pfoschdeschuss (41): Miraculix, Rotlicht-Peitsche & geile Kicks

Karlsruhe (pfo/ame) Nirgendwo schlägt das Herz für den echten Fußball höher als in den unteren Spielklassen. Der Torwart telefoniert während des Spiels mal kurz mit der Ehefrau, der Top-Stürmer verlässt nach einem Hattrick den Platz, weil er zur Nachtschicht muss und der Schiedsrichter pfeift Abseitssituationen auf Zuruf. Genau das macht den Amateurfußball so liebenswert. Wir berichten immer am Freitag gemeinsam mit Oliver Raupp von pfoschdeschuss.de über das Wichtigste aus Karlsruhes Unterklassen. Wer das nicht liest, hat den Fußball nie geliebt.

 

Miraculix wieder Single

»Das war’s dann wohl!« - Peter Hogen, Heilsbringer des Oberligisten SV Spielberg im letzten Jahr, hat die Magie verloren. Der Bund mit Miraculix ging in die Brüche sodass sich der SV Spielberg in der Pflicht sah, einen neuen Druiden zu finden. Grund war eine desaströse Leistung im Heimspiel gegen die Sport-Union aus Neckarsulm (1:2). Momentan befindet sich die »Göckler-Vereinigung« auf dem 13. Tabellenplatz, der am Saisonende zur Relegation führen würde. Zwei Punkte und zwei Plätze schlechter stehen die Amateure des Karlsruher SC, die sich mit einem 1:1 in Villingen ebenfalls vehement gegen eine Versetzung sträuben. »Karlsruhe ohne Oberliga-Fußball?« Nur für ein Jahr, dann könnte die Erste des KSC die Fahne halten. »Von wegen!« Überraschung am Sonntag im Wildpark-Stadion. Die »Profi-Mannschaft« konnte vor über 12.000 Zuschauern die Spitzenmannschaft des 1. FC Magdeburg mit 1:0 bezwingen. Wanitzek erzielte kurz vor dem Pausentee den Siegtreffer. Neunter Tabellenplatz…aber nur sechs Punkte vom ersten Abstiegsplatz entfernt. 

Bier holen oder Tor sehen?

Die Germanen aus Friedrichstal könnten ebenfalls das Vakuum in der Oberliga füllen. Die Augenstein-Elf grüßt weiter von der Tabellenspitze der Verbandsliga. So positiv wie überraschend, denn ehrlich gesagt…das hat den Friedrichstalern keiner zugetraut. Tohuwabohu zu Saisonbeginn, als Defensiv-Spezialist Cristescu erst einen Wechsel nach Reutlingen anstrebte. Doch der ehemalige Profi-Verein hatte auf einmal kein Pulver mehr für den Hünen, der dann »sinngewandelt« zurückkehren wollte und so für gemischte Gefühle in der germanischen Welt sorgte. Das Ende vom Lied war eine Rücknahme des Rumänen, bevor er aufgrund disziplinarischen Unzulänglichkeiten rausgeworfen wurde. Das sorgte nicht gerade für einen reibungslosen Ablauf der Vorbereitung bei den Schwarzweißen. Umso schöner ist es nun zu sehen, was aus diesem Team geworden ist. Und von Bogdan Cristescu spricht in der Gemeinde keiner mehr.  Am Wochenende erlebte der Primus ein Wechselbad der Gefühle. Turbulente Minuten in Kirchheim vor dem Pausentrank. Abdelrahman Mohamed packte nach 38 Minuten einen Torerfolg aus und inszenierte das 1:1 in Heidelberg. Doch nur eine Minute später tanzte Hariri den Hariri und brachte den Spitzenreiter erneut in die Bredouille. Doch auch auf diese Einlage hatte Mohamed die passende Antwort (41.) und ließ das 2:2 folgen. Wir wissen nicht wie oft sich die Zuschauer zum Bierstand aufmachten und verharrten, weil abermals ein Treffer fiel, bis letztendlich der Referee zur Halbzeit blies. Am Ende hatten die Gäste aus Karlsruhe mit 3:2 die Hand am Lenker. 

Peitsche und Rotlicht aus Auerbach

»Wir leben noch!« war am vergangenen Sonntag aus dem Pneuhage-Stadion an die Öffentlichkeit gedrungen. Ausgesprochen von dem TSV Auerbach, der als Kreisligist eine Serie von zehn Spielen ohne Punkte beendete. Zu Gast war der SSV Ettlingen, den das Schlusslicht nach dem Motto »neue Besen kehren gut« aus dem Stadion fegte (4:1). Für den neuen Coach Schmider eine Basis, auf der man aufbauen kann. Weniger gut kehrte das neue Werkzeug des FC Spöck namens Dzemo Cerovac. Acht Tage nach dem Minimal-Lebenszeichen gegen Berghausen (0:0) gab’s ein 1:6 bei den zuletzt nicht gerade überzeugenden Mutschelbachern. Neben einer Peitsche durften die Spöcker das Rotlicht aus dem benachbarten Auerbach mit nach Hause nehmen. Neben Auerbach und Spöck macht aktuell der FC Viktoria Berghausen Sorgen. Die Elf von Trainer Maiorano muss sich abwechselnd die Augen zu heben um zu realisieren, was mit ihnen geschieht. So mussten sie beim FC Neureut erneut eine Watsch’n kassieren, die das viktorianische Heer durch den Winter-Check fallen ließ. Mit einem 2:6 wurde die Heimreise angegangen; dass der ehemalige Südstern-Kicker im Berghausen-Trikot Arsalan Fateh dem Neureuter Keeper Daniel Pfeifauf nach 499 Minuten ohne Gegentreffer einen einschenkte, mag dem Schlussmann mehr geärgert haben als dass der Treffer Freude beim unterlegenen Gast einbrachte. 

Wer war doch gleich der Favorit?

Nochmals Auerbach - in diesem Fall aber die Zweite. Die spielte im Rahmen der C1 gegen den TSV Etzenrot. Die Karlsbader warten seit 16 Spielen auf einen Sieg, die Waldbronner seit zehn Spielen. Als dann Denis Krnjaca nach 76 Minuten für Auerbach traf endeten 690 Minuten ohne Treffer…die Serie von 16 ungeschlagenen Spielen aber endete nicht, denn der TSV Etzenrot konnte brüderlich durch Brüderle egalisieren (90.) und behält ebenso wie die Hausherren die Serie bei. Für den Malscher Blatter im Diensten des FV Ettlingenweier hatte der Spieltag eine besondere Note. Im A-Klassen-Spiel gegen den FV Grüwninkel gelangen dem Mann aus der FVE-Reserve vier Treffer beim 5:2-Sieg gegen den FVG. In der gleichen Liga spielte PS Karlsruhe am Rhein vor (Neuburgweier). Eine Stunde hielt man das Spiel offen, bis das Sandmännchen zu Bett rief. Binnen drei Minuten (63. bis 66.) schritten die Post-Ionen dreimal zum Anspielpunkt und es stand 6:2. Beide Teams durften dann nochmals, sodass die Rutsche mit einem 7:3 endete. Einen Heidenspaß hatten die Söllinger Kußmaul und von Schnitzler-Cabrera. Beide Stürmer durften je dreimal anschreiben beim 7:1-Kantersieg der SpVgg Söllingen über völlig überforderte Auemer Reserven. Die reisten ursprünglich als Favorit nach Söllingen - was man so spontan nicht merkte.

Landesliga-Leckerbissen

Am kommenden Wochenende haben wir dann am Freitagabend einen besonderen Leckerbissen im Landesliga-Bereich. Um 19 Uhr erwartet der SV Langensteinbach den SC Wettersbach. Für die Webers im Diensten der Heim-Elf ein Wiedersehen mit der alten Heimat. Wettersbach ist bisweilen das Überraschungsteam, Langensteinbach ist gerade dabei, den Motor zu überholen. Am Samstagmittag um 13:30 Uhr können die, die einen Montags-bis-Freitags-Job nachgehen, ein B-Klassen-Spiel im Brunnenstückweg in Rüppurr anschauen. Die Reserven der »Neu-Verschmolzenen« aus Rüppurr und Daxlanden treffen aufeinander. Wer etwas mehr Tempo mag, der könnte auch um 14:00 Uhr den SV Spielberg beim 1. CfR Pforzheim anfahren. Beide Mannschaften haben neuerdings Interimslösungen auf der Bank sitzen. Der FC Nöttingen erwartet um 14:30 Uhr Schlusslicht TSG Weinheim (Oberliga). In Berghausen will man die Krise beenden. Um 14:30 Uhr kommt der ATSV Mutschelbach II in die Brunnenstraße (Kreisliga). A1-Spitzenreiter FV Leopoldshafen stellt sich zeitgleich bei der SpG Rüppurr vor. Weitere Spiele am Samstag finden um 15:00 Uhr in Ettlingenweier und um 16:00 am Jagdgrund statt. Die »Gingl« erwarten den 1. FC 08 Birkenfeld, die »Spanier« haben den FC Bayern der Verbandsliga auf dem Tisch: Der 1. FC Bruchsal kommt. 

Geiler Kick im Albtal

Am Sonntag kann dann ab 12:30 Uhr C1-Spitzenreiter ASV Hagsfeld II gegen Verfolger DJK Rüppurr angeschaut werden. Verbandsliga-Spitzenreiter Germania Friedrichstal erwartet um 14:30 Uhr den FC Zuzenhausen. Zeitgleich reist Kreisliga-Primus FC Neureut zum Konkurrenten FV Malsch. Wer in der Hardt daheim ist, der kann sich den Keller-Krimi Büchig gegen Rußheim zu Gemüte führen (A1). Städtler erfreuen sich dem Spiel Beiertheim gegen KIT (A2) oder FC 1921 Karlsruhe gegen den FSSV Karlsruhe (B1). In Rüppurr rammelt A2-Branchenführer Busenbach zum FC Südstern Karlsruhe. Einen besonders geilen Kick präsentiert das Albtal. Der TSV Schöllbronn und der TSV Pfaffenrot treffen aufeinander.

Euch liebe Leser wünsche ich die richtige Auswahl und dass euch Helloween nicht allzu sehr überraschte. Als ich jung war, nannte man das Erntedank-Fest und verkleidet waren nur die, die überm Teich wohnten. Wer doch der Amerikanisierung folgte, der kann nach der Demaskierung und Kürbisschnitzerei germanische Bratwurst und Bier am Allerheiligsten im Fußball genießen: dem grünen Rasen.

Alle Hopp, euer Oli!

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