pfoschdeschuss (29): B2-Ailton, Röhren-Gucker & Phantom-Torjäger

Karlsruhe (pfo/che) Nirgendwo schlägt das Herz für den echten Fußball höher als in den unteren Spielklassen. Der Torwart telefoniert während des Spiels mal kurz mit der Ehefrau, der Top-Stürmer verlässt nach einem Hattrick den Platz, weil er zur Nachtschicht muss und der Schiedsrichter pfeift Abseitssituationen auf Zuruf. Genau das macht den Amateurfußball so liebenswert. Wir berichten immer am Freitag gemeinsam mit Oliver Raupp von pfoschdeschuss.de über das Wichtigste aus Karlsruhes Unterklassen. Wer das nicht liest, hat den Fußball nie geliebt.

 

Mutschelbach patzt im Aufstiegsrennen

Die Saison neigt sich dem Ende zu, die Spiele besitzen nicht mehr die Strahlkraft der Spiele der vergangenen Wochen und das Gros der Zusammenkünfte könnte auch gut und gerne beim Pils und Korn ausgewürfelt werden. Doch wo ein Beginn ist, da muss auch ein vernünftiges Ende her. Ein Spiel mit immenser Helligkeit war am vergangenen Samstag das Spiel der Spiele zwischen Langensteinbach und Mutschelbach. Der Gast will aufsteigen, der Gastgeber hatte das Vergnügen, das zu vermeiden. Schon im Hinspiel brillierten die Langensteinbacher und gewannen beim ATSV 4:1, was beim »waldensischen« Clan für Verdruss sorgte. Trainer Schmider war die längste Zeit Coach der Blauroten. Er fand seinen Spind außerhalb des Vereins-Geländes wieder. Die Lage verschärfte sich, nachdem sie sich verbesserte, kurz vor dem Rückrundenspiel, denn die Ronecker-Jungs verloren außerplanmäßig in Östringen - der Vorsprung war futsch, sodass die Brisanz vor dem Lokalkampf an der Wagenburg ins Unermessliche stieg. Es kam wie es kommen musste - die »Schmierbrenner« verloren den Fight und rutschten vom ersten auf den undankbaren dritten Platz zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Gewinnt der FC Espanol Karlsruhe und der FC Olympia Kirrlach ihre Spiele am kommenden Wochenende dann schauen die Ronecker-Jungs in die Röhre…und zwar in die ganz tiefe, lange…

Athletik-Trainer spielt von Anfang an

Das hatte sich Spielbergs Oberliga-Keeper Mathias Moritz nicht träumen lassen. Derby im Wildpark-Stadion gegen die KSC-Reserve. Coach Hogen plagt die Personalnot - und was wir sonst aus der B-Klasse kennen, greift auch in Baden-Württembergs höchster Liga. Stamm-Tormann Moritz sitzt auf der Bank. Nicht aber als Tormann sondern...als Feldspieler. Athletik-Coach Bruder rutscht ins Stammteam. Zweitgenannter schoss die 2:1-Führung und der Stammkeeper kam nach 82 Minuten im Feldtrikot zu seinem ersten Einsatz als Oberliga-Feldspieler. Die Göckler gewannen 3:2 - »Alles richtig gemacht!« 

Germania mit den ersten Punkten in der "jungen Saison"

Die Germanen aus Karlsruhe haben in der laufenden Saison einen höllischen Rekord auf die zweiundzwanzig Beine gestellt. In den letzten 24 Spielen holte die Reserve aus dem Schlossgarten keinen einzigen Punkt. Das nagte am Selbstvertrauen und keiner hätte es dem Börner-Clan übel genommen, wenn sie's durchgezogen hätten. Doch die Burschen aus dem Schlossgarten gaben sich nicht zufrieden mit dem größten Vakuum der »germanistischen« Reserve-Geschichte und so pilgerten die Punktlosen ins Naherholungsgebiet Schwarzwald um vor Ort um Beistand zu bitten. Die Schielberger Reserven, seinerzeit ebenso erfolgreich wie helfend, wussten Abhilfe…Nach einer Stunde stand’s 3:3 und der erste Punkte war in Sicht. Doch die Elf aus dem Hardtwald gab sich mit dem kleinen Finger nicht zufrieden und ein Asiat namens Shengwen Zhu schlug die Tür zum Dreier auf. Vier Minuten vor Schluss markierte er das 4:3 in Schielberg und die ersten Punkte der noch »jungen Saison« waren vereinnahmt. 

B2-Ailton markiert acht Dinger in zwei Spielen

Da schießt der verrückte Störner vom VfR Ittersbach sechs Treffer binnen weniger Tage (englische Woche). Eigentlich der Job von Budenbauer Guhr. Doch in jener Woche gehörte Marian S. der Job des Vollstreckers. Getoppt wurde er von Mörschs Kugelblitz Ashkan »Ashi« Khorshidpour. Nach dem 0:1 in Neuburgweier hegten die Mörscher einen gewaltigen Racheplan. Keine Niederlage mehr bis zum Saisonende, die Relegation gewinnen und kommende Saison A-Klasse spielen. Gesagt getan…unter der Woche in Mörsch und exakt hier trafen sich »Khorshi« und »Störni«. Der Ittersbacher markierte drei, der Mörscher vier Tore, was zu einem Endstand von 4:3 für den TV führte, da sich der Rest zurückhielt. Doch dieser Stürmer des TV hatte die Schnauze noch lange nicht voll. Drei Tage später signierte er ein weiteres Vierer-Paket. Beim 5:0 in Spessart gelangen dem »Ailton« der B2 vier Treffer in Durchgang eins und damit acht Treffer in zwei Spielen. Das alles wird getoppt von Kim »Das Phantom des Nachtlebens« Greul (Foto). Aktuell abrufbar im Team des FV Daxlanden II, dass in der C3 seine Spiele bestreitet, bis dass die Fusion waltet. Sagenhafte 21 Treffer markierte Greul in den letzten sieben Spielen seiner Mannschaft. Da fällt dir eigentlich nichts mehr ein…und dem Kim schon lange nichts mehr.

Bruchhausen geht hinten raus die Luft aus

Der FV Alemannia Bruchhausen stürzt und stürzt…Nach dem Kreisliga-Abstieg droht der Gang in die B-Klasse. »Viel Pech oder keine Power?« Es könnte wesentlich versöhnlicher aussehen, würden die »Frösche« nicht regelmäßig im Schlussakt zusammenbrechen. Das alles entscheidende Heimspiel gegen den FC Südstern Karlsruhe und Valentin Reitenbach bringt seine Jungs gegen den direkten Konkurrenten in Front. Bis zur 80. Minute…dann kam Schüßler zum ersten (80.) und Schüßler zum zweiten Mal (91.). Bruchhausen - null, Südstern - drei Punkte. Eine Woche später hielt man in Busenbach ein 2:2 bis zum Pausenwasser. Doch in der zweiten Hälfte konnten die Waldbronner nachlegen - die Alemannen nicht - Endstand 4:2 für den FCB mit einem Treffer in der 91. Minute. Am Spieltag drauf führen die blauweißen Jungs um Torjäger Valentin Reitenbach erneut 1:0 in Söllingen. Anders als sonst verlegte man die Führung in die zweite Halbzeit, damit weniger Zeit bleibt (48.). Reitenbach traf…Schir, Waible deutete noch zehn Minuten an, in Bruchhausen war man guter Dinge - man führte ja 1:0. Girrbach (80.), Katz (84.) und Meinzer (86.) binnen sechs Minuten machten aus dem 0:1 einen 3:1-Sieg. Die Alemannen müssen in die Relegation - ihnen fehlen gerade einmal fünf Punkte. »Wer zum Teufel beschloss, dass ein Spiel neunzig Minuten dauert?« 

Weichen stellen in Landesliga und A1-Klasse

Am kommenden Spieltag lohnt es sich die Partien der Landesliga und der A1 anzuschauen. Hier stehen wichtige Entscheidungen an. In der Landesliga muss Spitzenreiter FC Espanol Karlsruhe (62 Punkte) in Spöck antreten. Da die Mannschaft das schlechteste Torverhältnis hat, reicht ein Remis nicht. Der Zweite Kirrlach (60 Punkte) und der Dritte Mutschelbach (60.) werden ihre Spiele wohl gewinnen, will man noch auf den Aufstiegszug aufspringen. Gewinnen alle drei Mannschaften, dann bleiben die Jungs aus Karlsbad Dritter. Am Samstag um 17 Uhr tritt Kirrlach in Niefern an, die Mutschelbacher erwarten den FC Heidelsheim und die »Spanier« sind beim FC Spöck zu Gast. Hier lohnt es sich zuzuschauen. Für den FC Espanol-Macher Abel Fernandez das wichtigste Spiel der Vereinsgeschichte bevor das spanische Fest wieder die Karlsruher Massen begeistern wird. In der A1 sind die Alemannen aus Eggenstein längst durch. Aber wer wird Zweiter und zieht in die Relegation ein? Die besten Karten haben der FC Germania Neureut (2., 68 Punkte). »Haben sie?« Sie müssen am kommenden Sonntag um 17 Uhr gegen den FC Alemannia Eggenstein ran. Gewinnen sie gegen den Spitzenreiter, dann kann die DJK Mühlburg eine weitere Ehrenrunde in der A-Klasse drehen. Kann Eggenstein »mindestens« einen Punkt abtrotzen, dann kommen die Mühlburger ins Spiel. Mit 67 Punkten reicht ein Dreier. Den sollten sie ab 17 Uhr am heimischen Bahnhof gegen den FV 04 Wössingen locker holen.

Euch liebe Leser wünsche ich einen angemessenen letzten Spieltag des Amateurfußballs. Freunde des HSV möchte ich mit auf den Weg geben: Immer locker bleiben - euch kann eigentlich nichts passieren. Seit fair zum 23. Mann, wir hoffen dass auch er fair bleibt zu den anderen 22 Männern. Eine gute Grillwurst, tolles Wetter und eine tolle Arbeitswoche wartet. Bis dann!

Allahopp, euer Oli!

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