pfoschdeschuss (37): Bermuda-Brezel, Felgenreiniger & Job-Garantie

Karlsruhe (pfo/ame) Nirgendwo schlägt das Herz für den echten Fußball höher als in den unteren Spielklassen. Der Torwart telefoniert während des Spiels mal kurz mit der Ehefrau, der Top-Stürmer verlässt nach einem Hattrick den Platz, weil er zur Nachtschicht muss und der Schiedsrichter pfeift Abseitssituationen auf Zuruf. Genau das macht den Amateurfußball so liebenswert. Wir berichten immer am Freitag gemeinsam mit Oliver Raupp von pfoschdeschuss.de über das Wichtigste aus Karlsruhes Unterklassen. Wer das nicht liest, hat den Fußball nie geliebt.

Bermuda-Brezel analysiert scharf

Trotzgleich sich mein Zeitrahmen am vergangenen Samstag eng erschien, musste es dann am Ende doch ein Kick sein. Ich entschied mich für das Naheliegendste und fuhr an den Tannweg zum SC Wettersbach, bevor es dann weiter ging zum unsportlichen Teil des Abends. »Es« stand auf dem Kino-Programm. Am Tannweg meines Obulus erleichtert wurde mir sogleich mitgeteilt, dass die Gäste aus Ettlingenweier bereits nach zwei Minuten einschossen. Und wenn »Weier« irgendwo am Werk ist, dann ist »Brezel« unweit entfernt. Da stand er, mit Bermuda-Shorts und Regenschirm bewaffnet und analysierte haarscharf. Das Ausgleichstor ließ nicht lange auf sich warten und ich sah ein wirklich gutes Spiel, dass am Ende 2:2 ausging. 

Felgenreiniger in Mühlburg

Der Sonntag trieb mich zu meinem Ex-Verein SV Schwarz-Weiß Mühlburg, die gegen einen Teil meiner Ex-Jungs vom DJK Durlach im Dienste des ASV Wolfartsweier antraten. Zuvor musste ich aber noch meinen Freund Murat Dede auf dem GSK besuchen. Die Zweite spielte im Spitzenspiel gegen den FV Hochstetten II. Bevor ich mich über den Sachverhalt des Spieles informieren konnte, wurde ich mit einem kostenlosen Pilschen vom Chef selbst konfrontiert. Ein zerfahrenes Spiel, dass in der Schlussphase nochmals ordentlich Kreuzfeuer aufnahm. Die »Osmanen« gewannen 3:2 und dürfen sich fortan Spitzenreiter der C2 nennen. Auch in Mühlburg kam ich nicht um einen Drink vor der Besichtigung raus. Ex-Schwarz-Weiß-Wirt Zorka passte mich ab und führte mich an bekannte Theke, wo so einige Schlachten stattfanden. Ein »Felgenreiniger«, wie ich den Sliwowitz damals bezeichnete, musste es dann schon sein. Ein- zweimal geschüttelt und dann durch die Terrassentür zum Areal, wo um Punkte gefightet wurde. Erst im Laufe der zweiten Halbzeit, als sich die Einheimischen mit Undiszipliniertheiten schwächten, gelangen dem ASV vier Treffer. Nach dem Spiel war Trainer Weber beim Hausherrn Geschichte. 

Bruchsaler Serie endet krachend mit 0:4

Glück im Unglück für den ATSV Mutschelbach beim Spiel in Kirchfeld und am Ende saßen 22 enttäuschte Akteure in den Katakomben des Fortunen-Parks. Die bisweilen »unbesiegbaren« Waldenser aus Karlsbad erlebten den ersten Nackenschlag und den damit verbundenen Verlust des Spitzenplatzes der Landesliga. Bis zur 66. Spielminute neutralisierten sich die beiden Mannschaften - dato schon eine Überraschung, denn der »Underdog« hielt die Null. Guiliano Krahl (66.) und Marc Keller (73.) schafften dann das Unmögliche und die erste Schlappe der Ronecker-Rotte schien besiegelt zu sein. Doch die Mutschelbacher hatten Reserven und kamen zurück. Kunzmann (83.) und Strobel (85.) nutzten Unkonzentriertheiten im defensiven Bereich der Grünweißen und kamen noch »glücklich« unglücklich zum 2:2. Wenn wir schon beim Favoritensterben sind, dann muss auch die Anekdote 1. FC Bruchsal angesprochen werden. Die marschierten bisweilen durch den Liga-Betrieb wie das Heckenmoped durch den Buchsbaum. Zweiundzwanzig Heimspiele galt das Quaki-Team als unbesiegbar und die Tabellenführung erfüllte die Anforderungen, die an die mit Topleuten gespickten Mannschaft des 1. FC gestellt wurde. Doch dann kam die Fahrt nach Heddesheim und mit ihr das Desaster schlechthin. Mit einem 0:4 verloren die »Barockis«, die fortan kein Spitzenreiter mehr sind. 

Job-Garantie beim PSK II

Oussemane Job heißt der Mann, der beim PSK II für Geselligkeit nach dem Spiel sorgte. Sein Name ist Programm und sein Job sind, Tore zu schießen. Sieben an der Zahl fabrizierte er gegen die Reserve der Schielberger beim 12:1. Das Feiern war aber längst nicht eingestellt, denn auch die Erste konnte sich im A2-Derby-Trefffen beim benachbarten FC Südstern Karlsruhe mit einem 3:1 »fortbilden«. Südstern Karlsruhe konnte jedoch auch ein Erfolgserlebnis feiern, denn die Zweite konnte drei Punkte bei sich behalten. Im B-Klassen-Modus besiegten die »Hoffmänner« den TV Spöck II mit 1:0. Wer allerdings die Morgentoilette überzog, der sah die gesamte Anzahl an Toren nicht. Timo Carave hatte es sehr eilig und traf bereits nach sechzig Sekunden zum goldenen Treffer. 

Schießstand bei der C4

Die C4 outete sich als Schießstand. Sieben Spiele brachten 53 Treffer. Der artgerechte Fußballfan findet aber auch hier Anlass zur Sorge und gibt schlechten Defensiven die Schuld. Wir freuen uns, dass die Stürmer so üppig trafen und dass uns der Fußball so erfreut. Dazu gehören eben auch Referees, die für Recht und Ordnung sorgen. Schiedsrichter Billing leitete das Derby, TSV Schöllbronn II gegen den SSV 1847 Ettlingen II und hatte allerhand zu tun. Acht gelbe, zwei gelbrote und eine rote Karte machten die Runde (B3). Nicht ganz so dolle trieben es die Mutschelbacher und Ettlinger im Kreisliga-Rahmen. Schiri Jo Gartner musste zehnmal in die Tasche greifen um die Akteure zu zügeln. Der ATSV Mutschelbach II hatte am Ende mit einem 2:1 die Nase vorne.  

Pfaffenrot verpolt sich kräftig

Novum beim Spiel des TSV Pfaffenrot II gegen die SG Stupferich II (B3). Die Hausherren stiegen im letzten Jahr auf und tun sich bisweilen schwer auf neuem Gebiet. Nun haben’s die Steinbrenner endlich geschafft und schossen gegen den Gast aus Stupferich drei Treffer vor heimischen Publikum…leider allesamt Eigentreffer, binnen 24 Minuten. In der Elektrobranche spricht man von einer Verpolung - wir nennen es einfach »einen rabenschwarzen Tag erlebt«…die heimischen »Hasen« mussten sich am Ende mit einem 0:7 geschlagen geben. 

Absagenhagel in Grünwinkel und Wettersbach

Weniger schön sind die Geschichten von Mannschaften, die ihrem Hobby nicht nachgehen können, weil gegnerische Mannschaften die Truppenstärke nicht erreichten. Bereits zum zweiten Mal muss der B-Ligist FV Grünwinkel II sein Spiel absagen. Die Landesliga-Reserve SC Wettersbach II musste ihr für Samstag bestimmtes Spiel ebenfalls »canceln«. Bruchhausen kommt zu einem Dreier, ohne die Kickschuhe geschnürt zu haben. In der gleichen Staffel (B2) erlebten die Palmbacher Zustand verschiedene Etappen des Gemütszustandes. Nach der ersten Saisonniederlage wollten sich die Grünschwarzen im Heimspiel gegen den FC Español Karlsruhe II rehabilitieren. Doch der Schuss ging nach hinten los - beziehungsweise ins falsche Tor, zumindest aus Palmbacher Sicht, denn nach 38 Minuten führten die »Spanier« mit 2:0. Ein Zustand, der nach einer Stunde Bestand hatte. Doch der »Iberer« machte die Rechnung ohne Edon Vatovci. Der schnürte binnen fünf Minuten ein Dreierpack und setzte die Zeichen auf Heimsieg. Am Ende wollte keiner etwas von einem knappen Sieg wissen, denn die »Schackebreiner« gewannen »deutlich« 5:2.   

Karlsbad-Brüller steigt im Flutlicht

Wen am Freitag der Drang zum Ball keine Ruhe lässt, der kann nach Ittersbach fahren um dort ein lang ersehntes Derby betrachten. Der SV Spielberg schickt seine Zweite ins »Nachbar-Dorf«. Um 19 Uhr steigt hier der Karlsbad-Brüller, VfR Ittersbach gegen den SV Spielberg II. Am Samstagmittag werden der FV Ettlingenweier II und der FC Viktoria Berghausen II das Wochenende eröffnen. Um 14 Uhr werden sich die beiden Reserven auf A-Klassen-Niveau beharken. Ein richtig geiler Fight steht dann um 15 Uhr an. Der PS Karlsruhe empfängt um 15 Uhr den Spitzenreiter, FC Busenbach. Wem dass zu hektisch wird - in der »Insel« läuft zeitgleich »Der kleine Prinz«. Um 15:30 Uhr kehren etliche ehemalige Durlacher an ihre alte Wirkungsstätte Turmberg-Stadion zurück. Der ASV Durlach empfängt um 15:30 Uhr den 1. FC Bruchsal (Verbandsliga). Der FV Ettlingenweier darf um 16 Uhr ran. Die Reserve des FC Nöttingen wird im Ettlinger Hinterland auftauchen (Landesliga). Kommen wir zum gebeutelten FC Espanol Karlsruhe, die in den letzten Tagen nicht viel zu Lachen hatten. Neben den katalanischen Bestrebungen, eigenständig zu werden, musste sich der FC mit 0:12 Treffern aus den letzten beiden Spielen rumplagen. Am Samstag um 17 Uhr marschieren auch noch die »Franzosen« ein. Der neue Spitzenreiter, FC Germania Friedrichstal, kommt an den Jagdgrund. Am Folgetag geht`s um 13 Uhr mit dem Schlager SV Nordwest Karlsruhe II gegen Spitzenreiter VfB Grötzingen II los (C4). Von dort aus können verschiedene Richtungen eingeschlagen werden…in Reichenbach erwartet der TSV ab 15 Uhr die Kirchfelder Fortunen (Landesliga), beim VfB 05 Knielingen wird der FC 08 Neureut vorstellig. Beide Mannschaften stehen unweit der Tabellenspitze, sodass die Glaskugel einen wirklich interessanten Fight verspricht. Am anderen Ende der Kreisliga-Tabelle sind der ASV Hagsfeld und der FC Spöck beheimatet. Beide Teams werden ab 15 Uhr an der Tagweide tagen. In Bruchhausen kämpfen der FV Alemannia und der TSV Palmbach ab 15 Uhr um Spitzenpunkte im B-Klassen-Bereich. 

 Vom Prinz auf dem Grün

Wer bis dahin noch Platz findet für ein weiteres Spiel, der besitzt die Möglichkeit, Söllingen anzusteuern. Der KIT FC pilgert ab 17 Uhr am Pfinzufer umher. Die SpVgg erwartet den Campus. Zeitgleich ein Schmankerl im Zentrum. B-Klassen-Spitzenspiel zwischen Kroaten und Russen. Der SV NK Croatia Karlsruhe erwartet den FC Fackel Karlsruhe am Rüppurrer Schloss. Ein Spiel, dass sehr viel Brisanz verspricht. Ihnen liebe Leser wünsche ich wie immer ein schönes Wochenende, emotionale Spiele und die richtige Wahl beim Suchen des optimal zugeschnittenen Kicks, der ihre Bedürfnisse erfüllt. Nur einen Teil des Veranstaltungsprogramms konnten wir vorstellen. Wer sucht, der findet, und darum hoffe ich, dass sie ihren Prinzen auf dem Grün finden und nicht im Theater.

Allahopp, euer Oli!

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