pfoschdeschuss (30): Aufstiegs-Drama, Torjäger-Jäger & Sommerpause

Karlsruhe (pfo/che) Nirgendwo schlägt das Herz für den echten Fußball höher als in den unteren Spielklassen. Der Torwart telefoniert während des Spiels mal kurz mit der Ehefrau, der Top-Stürmer verlässt nach einem Hattrick den Platz, weil er zur Nachtschicht muss und der Schiedsrichter pfeift Abseitssituationen auf Zuruf. Genau das macht den Amateurfußball so liebenswert. Wir berichten immer am Freitag gemeinsam mit Oliver Raupp von pfoschdeschuss.de über das Wichtigste aus Karlsruhes Unterklassen. Wer das nicht liest, hat den Fußball nie geliebt.

Umstrittener Elfmeterpfiff in Mörsch

Einen »Hopper«-Tag am hitzebringenden Sonntag ließ ich verstreichen. Erstens zollte ein Samstags-Fest seinen körperlichen Tribut. Zweitens war es zu heiß, um irgendwelche Kleidungsstücke am leblosen Körper zu platzieren. Also fand ich in der Couch, bei offener Balkontür und kühlem Wasser, einen wahren Freund für diesen Tag. Unterstützt wurde ich von Relegationsfußball im »Dritten«. Waldhof Mannheim - SV Meppen, Unterhaching - Elversberg und Viktoria Köln gegen Jena. Die sechs Meister im Kampf um drei Aufstiegsplätze in die dritte Liga. Zwei Stunden Fußball auf drei Programmen…was willst du mehr? Dafür machte ich mich am Dienstag auf dem Weg, das erste Relegationsspiel in Karlsruhe anzuschauen. Beim TV Mörsch spielten die B-Klassen-Zweiten, Karlsruher SV und SSV Ettlingen II gegeneinander. »Bernd« am Bratwurststand und Hoepfner-Bier am Spielfeldrand schienen optimale Begleitumstände für diesen Trip nach Mörsch zu sein. Beide Mannschaften schenkten sich nichts außerhalb des Weihnachtsfestes und wollten den Dreier. Der KSV etwas mehr als die Ettlinger, die doch sehr defensiv auftraten und selbst nach dem 0:1 wenig Ideen nach vorne inszenierten. Dennoch war der Sieg des Favoriten schmeichelhaft, denn Torchancen spielten sich beide Teams kaum heraus. So musste ein Elfmeter herhalten, der dem KSV ein Sieg einbrachte. Die einen pfeifen ihn - die anderen nicht. Ich gehöre zu den anderen… 

Aufstiegs-Drama in der Landesliga

Höllen-Finish in der Landesliga. Der Aufstieg der »Spanier« war relativ schnell klar - der FCE gewann souverän in Spöck 7:0. Hauptkonkurrent der Spöcker um den Relegationsplatz, der FSV Buckenberg, traf auf bereits im Sommerurlaub verweilende »Weirer«. Nach sechs Minuten führten die Buckenberger 3:0 (Endstand 5:1). Die Spiele um Platz zwei gestalteten sich hingegen feurig. Kirrlach und Mutschelbach…beide Mannschaften hatten 60 Punkte, doch die Tordifferenz sprach eindeutig für die Olympioniken. Der ATSV hatte es mit Heidelsheim zu tun und dort spielt Erich Strobel, Torschützenkönig und kommende Runde beim ATSV beheimatet. Er schien der Verbandsliga im nächsten Jahr abgeneigt zu sein, denn seine zwei Treffer bedeuteten eine 2:0-Führung des Gastes - zeitgleich das sichere Aus seines neuen Teams um den Aufstieg. Doch Schiri Reichert deutete gleich zweimal auf den ominösen Punkt im Strafraum der Gäste und die Mutschelbacher verwandelten zweimal zielsicher, sodass es nach neunzig Minuten Remis stand (2:2). Zum gleichen Zeitpunkt stand’s in Niefern gegen Kirrlach ebenfalls 1:1. Kirrlach wäre aufgestiegen…doch weder Schiri Reichert in Mutschelbach, noch Schiri Kresser in Niefern machten Anstalten abzupfeifen. Blank, auf dem Geläuf der »Waldenser«, konnte nach 95 Minuten das 3:2 für den ATSV erzielen und ein jeder dachte - das war’s. Wer konnte mit rechnen, dass auch in Niefern deutlich überzogen wurde und wer konnte mit rechnen dass fast zeitgleich das 1:2 fiel…Julian Vetter wurde fast erdrückt, denn im Gegensatz zum ATSV war man in Kenntnis gesetzt, dass dieser Siegtreffer der sichere Aufstieg bedeutet. Wahnsinns-Szenen und bitter für die Karlsbader, die binnen vierzehn Tagen den Aufstieg verspielten.

Torwart-Tore von Burcau und Schott

Andreas Burcau ist vom Hause aus Goalmann beim TV Mörsch. Doch am vergangenen Spieltag durfte der Mörscher als Torschütze glänzen. In der 87. Spielminute verwandelte er staubtrocken und registrierte damit seinen ersten Saisontreffer am letzten Spieltag (B2). Ähnlich erging es Stephan Schott, der in der Regel Bälle für den SC Schielberg fängt. Doch auch er durfte nach einer Stunde ran. Bei der Rüppurrer FG III verwandelte er zum 6:1 vom Punkt. Die Schielberger legten viermal nach und feierten mit einem 10:1 einen Kantersieg (C1).

Top-Torjäger am letzten Spieltag

Der letzte Spieltag hat so seine Tücken. Matthias Eckert markierte in der ersten Halbzeit seiner Mannschaft, Karlsruher SV II gegen die SpVgg Olympia Hertha Karlsruhe II (C2), einen lupenreinen Hattrick. Am Ende schoss der KSV-Kanonier die Hälfte der KSV-Garde - sechs von zwölf Treffer (12:1). Damit konnte er Tobias Steigleder, der beim unterlegenen Gegner spielte, in der Endabrechnung überholen und Torschützenkönig werden. Das übertrumpfte Michael Jakob vom VfB Grötzingen II (C3). Beim 13:1 bei den Sportfreunden IV aus Forchheim schoss der VfB-Bomber neun Treffer und stieß Edin Tahunic (DJK Mühlburg II) vom Thron des besten Vollstreckers. Was beide nicht schafften, das schaffte Aaron Hennhöfer vom TSV Oberweier (A2). 100 Prozent der Treffer markierte der Oberweirer am letzten Spieltag gegen den FC Südstern Karlsruhe. Hierbei schossen die Ettlinger aber keinen 1:0-Sieg heraus sondern ein 5:4-Dreier. So richtig legte Aaron H. los, als seiner »Kästeigel« bereits hoffnungslos auf der Verliererstraße zu sein schienen. Binnen 27 Minuten kreierte der Stürmer aus einem 1:4 ein 5:4. In der C4 hatte Silviu Manole vom TSV Spessart II seinen großen Auftritt. Mit 2:3 lagen die »Eber« beim Meister, FV Grünwinkel II, zurück. Doch dann machte Spessarts Rumäne die Flinte scharf und traf innerhaln vom siebzehn Minuten dreimal. Am Ende gingen die Spessarter als 5:4-Sieger vom Geläuf.   

Oh Gott, es ist Sommerpause!

Die Saison, liebe Leser, ist vorbei. Euch wünsche ich einen mit Sonne gesegneten Sommer - den dazugehörigen Urlaub und dass der Fusionswahn in der Fächerstadt im Rahmen gehalten wird. Eine Laudatio auf Derbys im Karlsruher Fußball und den Erhalt der noch verbliebenen »blitzerfreien« Ampeln. In diesem Sinne,

Allahopp, euer Oli!

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