Friedlicher Fastnachtsdienstag, aber: Jugendliche trinken immer mehr

Region (pol) Auf einen insgesamt positiven Fastnachts-Verlauf des kann das Polizeipräsidium Karlsruhe am späten Dienstagnachmittag zurückblicken. Bei strahlendem Sonnenschein säumten zahlreiche Zuschauer die Umzugsstrecken.

Keine Ausschreitungen in Karlsruhe

Pünktlich um 14.11 Uhr starteten 72 Gruppen mit 34 Wagen beim Durlacher Tor zum 86. Karlsruher Faschingsumzug. Entlang der Zugstrecke über die Kaiser-, Karl- und Mathystraße waren nach Schätzungen des Veranstalters und der Stadt Karlsruhe bis zu 70.000 Besucher auf den Beinen. Kurz vor 17 Uhr endete die Veranstaltung am Festplatz, ohne dass es zu größeren Ausschreitungen gekommen wäre.

15-Jährige mit 1,9 Promille

Schon kurz nach Beginn des Zuges wurde ein heranwachsender Albaner mit einer Softairwaffe an der Zugstrecke angetroffen und zur Wache gebracht. Aus der Zuschauermenge am Europaplatz wurden gegen 16 Uhr Flaschen auf Zugteilnehmer geworfen, verletzt wurde niemand. Wegen aggressiven Auftretens mussten insgesamt 40 Platzverweise erteilt werden. Eine junge Frau zeigte einen sexuellen Übergriff an. Im Rahmen der Einsatzmaßnahmen kam es zu einer Widerstandshandlung und einer Beleidigung von Einsatzkräften. Zwei Personen mussten in Gewahrsam genommen werden. Wie im letzten Jahr fielen wieder vermehrt  alkoholisierte Jugendliche auf, die von den eingesetzten Jugendschutzteams angesprochen werden mussten. Von nahezu 400 Angesprochenen mussten 15 erheblich unter Alkohol stehende Jugendliche von Rettungsdienst und den Jugendschutzteams betreut werden, der gemessene Höchstwert betrug bei einer 15-Jährigen 1,90 Promille.

Rund 2.000 Störenfriede in Eggenstein

Insgesamt 12.000 Zuschauer säumten den Umzugsweg in Eggenstein. Zwei Gruppen Jugendlicher und Heranwachsender fanden sich ein, ohne jedoch ein Interesse am Umzug zu zeigen. Drohende Auseinandersetzungen konnten durch konsequentes Einschreiten unterbunden werden. Ein Körperverletzungsdelikt wurde angezeigt. Insgesamt elf erheblich alkoholisierte Jugendliche mussten betreut werden. Nach dem Umzug versammelten sich die Narren am Narrendorf. Dorthin kamen auch schätzungsweise 2.000 Jugendliche und Heranwachsende die durch übermäßigen Alkoholkonsum und einem Desinteresse am Faschingstreiben auffielen. Die Polizei war mit starken Kräften weiter vor Ort.

Ruhiger Umzug in Büchenau

Geschätzte 8.000 Zuschauer verfolgten den Umzug, der gegen 14 Uhr begann und gegen 16.30 Uhr endete. Sich anbahnende Auseinandersetzungen konnte die Polizei im Keim ersticken. Vier Jugendliche fielen durch ihre starke Alkoholisierung auf. Zwei mussten in eine Klinik verbracht werden.

Auch in Wiesental stark betrunkenes Mädchen dabei

Gegen 14 Uhr setzte sich der Umzug in Bewegung. Schätzungsweise 5.000 Zuschauer säumten die Strecke. Die Stimmung war ausgelassen, es kam lediglich zu vereinzelten Auseinandersetzungen, die durch das schnelle Eingreifen der Polizei unterbunden werden konnten. Bis zum Umzugsende kurz vor 16 Uhr mussten zwei Jugendliche aufgrund ihrer Alkoholisierung betreut werden, darunter eine 14-Jährige mit 1,8 Promille. Die Jugendschutzteams führten 20 Ansprachen durch.

Friedliches Närrisches Treiben in Ubstadt-Weiher

Geschätzte 7.000 Zuschauer verfolgten die 60 Gruppen beim Umzug, der gegen 14.00 Uhr startete und gegen 16.30 Uhr beendet war. Die Stimmung war äußerst friedlich, es waren keine Streitigkeiten zu schlichten. Stark alkoholisierte Jugendliche konnten an der Umzugsstrecke nicht festgestellt werden.

Waldbronn: 15-Jähriger wird mit 2,6 Promille in Klinik eingeliefert

Mit 38 Zugnummern und ca. 1.000 Mitwirkenden startete der Umzug gegen 13.45 Uhr. Mehrere hundert alkoholisierte Jugendliche versammelten sich, scheinbar ohne Interesse an der  Brauchtumsveranstaltung. Bis zum Ende gegen 16.30 Uhr mussten insgesamt fünf alkoholisierte Jugendliche betreut werden. Ein 13-Jähriger wurde mit 1,8 Promille an seine Eltern überstellt, ein 15-Jähriger wurde mit 2,6 Promille in eine Klinik eingeliefert. Neben zwei angezeigten Diebstählen war kein polizeiliches Einschreiten notwendig.

In Dillweißenstein fällt ein Betrunkener in die Nagold

Den Faschingsumzug verfolgten geschätzte 15.000 Narren. Auffallend waren ca. 500 Jugendliche, die sich abseits der Strecke aufhielten. Streitigkeiten zwischen den Gruppen konnten durch konsequentes Einschreiten der Einsatzkräfte verhindert werden. Es mussten sechs Platzverweise ausgesprochen werden; vier Personen wurden in Gewahrsam genommen. Durch die Jugendschutzteams wurden 180 Jugendliche angesprochen und teilweise der mitgeführte hochprozentige Alkohol vernichtet. 35 Jugendliche mussten alkoholbedingt betreut werden. Ein Jugendlicher fiel aufgrund seiner erheblichen Alkoholisierung in die Nagold. Er konnte selbstständig ans Ufer kommen und wurde anschließend vom Rettungsdienst versorgt.

Polizei vernichtet Alkohol in Bilfingen

Die Umzugsstrecke in Bilfingen säumten geschätzte 15.000 Narren. Mehrere hundert Jugendliche, die in Kleingruppen anreisten wurden frühzeitig angesprochen. Bei Minderjährigen aufgefundener hochprozentiger Alkohol wurde vernichtet. Drohende Auseinandersetzungen wurden konsequent unterbunden. Es mussten 40 Platzverweise ausgesprochen werden.

Platzverweise der Polizei sorgen für Ordnung

Insgesamt sind die eingesetzten Beamten, wie bereits im Vorfeld angekündigt, konsequent gegen sich anbahnende Konflikte eingeschritten. So konnten drohende Auseinandersetzungen bereits im Keim erstickt werden. Ganz bestimmt haben aber auch die vielfach ausgesprochenen Platzverweise, oftmals gegen alkoholisierte und aggressiv gestimmte Jugendgruppen an Umzügen, zur Entspannung der Lage geführt. Die zwischen Polizei und Kommunen abgestimmten Konzepte mit erhöhter Polizeipräsenz, einer Verstärkung der Ordnungsdienste und zusätzlicher Absicherung der Wegstrecken haben ein hohes Maß an Sicherheit geboten.

Zahlreiche betrunkene Jugendliche bereiten Sorge

Mit weiterhin großer Sorge betrachten die eingesetzten Jugendschutzteams hingegen die tendenziell wachsende Zahl junger Menschen, die sich zügellos dem Alkoholkonsum hingeben. So mussten mehrere hundert Heranwachsende, Jugendliche sowie auch einige Kinder angesprochen und mitunter wegen des hohen Alkoholpegels ihren Eltern beziehungsweise den Rettungsdiensten überstellt werden. Einige kamen gar wegen des Verdachts einer Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus. Auffällig war der darunter festzustellende hohe Anteil betrunkener Mädchen.

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