pfoschdeschuss (42): Fragen, Fragen und noch mehr Fragen?

Karlsruhe (pfo/ame) Nirgendwo schlägt das Herz für den echten Fußball höher als in den unteren Spielklassen. Der Torwart telefoniert während des Spiels mal kurz mit der Ehefrau, der Top-Stürmer verlässt nach einem Hattrick den Platz, weil er zur Nachtschicht muss und der Schiedsrichter pfeift Abseitssituationen auf Zuruf. Genau das macht den Amateurfußball so liebenswert. Wir berichten immer am Freitag gemeinsam mit Oliver Raupp von pfoschdeschuss.de über das Wichtigste aus Karlsruhes Unterklassen. Wer das nicht liest, hat den Fußball nie geliebt.

 

Wo ist das Kiosk hin?

Für mich ging’s am Sonntag mal wieder auf »Hopper & Hopfen«-Tour durch Karlsruhe, nachdem ich mich in der letzten Woche mit »Märzen« in Austria abspeiste. »Symptom of the universe« von Black Sabbath ins CD-Fach und dann ab nach Hagsfeld. Hier trafen sich die zwei Spitzenmannschaften der C1, der ASV Hagsfeld II und die DJK Rüppurr. Etwas verwunderlich, dass man in Hagsfeld mit beiden Mannschaften auf einem Platz antreten konnte während man zum Beispiel in Beiertheim bei drei Tropfen Regen und ebenso vielen Sportplätzen, die der Verein besitzt, beide Herren-Teams absagen musste. Die Hagsfelder hatten keine Scheu und boten 180 Minuten Herrenfußball für die Fans an der Tagweide. Einziges Manko…»Wo war der Außenverkauf?« In der Vergangenheit konnte man direkt vom Kiosk das Treiben auf dem Platz begutachten und mit einmal den Arm ausstrecken, selbst bei nur 170 Zentimeter Körpergröße, Nachschub ordern, ohne dass man das Spiel aus den Augen verlor. Nun ja - das Spiel hielt, was es versprach und Schiri Theilmann musste schon all seine Augen zudrücken, dass Rüppurr die erste Halbzeit komplett bestreiten durfte. Hagsfeld war das bessere Team, die DJK vergaß nach dem Wechsel die Chancen auszunutzen, sodass das Endergebnis mit 3:1 für den ASV II in Ordnung ging. Eigentlich, so war’s geplant, sollte es nun zum AS Lauterbourg ins Elsass gehen. Doch eben Wetter und Strecke sorgte für einen Sinneswandel und ich steuerte Südstern an. Dort gab A2-Primus Busenbach seine Visitenkarte ab. Nun hatte ich das Glück, dass im engen Parkschlauch der »Sterne«, wo etliche Camper einen Parkplatz für ihre Boliden fanden, gewisse Herren geraume Zeit zum Ein-und Ausparken benötigten, die ein pünktliches Erscheinen zum Anpfiff unmöglich machten. Wären es Fußballer gewesen…ich hätte sie bei angepriesener Zielstrebigkeit wohl auf die Bank verbannt. Aus dem Auto heraus sah ich dann jubelnde Busenbacher…»Das kann ja heiter werden!« Nullfünfer Hoepfner Pils für 2,50 Euro - da muss das Spiel schon scheiße werden um mir diesen Mittag noch zu versauen. Dem war nicht so - die beiden Mannschaften lieferten ein gutes Spiel, in dem Busenbach schnell auf 3:0 davonzog und ein Debakel für die Heimmannschaft schien näher als mein zweiter Gang an den Kiosk. Doch der »Stern« fing sich wieder und am Ende gewann der Gast aus Waldbronn knapp 3:2. Gelungener Sonntag… 

Wo sind die chinesischen Zweitligisten?

In Ettlingenweier erlebten die Einheimischen eine Begegnung der besonderen Art. Birkenfeld gastierte in »Weier« - eine durchaus bekannte Größe im Umkreis mit schönem Stadion, guter Jugendarbeit und verzweifelten Versuchen in den letzten Jahren, in die Verbandsliga zurückzukehren. Es war das Spiel zwischen dem Vierten und Fünften in einer Liga, die mit 14 Mannschaften auch gerne noch zwei chinesische Zweitligisten zur Promotion vertragen könnten. Die Klubbosse freuen sich, denn in 26 Saisonspielen muss weniger Einsatzprämie bezahlt werden als in den sonst üblichen 30 Partien. Was sich allerdings der FV leistete, grenzte an Narkolepsie im Kollektiv, die nach 77 Minuten eintrat. Bis dahin führten die »Bohnegringl« nämlich 2:1 und alles deutete auf einen Heimsieg hin. Binnen zwölf Minuten schlug Birkenfeld viermal zu, ehe der Schlusspfiff Ettlingenweier weckte (2:5). In den Annalen steht ein fulminanter Auswärtssieg der »Lateiner« aus Birkenfeld. »Das ist Fußball!« Zumindest aus Sicht des Gastes. 

Warum höher springen als nötig?

Unweit weg tobte das Reservisten-Hardtwald-Derby zwischen dem FC 1921 Karlsruhe II und dem FSSV Karlsruhe II. Mit viel Aufwand konnten die Einheimischen einen 0:2-Rückstand zu einem 2:2-Ausgleich aufholen. Doch wie das manchmal so ist…Am Ende lohnte sich das Bestreben nach Erfolg nicht, denn Gerhard Elser sah sich nach 89 Minuten gezwungen, die Pfeife auszupacken und auf den ominösen Punkt in der FC-Strafbox zu zeigen. Strüker verwandelte humorlos zum 3:2-Siegtreffer des FSSV II (C2). Aufholjagden, die mit Erfolg endeten, sah man zum Beispiel beim Top-Spiel in Bruchhausen. FV-Coach Hillenbrand stand die Zufriedenheit nach einer Stunde ins Gesicht geschrieben. Im Sechs-Punkte-Spiel des heimischen Vierten, der den Zweiten lud, führten die »Frösche« (Bruchhausen) 3:0 und nichts war so sicher wie der Eintritt in die Phalanx der Titelanwärter. Doch auch hier hatten die Gäste weder durch’s Wetter, noch durch einen 0:3-Rückstand, Probleme mit der Moral. Bausch verkürzte (62.), Zinkgraff schloss an (70.) und Talla, »alla«, mit seinem 15. Saisontreffer nach 77 Minuten zum 3:3. Dabei blieb’s und die Forchheimer sagten sich… »Warum höher springen als man muss?« Ich sag’s ihnen…um den TSV Palmbach von der Spitze zu stoßen, denn die verloren ihr Spiel überraschend deutlich mit 0:3 gegen Ittersbach - blieben aber aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber den Forchheimern B2-Spitzenreiter.  

Wo ist hier der Stürmer?

Kurzarbeit lieferten Germania Neureut II und die SG Siemens Karlsruhe im Rahmen der B1. Im Endeffekt genügten neun Minuten um das komplette Reservoir von vier Treffern zu begutachten. Zwischen 12.50 Uhr und 12:59 Uhr trafen beide Teams je zweimal zum 2:2-Endstand. Da reicht’s, wenn »Mutsch« um 13:15 Uhr das Mittagessen serviert. Die Büchiger suchen seit Monaten verzweifelt einen Stürmer…Am vergangenen Sonntag fanden sie ihn. Das Kuriose…er trägt bereits das Trikot der Büchiger und nennt sich Luigi Greco. Das mag dem Gast aus Graben griechisch vorgekommen zu sein, denn jener Greco, was vom Italienischen ins Deutsche übersetzt, »griechisch« heißt, traf viermal und schraubte den Heimsieg der »Schweizer« auf 6:2 hoch. Eine wahre Kartenflut gab’s beim Kick der Linkenheimer Reserve bei den Kroaten (B1). Neben einem 2:1-Sieg der Balkan-Buben gab’s aus den Händen von Renè Söllner elf gelbe und eine rote Karte. 

Wer spielt an Heiligabend?

Schon jetzt haben wir 35 ausgefallene Spiele aus den letzten acht Tagen und der Winter hat noch gar nicht begonnen. Das könnte dazu führen, dass wir am Heiligabend noch »nachholen« müssen, während wir zur besten Fußballzeit Ende Mai die Saison beenden. Dass können aber nur Leute verstehen, die sich im Fußball auskennen…Am Freitag werden wir ab 19:00 Uhr den absoluten »Burner« begutachten dürfen, denn in Langensteinbach tobt das »Avatar« des Karlsruher Fußballs. Der SV Langensteinbach erwartet um 19:00 Uhr den ATSV Mutschelbach. Freundschaften existieren hier nur vor und nach dem Spiel … bedingt! Die Heimmannschaft steht im Zentrum; der Gast will und muss aufsteigen. Zur gleichen Zeit erwartet der FV Sportfreunde Forchheim III den TSV Schöllbronn II zum B3-Kick in Rheinstetten. 

Wo ist das Spitzenspiel?

Am Samstag geht’s dann weiter im Programm: Wer den ultimativen Spitzen-Kick sehen will, der kommt nicht drumherum, nach Bruchsal zu fahren. Um 14:30 wird hier das Verbandsliga-Spitzenspiel zwischen dem 1. FCB und Germania Friedrichstal angepfiffen. Wem das zu weit ist, der kann zur gleichen Zeit nach Waldbrücke reisen. In einem Kreisliga-Spiel erwartet der Fvgg Weingarten den SSV Ettlingen. In der Bergdorf-Region trifft der TSV Palmbach auf den SV Spielberg II (14:30 Uhr, B2). Der Sonntag hat das Spitzenspiel der Kreisliga auf dem Zettel, FC Neureut gegen den ATSV Mutschelbach II (14:30 Uhr); parallel erwartet der VfB Knielingen den TV Spöck. Derby-Time in Ettlingenweier…zum A2-Rennen hat sich Schlusslicht TSV Oberweier angesagt (14:30 Uhr). Der Landesliga-Dritte aus Wettersbach erwartet ebenfalls ab 14:30 Uhr Fortuna Kirchfeld. Wen es schon früher aus dem trauten Heim treibt, dem bleibt zu sagen… schau mal nach Knielingen. Hier tobt ein Spitzenspiel ab 12:30 Uhr, dass den VfB II und Primus, FC Spöck II, an den Trog treibt. 

Wann war nochmals Weihnachten?

Ihnen liebe Gesellen, Genossen und Gespielen, wünsche ich ein angenehmes und wetterfreundliches Wochenende; gelungene Weihnachtseinkäufe, einen üppigen Adventskalender und vor allem viel gute Vorsätze auf die kommenden Monate. Beim herben Pils freundliche Fußballer mit giftigen Parolen zu erleben und dass ihre Lieblingsmannschaft am kommenden Sonntag die Hosen anbehält - Erkältungsgefahr.

Allahopp, euer Oli!

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