Keine "80 Millionen" für die AfD: Max Giesinger schaltet Anwalt ein

Pforzheim/Waldbronn (che) Sänger Max Giesinger geht juristisch gegen die AfD vor. Die Partei hatte bei einer Wahlveranstaltung in Pforzheim Giesingers Hit "80 Millionen" abgespielt. Der Waldbronner Musiker möchte allerdings verhindern, dass seine Musik "für ihren Wahlkampf instrumentalisiert" wird.

Giesinger gegen die AfD

Bei der Wahlkampfveranstaltung in Pforzheim vergangene Woche wurden die Spitzenkandidaten noch frenetisch von ihren Anhängern bejubelt, jetzt gibt es Stress mit dem Anwalt. Zur Einstimmung der Gäste verwendete die AfD den Erfolgs-Hit "80 Millionen" des Waldbronner Sängers Max Giesinger. Der fand die Aktion überhaupt nicht schmeichelhaft und wehrt sich nun juristisch gegen die Verwendung seines Songs, wie die Stuttgarter Nachrichten in ihrer aktuellen Ausgabe berichten.

"Musik für Wahlkampf instrumentalisiert"

"Die Nutzung für Wahlkampfveranstaltungen der AfD war nicht mit mir und meinem Team abgesprochen und wäre auch niemals von mir freigegeben worden", erklärte Giesinger gegenüber der Zeitung. "Es verärgert mich extrem, dass eine Partei, deren politische Einstellung ich in keinster Weise teile, meine Musik für ihren Wahlkampf instrumentalisiert und ohne mein Wissen benutzt!" Der Sänger hat nun seine Anwälte eingeschaltet, um gegen die AfD juristisch vorzugehen.

AfD zeigt sich überrascht über Giesingers Reaktion

Dort verweist man darauf, dass die Veranstaltung regulär bei der Gema angemeldet wurde. Der Kreisverband Pforzheim sei erstaunt über die Reaktion Giesingers. Rechtlich gesehen hat ein Künstler allerdings sehr wohl die Möglichkeit, die Aufführung eines Lieds aus "moralischen Gründen" abzulehnen, wie Giesingers Plattenfirma BMG den Stuttgarter Nachrichten erklärte. So hatte Andreas Bourani eine einstweilige Verfügung gegen den Landesverband der NPD Thüringen erwirkt, die seinen Song "Auf uns" im Wahlkampf gespielt hatten. Mit dieser Argumentation versucht Max Giesinger nun auch gegen die AfD vorzugehen.

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