pfoschdeschuss (32): Zwei Hände voll Hamster, faltenfrei gebügelt

Karlsruhe (pfo/che) Nirgendwo schlägt das Herz für den echten Fußball höher als in den unteren Spielklassen. Der Torwart telefoniert während des Spiels mal kurz mit der Ehefrau, der Top-Stürmer verlässt nach einem Hattrick den Platz, weil er zur Nachtschicht muss und der Schiedsrichter pfeift Abseitssituationen auf Zuruf. Genau das macht den Amateurfußball so liebenswert. Wir berichten immer am Freitag gemeinsam mit Oliver Raupp von pfoschdeschuss.de über das Wichtigste aus Karlsruhes Unterklassen. Wer das nicht liest, hat den Fußball nie geliebt.

Ettlingenweier fast faltenfrei gebügelt

Großes Kino in Birkenfeld beim Kick des Aufsteigers SC Wettersbach, denen man nach einer durchwachsenen Vorbereitung schon den Rückweg in die Kreisliga deutete. Birkenfelds Parole in die Verbandsliga zurückzukehren, weckt Erinnerungen an die Telekom-Warteschleife und man tut sich schwer damit, diesem Vorhaben Glauben zu schenken. »Großes Kino« sahen die Zuschauer trotzdem - allerdings führte der Gast vom Tannweg Regie und gewann sensationell 3:0 bei den Nullachtern. Mit dem gleichen Resultat kehrte Kirchfeld in die Heimat heim. Unweit des Wettersbachers Aufgalopp spielte die Stellmacher-Riege beim Neuling Ersingen (0:3). Erfolgreicher Auftakt der Karlsruher Fraktion? Nicht überall, denn im direkten »Briganden-Duell« wurde der ATSV Mutschelbach seiner Favoritenrolle gerecht und bügelte, fast faltenfrei, den FV Ettlingenweier, mit einem 4:1 glatt. Von wegen »Klemm«…der klemmte keineswegs und drückte dem FC Nöttingen II in der Nachspielzeit einen Penalty auf’s Auge. Da staunten die »lila Füchse« nicht schlecht, als Joscha Klemm Osman Köktas zum ominösen Punkt zitierte. Der ließ sich nicht zweimal bitten und versenkte zum 2:2-Endstand und bewahrte seinen SV Langensteinbach vor dem Kaltstart. 

Rote Laterne hängt in Durlach

Der ASV Durlach krallte sich in der Verbandsliga erst einmal die Rote Laterne. Nicht aber, um den Kader zu durchleuchten, denn anders als in der Liga, waren die »Letschebacher« immens aktiv, was das Personal betrifft. Im Schlussverkauf angelte man sich Cristescu (Friedrichstal) und Halili (Pforzheim), um Kremer (Friedrichstal) und Laschuk (Friedrichstal) nach nur wenigen Wochen Turmberg-Dasein abzugeben. Ob sich die finanziellen Kraftakte nun im sportlichen Bereich widerspiegeln? Nach der Heimniederlage gegen den VfR Mannheim heißt es 0 Punkte und Tabellenplatz 16…Der »spanische« Aufsteiger aus dem Jagdgrund hat sich das Abenteuer Verbandsliga anders vorgestellt. Fünf Gegentreffer aus den Spielen gegen Gommersdorf und Heddesheim ließen keinen Platz für Siege. Einen »Duppen« besitzen die »Stiere«, ehe es am kommenden Wochenende zum Duell mit dem ASV Durlach kommt. Apropos Fehlstart…Die SpVgg Durlach-Aue gab das Ziel oberes Tabellen-Drittel aus. Nach zwei Spielen warten die lila Launebären auf den ersten Punkt im neuen Quartal. Beim 1. FC Bruchsal gab’s erwartungsgemäß nichts zu holen. 

Zwei Hände voll Hamster

Was allerdings in Eggenstein passierte, entzieht sich jeglicher Analyse über das Wenn und Aber beim Fußball. Die Burbacher mischten als Liga-Neuling Vizemeister Forchheim mit einem 4:0 im Premiere-Kick vor acht Tagen auf. Nun reiste die Nölting-Equipe nach Eggenstein zum Mitaufsteiger Alemannia. Das Duell der letztjährigen A-Klassen-Meister hatte wenig von einem Schlagabtausch und viel mehr von einem ungleichen Kampf zwischen alemannischen Elefanten und zwei Hände voll Hamstern auf der Suche nach dem Ausgang. Die Gimmel-Jungs gewannen 7:0 und setzten ein dickes Plus hinter ihren Bestrebungen.

Schweizer gewinnen gegen Franzosen

Von den Fehlstartern im Verbandsliga-Spektrum zu den Überraschungen im Karlsruher Bereich. Der VSV Büchig (A1) gastierte beim Lokalmatadoren FC Germania Friedrichstal II. Eigentlich sah man die Verbandsliga-Reserve als Favoriten, doch Spiele werden auf dem Platz entschieden und in den seltensten Fällen durch Stellungnahmen und Prognosen. Dass die »Schweizer« (VSV) bei den »Franzosen« (FCG II) 4:0 gewinnen, hat selbst FC-Dompteur De Jong nicht geglaubt. »Kräfte bündeln« hieß es vor der Saison in Rüppurr. Das entspricht nur zum Teil der Wahrheit, denn von einem »Bund« konnte beim Zusammentreffens Alemannia und der FG keine Rede sein. Erstgenanntes Team besaß mit Beginn der Saison 2017/18 kein Personal mehr, stellte aber die A-Klasse in Aussicht. Die FG wiederum hatte ein intaktes B-Klassen-Team, dass nun in der A-Klasse fungiert. Nach dem 5:1 am vergangenen Sonntag ist man guter Dinge, dass die kommende Runde den Klassenerhalt bringt. 

Tallah legt die Brände beim FT

In der B1 konnten die Kleinsteinbacher ihre Auftaktschmach von Reichenbach ins Wasser stellen. Einem 0:5 folgte ein 7:2 gegen den Neuling SV Schwarz-Weiß Mühlburg. Drei Punkte und 7:7 Treffer nach zwei Spielen…nun kann die Runde des letztjährigen Dritten beginnen. Ousainou Tallah heißt der neue FT-Brandleger. Der Forchheimer ist maßgeblich daran beteiligt, dass man mit einem 4:1 gegen die Reserve des SV Spielberg in die Beletage gelang. Dreimal traf der »Grießer« beim Match am Sonntag… 

Drei Elfmeter und ein Eigentor

Dennis Deck war der Referee beim »Weirer« Heimspiel der Reserven am Rheinufer (Neuburgweier). Die SpG Rüppurr III war zu Gast. Schon nach 14 Minuten deutete er zweimal auf den Punkt in den jeweiligen Strafräumen, was zu einem zwischenzeitlichen 1:1 führte. Den Rest des Spiels hätten die Gäste aus Rüppurr doch eher mit einer Rheinfahrt an Stelle eines Reinfalls ersetzt. Ein dritter Elfmeter, ein Eigentor und viele Unzulänglichkeiten führten zu einem Freudenfest am Pappelweg. Am Ende stand ein 6:1-Heimsieg an der Anzeigetafel. 

Reiser wird für Busenbach zum Reißer

Kommen wir zum vielleicht »intravenösesten« Kick an jenem sonnigen Sonntag. A2-Klassen-Duell zwischen der SpVgg Durlach-Aue II und Schlusslicht TSV Oberweier. Die Gäste erlebten am ersten Spieltag die Demütigung schlechthin und verloren ihren Debüt-Kick am Haberacker 1:7. Eine weitere Niederlage und Oberweier muss Miete für die Rote Laterne entrichten…»Wo ein Wille ist, da ist ein Weg!« glaubten die Gäste aus Ettlingen, doch die Auemer hatten wohl die gleichen Hieroglyphen auf der Taktikmatte und legten los wie »Kloppo« nach der Haartransplantation. Nach 52 Minuten führten Rizzos »Jung-Rahmdiebe« 3:0 und man ahnte Böses. Die Elf aus Oberweier zeigte eine Wahnsinns-Moral und kam bis zur 88. Minute zum Ausgleich (3:3). Inzwischen wurden beide Teams auf zehn Mann reduziert, sodass Platz entstand, den die Hausherren besser zu nutzen wussten. Gleich zwei Treffer in der Schlussminute bescherten der Spvgg II den 5:3-Heimsieg. Manchmal hat ein Spiel keine Verlierer verdient…Die Heimfahrt des Verlierers führt am Sportgelände des FV Ettlingenweier vorbei. Hier mutierte Daniel Reiser zum »Reißer«. Der Busenbacher machte binnen 31 Minuten einen »Drilling«. Geburtsstunde der Punkte 4 bis 6 auf Busenbacher Seite, die ihrer Favoritenrolle gerecht wurden und beim FV Ettlingenweier 3:0 gewannen (A2).

Landesliga-Derby in Ettlingenweier

Wer am kommenden Sonntag dem Leerlauf im Bundesliga-Plan trotzen möchte, der kommt auf seine Kosten. Während man am vergangenen Samstag vergeblich einen Kick im Karlsruher Kreis suchte, wird am kommenden Sonnabend gekickt, bis der »Pfaffe« zur Messe lädt. Doch schon am Freitag kann man ab 19 Uhr das Landesliga-Derby Ettlingenweier gegen Reichenbach anschauen. Beide Teams fighten um den ersten Dreier im aktuellen Wettbewerb. Eine Stunde später spielt dann die Zweite der Reichenbacher Rauchschwalben. In Palmbach heißt's ab 20 Uhr B-Klassen-Bruderkampf in der Waldbronner Straße. Der Samstag bringt dann um 15:30 Uhr Schwetzingen nach Friedrichstal. Die Germanen würden sich mit einem Dreier in der Spitze einnisten. Geiles Derby der Enttäuschten ab 16 Uhr im Jagdgrund. Sirus Motekallemi erwartet mit seinem FC Espanol Karlsruhe seine alte Kompanen vom ASV Durlach und verspürt weder die Möglichkeit, noch die Lust, zu bescheren. Um 18 Uhr darf sich dann die Hardt erfreuen. Der FV Rußheim erwartet den FV Graben zum Grenz-Knüller im Saalbach-Stadion. 

An den Saumseen steppt der osmanische Bär

Der Sonntag hat für den Zuschauer ein Spitzenspieler der Kreisliga parat. Spitzenreiter Mutschelbach II empfängt den Zweiten, VfB Knielingen (15 Uhr). Null Punkte haben der ASV Hagsfeld sowie die SG Stupferich. In diesem Kreisliga-Kracher geht's darum, dem Feld nicht hinterherzulaufen. Auf den Verlierer wartet ein breiter Raum ohne Inhalt, um großzügig die nächsten Schachzüge einzustudieren. Wer sich einen Kampf um kommende A-Klassen-Plätze zu Gemüte führen möchte: Die GSK und der FV Leopoldshafen bekämpfen sich in Rappenwörth. Wer sich hier an den Saumseen in seiner Sonntagsidylle gestört fühlt, der kann sich den Weg zum Tierheim ersparen. Die Laute kommen vom Sportgelände der GSK, wenn hier der osmanische Bär steppt. 

Ihnen, liebe Leser, wünsche ich ein tierisches Wochenende und einen gelungenen Besuch auf einer der Spielstätten. Wer doch einen Schlossbesuch vorzieht oder den Gang durch den Hardtwald favorisiert, der sollte sich bei herbstlichen Temperaturen warm anziehen. Den anderen stehen Glühwein, Klamauk und schöne Kisten zur Verfügung.

Allahopp, euer Oli!

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