Bahnhof ein. Altenburger Bügelfläschchen, Ramazotti und Hackepeter, bis der Schlaf mich einholte. Am nächsten Tag dann ins »Bruno«, wie die Lok Fans ihr Bruno-Plache-Stadion nennen. Doch die Freude am Spiel war schnell vorbei. Neben eisiger Kälte, die uns widerfuhr, schenkte der Sachse alkoholfreies Bier aus. »Hochsicherheitsspiel« Lok verlor 1:2 gegen den Spitzenreiter und für mich ging die Odyssee gen Karlsruhe zurück. Irgendwann um 1.30 Uhr war ich zurück in »Good Old Baden.« 

Mingolsheimer Wüst verletzt am Boden

Bemerkenswerte Szene im Landesligaspiel der TuS Mingolsheim und des FC Espanol Karlsruhe. Josè Carlos Tijeras luchste dem Mingolsheimer Torsteher, Daniel Wüst, regulär und fair den Ball ab (35.); dennoch verletzte sich der Keeper und blieb liegen. Trotz eines Freilaufs auf das TuS-Tor und eines sicheren Treffers bremste die Nummer Zehn der »Spanier« ab und spielte den Ball ins Seitenaus. Eine wahrlich faire Aktion des Akteurs.   

Eigentor sieben Minuten vor Spielende

Kader Toprak kann sich als Pechvogel des letzten Spieltags fühlen. Im C4-Spiel, ESG Frankonia Karlsruhe II gegen die SG Herrenalb/Neusatz-Rotensol II gelang ihm sieben Minuten vor dem Ende das goldene Tor - allerdings ins eigene Gehäuse. Der Gast reiste mit einem Dreier in den Schwarzwald heim (0:1). Für Kader im ESG-Kader, ein gebrauchter Tag.

Aufstiegshoffnung zerstört

Florian Nees vom FV Linkenheim könnte in Leopoldshafen einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Sein Treffer in der »allerletzten« Sekunde zerstörte die letzte Aufstiegshoffnung der »Schröcker« vom Rhein. Der FV Leopoldshafen führte seit der 58.Minute im Heimspiel gegen den FV Linkenheim 1:0 (Nothacker). Drei wichtige Punkte im Kampf um den Aufstieg in die Kreisliga. Zum gleichen Zeitpunkt liegt Konkurrent, Germania Neureut, im Rußheimer Saalbach-Stadion 1:3 zurück (Endstand 3:2). Doch mit dem 1:1 jenen Nees vom FV Linkenheim erhöhte sich der Punkteabstand der Nitsche-Elf auf nunmehr 5 Punkte bei sechs ausstehenden Spielen. Zudem steht dem Blauweißen am kommenden Wochenende das schwere Gemeinde-Duell gegen Alemannia Eggenstein bevor …  

10:1-Sieg der SG Stupferich

Der FC 08 Neureut gastierte beim Letzten, FV Graben, in der Karlsruher Königsliga, Kreisliga. Zur Halbzeit konzipierten zweimal Essig, zweimal Linder und einmal Seyfert einen 5:1-Pausenstand für den Gast. Doch dabei blieb’s … Sechs Treffer in Durchgang eins; Standy-By-Modus im zweiten Spielteil. Mit dem gleichen Resultat tauschten die SG Stupferich und PS Karlsruhe, in einem anderen Kreisliga-Spiel, die Seiten. Mit dem kleinen Unterschied, dass Stupferich die Arbeit nicht als »getan« ansah und munter weiter drauf losballerte. Am Ende feierte die SG ein 10:1-Sieg über den ehemaligen Landesligisten, PS Karlsruhe. Übrigens bereits die zweite Schlappe in dieser Höhe für die Kerl-Mannschaft vom Dammerstock. Überragender Mann … Raphael Weber, dem fünf Treffer gelangen. Namensvetter, Clemens Weber, gelang für den SSV Ettlingen sein neunter Saisontreffer. Es war das 1:1 nach 24 Minuten gegen den Gast, FVgg 1906 Weingarten. Doch dann schien fielen sämtliche Barrikaden und Weingarten erprobte das Katz und Maus-Spiel mit Königs Jungs. Seidel sorgte für die 2:1-Halbzeitführung der Gäste - Kunzmann, Reinschmidt, Seidel, Dittes und Eifler legten nach und veranstalteten ein 1:7-Debakel für den SSV 1847 Ettlingen im zweiten Durchgang. Haben die Kreisstädter die Konditionsarbeit vernachlässigt? Für die Rotblauen brechen nochmal fünf harte Wochen an; ein Abstieg ist noch nicht vom Tisch. 

Voller Tank? Ab nach Lauda!

Am kommenden Wochenende geht’s weiter. Leider findet eines der wichtigsten Spiele am Samstag um 14 Uhr in Lauda statt. Der TSV 1905 Reichenbach tritt im Rahmen des Verbandsligaabstiegskampf in Tauberfranken an. Die Gastgeber liegen 2 Punkte hinter Reichenbach; der TSV 1905 könnte mit einem Sieg einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Wer dennoch seine Gartenarbeit verrichtet hat und ein fahrtaugliches Vehikel mit vollem Tank vor dem Heim stehen hat, der kann die Mammutfahrt auf sich nehmen und die Blauweißen unterstützen. Wesentlich näher findet das Landesliga-Spiel, Ettlingenweier gegen die Reserven des 1.CfR Pforzheim statt (15 Uhr). Derby-Time am Rhein … Neuburgweier II erwartet um 15 Uhr FT Forchheim II. Anschließend die Erste der Freien Turner den Spitzenreiter, SC Neuburgweier (B2,17 Uhr). Alternativ, mit weitaus weniger Schärfe, findet das Kreisligaspiel, FVgg 06 Weingarten gegen den Karlsruher FC West statt (17 Uhr).  

Samstag, 15 Uhr, Eggenstein gegen Leopoldshafen

Das Hammerspiel am Sonntag wird wie schon angedeutet in Eggenstein stattfinden. Der FC Alemannia Eggenstein erwartet im Rahmen der A1 den Gemeinde-Rivalen, FV Leopoldshafen. Nur ein Sieg des Gastes könnte die kleinste aller Chancen für den FVL eröffnen. Die Eggensteiner »Erfolgs-Krabben« sind seit neunzehn Heimspielen unbesiegt; die Gimmel-Garde ist so gut wie aufgestiegen. Leopoldshafen will die letzte Chance nutzen. Um 15 Uhr wird das sagenumworbene Match angepfiffen. Eine Stunde später kann man den FC Espanol Karlsruhe (1.) gegen den FC Olympia Kirrlach (3.) bestaunen. Der Jagdgrund ist Schauplatz jenes Landesliga-Aufstiegs-Fights. Euch lieben Lesern wünsche ich für das kommende Wochenende eisfreie Nächte, spannende Spiele, hopfenhaltige Brause befreit von Kastration, die ultimative Stadion-Wurst und stressfreie Stunden am Wochenende … allahopp, euer Oli

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