pfoschdeschuss (38): Torflut, 22-Mann-Rätsel & „manngedeckt“

Karlsruhe (pfo/ame) Nirgendwo schlägt das Herz für den echten Fußball höher als in den unteren Spielklassen. Der Torwart telefoniert während des Spiels mal kurz mit der Ehefrau, der Top-Stürmer verlässt nach einem Hattrick den Platz, weil er zur Nachtschicht muss und der Schiedsrichter pfeift Abseitssituationen auf Zuruf. Genau das macht den Amateurfußball so liebenswert. Wir berichten immer am Freitag gemeinsam mit Oliver Raupp von pfoschdeschuss.de über das Wichtigste aus Karlsruhes Unterklassen. Wer das nicht liest, hat den Fußball nie geliebt.

3x gelb, 1x gelbrot

Der Samstag trieb mich und meine Gesellen ins Turmberg-Stadion. Die Rückkehr alter ASV-Gesellen im Trikot des 1.FC Bruchsal hatte sich angekündigt. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen und ich steuerte meinen Boliden in die Markgrafenstadt. Ich sah ein gutes Verbandsliga-Spiel, in dem die Bruchsaler optisch besser wirkten; nicht aber über den Schlüssel zum Torerfolg verfügten beziehungsweise ideenlos agierten. So kamen die Quaki-Jungs nur über den Punkt zum Punkt. Ein Elfmeter nach 72 Minuten führte zum Remis. Wer dachte, dass Motzen und Diskutieren, die zu Sanktionen führen, ein Thema der Klassen sei, der sah sich getäuscht. Bruchsal holte sich in den letzten zehn Minuten drei gelbe und eine gelbrote Karte ab … in einer Phase, in der der Gast gerade das Überzahlspiel erlangte. Nicht sonderlich clever für eine Mannschaft, die sich die Oberliga auf die Fahne geschrieben haben. 

Mit einem 3:1 zurück in die Heimat

Den Sonntag begann ich beim FC West II in der Hertzstraße, die im Rahmen der C1 den SC Schielberg zu Gast hatten. Zum einen, um Fotos zu machen; zum anderen, um alte Freunde wie Daniel „Pfiftel“ Pfeiffer, Patrick „Patte“ Leibold, Siegfried „Siggi“ Stühn und Dominik „Topf“ Hanke anzusehen. In jener, meiner Besichtigungs-Phase befand ich die West-Reserve als das bessere Team. Doch die Schielberger dominierten wohl die ersten 45 Minuten und führten bereits 2:0. Am Ende reisten die Bergbewohner mit einem 3:1 in die Heimat.

„Proteinho“ mit Führungstreffer

In der Absicht, nach Weiler zu fahren, um mal einen anderen Kreis anzuschauen (TSV Weiler - GU/Türk.SV Pforzheim); verließ ich die Nordweststadt. Doch die Trägheit steuerte meine Vehikel in die Pulverhausstraße, wo der FV Grünwinkel den TSV Pfaffenrot erwartete. In Reihen des FV mein ehemaliges Sturm-Team, Andreas „Andi“ Hahn und Oliver „Proteinho“ Martjan, der übrigens gleich zweimal den heimischen FVG in Führung brachte.

Defensive verschenkt Tore

Zu jenem Zeitpunkt hätte ich Hof und Haus verwettet, dass „nur“ Grünwinkel dieses Spiel gewinnen kann - Pfaffenrot fand gar nicht statt. Geschenke der heimischen Defensive war es zu verdanken, dass der Gast zwei Treffer bis zur Halbzeit erzielte und mit einem 2:2 in die Kabinen verschwand. Eine mir unerklärliche Disziplinlosigkeit eines einheimischen Akteurs und vogelwilde Defensivaktionen ließen das Spiel kippen und am Ende den TSV aus Pfaffenrot zum „deutlichen“ Sieger aufsteigen.

Schneider mit hervorragender Schiri-Partie

Unglaublich - aber das ist Fußball, und der outet in den seltensten Fällen die Mannschaft mit den besseren Fußballern als Sieger. Disziplin in allen Belangen ist ein großer Bestandteil über Sieg und Niederlage entscheidend. Über Grünwinkel ging’s dann ans Rüppurrer Schloss, wo das Spitzenspiel der B-Klasse stattfand. Der SV NK Croatia Karlsruhe erwartete den FC Fackel Karlsruhe. Schiedsrichter, Erich Schneider, pfiff hervorragend und traf keine spielentscheidende Fehlentscheidungen. Die „Kroaten“ waren das agilere Team mit wesentlich mehr Spielwitz und gewannen verdient - vielleicht mit einem Treffer zu hoch (4:1).  

Erste Niederlage nach neun Spielen

Überraschendes auf dem Weg in die Heimat … Verbandsliga-Spitzenreiter, FC Germania Friedrichstal, verlor sensationell beim Aufsteiger, FC Español Karlsruhe (3:1), nachdem der Trupp aus Stutensee zuvor neun Spiele in Serie ungeschlagen blieben. Glück im Unglück … die Augenstein-Equipe blieb Tabellenführer und muss kommende Woche zur SpVgg Durlach-Aue.

Zehn Treffer in 90 Minuten

Wer es clever anstellte, der konnte binnen 90 Minuten zehn Treffer sehen. Die C2 brachte ab 13 Uhr eine Torflut. Vorausgesetzt sie waren zuerst beim Kick, FV Hochstetten II gegen die SG DJK/FV Daxlanden III (3:1). Alle vier Treffer fielen zwischen der 9.und 37. Minute. Dann schnell die Strecke nach Blankenloch bewältigt, denn hier gastierte zeitgleich GSK Karlsruhe II, Spitzenreiter der C2 (3:4). Die gesamten sieben Buden zimmerten die 22 Akteure zwischen der 35.und 83. Minute. Einfacher machten es sich die Pilger, die sich die Waldstraße zu Büchig heraussuchten.

Abbasi mit zwei Eigentoren

Gleiche Liga - anderes Spiel - die VSV-Reserve erwartete den SV Staffort II und besiegte den Besuch mit einem üppigen 14:1. Pietro Aruanno durfte sieben Mal anschreiben - Kunz einmal für den Gast … das erste Saisontor des FV Staffort II. Freude kam beim 1:13-Ehrentor keine auf. Aber jene C2 hatte ein weiteres Highlight zu bieten. Bei der DJK Karlsruhe-Ost II wächst ein neuer Vollstrecker heran. Muhammad Furqan Abbasi traf binnen acht Tagen zweimal ins Tor - allerdings ins eigene. In der vergangenen Woche brachte er den FC 1921 II gegen Ost II in der 44. Minute mit 3:2 in Front - in der aktuellen Woche traf er nach 15 Minuten zum 1:0 der Jöhlinger. Ob der Ost-Akteur in den kommenden Wochen „manngedeckt“ wird? 

Kurz & intensiv

Aufholjagden haben ihren besonderen Flair und fanden auch am Sonntag wieder statt. Der ASV Hagsfeld II, einer der Aufstiegsanwärter, führte nach einer halben Stunde mit 2:0 gegen den Gast aus Sulzbach. „Nichts anderes hat man erwartet!“ Doch nach 73 Minuten stand’s 2:3 und man musste die Sulzbacher Moral in vollen Zügen loben. Achso, ja …Hagsfeld II zog nochmals am Gashebel und schoss zwischen der 84.und 88. Minute nochmals drei Treffer (5:3). Manchmal ist kurz und intensiv ein patentes Mittel.

ATSV gleicht zum 4:4 aus

Kurz und intensiv – das dachten auch die Kleinsteinbacher … Halbzeitpause beim Spiel des SV Langensteinbach II gegen den Gast aus Pfinztal. Trainer Augenstein schien seinen Augen nicht zu trauen, denn nach 45 Minuten führte die Heimmannschaft 3:0. Voller Tatendrang marschierten seine Jungs zur zweiten Halbzeit auf um zwei Minuten später das 0:4 zu kassieren. Ein Debakel bahnte sich an und hätte der Sonotronic-Sportpark irgendwelche Baulöcher parat gehabt - die Offiziellen der Kleinsteinbacher hätten sie wohl aufgesucht. Doch was dann geschah, gleicht einem Rätsel zu dem 22 Mann gehören. Innerhalb von 28 Minuten erzielt der ATSV vier Treffer und kommt zu einem 4:4 (B2).

Schlimm macht’s schlimmer

Die Fortunen II aus Kirchfeld entschieden sich spät (80.) für die Entscheidung beim Gastspiel der Grabener (Sadiq Omar). Als die Grabener nach 87 Minuten zum Anschlusstreffer kamen (Raber), wähnten sich die Einheimischen wohl schon beim Sieger-Kistchen nach dem Spiel. Das nutzten die Gäste und erzielten in der letzten Minute das 2:2 (Notheis). Glücklicher Punkt des FV Graben bei Fortuna II (A1). In Linkenheim wird in der aktuellen Woche das Thema „45“ angegangen. So lange geht eine Halbzeit. Ginge sie nur 44 Minuten, dann hätte der FVL II am vergangenen Sonntag einen Dreier geholt. Sebastian Friedl erzielte nach 12 Minuten das 1:0 bei der SG DJK/FV Daxlanden II. Mit den Gedanken im Kabinentrakt mussten die Linkenheimer nach 44 Minuten das 1:1 durch Kim Greul hinnehmen. „Ärgerlich!“ Die zweite Halbzeit plätscherte vor sich hin bevor es Schlimm schlimmer gestaltete - zumindest aus Sicht der Rotschwarzen - denn er traf in der 90.Spielminute zum 2:1 für die SG „Schlaucher“. Zwei Minuten später war es erneut Greul, der zum „deutlichen“ 3:1 anschrieb (B1).  

Was bringt uns das kommende Wochenende?

Bereits am Freitag um 19 Uhr erwartet der SC Wettersbach II den SV Langensteinbach II (B2). Der Gast ist der Favorit, wenn sie unter der Woche über die Dauer eines Spiels aufgeklärt wurden. Sie erinnern sich? An gleichem Ort und Stelle erwartet die Erste des SC Wettersbach am Samstag um 15 Uhr die Reserve des FC Nöttingen zum Landesliga-Gefecht. Eine halbe Stunde später kommen die „Spatzen“ aus Grünwinkel zum A-Klassen-Gefecht nach Grötzingen. Unweit entfernt wird der FC Viktoria Berghausen den ASV Hagsfeld begrüßen. Um 16 Uhr steigt der Krisengipfel der Kreisliga. Um 16.30 Uhr begrüßt in der gleichen Liga, Burbach’s Trainer, Jupp Nölting, seine alten Kameraden vom TV Spöck am Windeck. Die A-Klassen bieten ebenfalls zwei Gefechte an. Um 16 Uhr gastieren die Berghausener Reserve, aktuell die Überraschung der Liga, in der Kapellenstraße. Pfinztal-Derby, SpVgg Söllingen gegen den FC Viktoria Berghausen (16 Uhr). Gleiche Liga, anderer Ort. Spitzenspiel in Schöllbronn, wenn der TSV Schöllbronn die Jungs vom KIT erwarten (17 Uhr).

Rückkehr des Michael K.

Am Sonntag geht’s dann ab 12.30 Uhr mit dem Albtal-Klassiker, FC Busenbach II gegen den SSV 1847 Ettlingen II los (B3). Ein Spitzenspiel findet ab 13 Uhr im Lohwiesenweg statt. Der FC Fackel Karlsruhe II, Erster, erwarten den FV Alemannia Bruchhausen II (2.). Verbandsliga-Spektakel ab 15 Uhr im Oberwaldstadion zu Aue. Die SpVgg Durlach-Aue, noch längst nicht auf Betriebstemperatur, hat den Spitzenreiter, Germania Friedrichstal, zu Gast. Die Rückkehr des Michael K. in der Sandgrube. Michael Künast, ehemaliger Profi des KSC, hatte seine beste Trainerzeit beim damaligen Verbandsligisten, FC 08 Neureut. Am Sonntag um 15 Uhr kehrt er mit seinem FC Spöck (0 Punkte) zum  FC Neureut zurück (Kreisliga). Unweit entfernt erwartet der Lokalmatador, FC Germania Neureut die DJK aus Mühlburg zum absoluten Spitzenspiel der A1 (15 Uhr).

Wieder ist für Spannung am Wochenende gesorgt - Petrus schickt Spätsommerwetter und der Spielplan sorgt für Abwechslung. Ihnen liebe Leser wünsche ich einen schönen Oktobertag, der reichlich Tore, wenig Tumulte, ein atomfreies Nordkorea und ein friedliches Katalonien bringt. Bei Gerstensaft und Heiße einen bekömmlichen Sonntag, allahopp, euer Oli

 

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