Tunesier unschuldig im Gefängnis: Bewährung für angebliches Opfer

Karlsruhe (dnw/as) Die junge Frau, die in Karlsruhe einen tunesischen Studenten zu Unrecht ins Gefängnis gebracht hat, ist mit einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten davon gekommen. Außerdem muss für Schmerzensgeld und Schadensersatz sowie die Verfahrenskosten aufkommen, urteilte heute das Amtsgericht Karlsruhe. Die Angeklagte hatte den 22-Jährigen beschuldigt, sie sexuell bedrängt zu haben. Der Student war daraufhin als dringend verdächtig in dieser und weiteren Sexualstraftaten zum Jahreswechsel 2017 in Karlsruhe in Untersuchungshaft gekommen. Erst eine Zeugenaussage brachte acht Wochen später die Wende in dem Fall.

Er saß acht Wochen lang unschuldig in Untersuchungshaft - wie sich herausstellte, war die Aussage des angeblichen Opfers aber falsch. Das hat die  24-jährige Angeklagte heute im Prozess wegen Freiheitsberaubung vor dem Karlsruher Amtsgericht auch gestanden. Sie wurde von Richterin Annette Beese zu 20 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, außerdem muss sie über 6.600 Euro zahlen, davon sind 5.000 Euro Schmerzensgeld. Auch für künftige Schäden des Tunesiers, wie beispielsweise ein verspäteter Arbeitsantritt durch die Verzögerung im Studium, muss die Frau aufkommen. Sie hatte Anzeige wegen sexueller Nötigung gegen den Mann erstattet, obwohl sie freiwillig mit ihm gegangen war. Die Staatsanwaltschaft hat zwei Jahre auf Bewährung gefordert. Außerdem Schmerzensgeld und Schadensersatz in Höhe von 7.000 Euro.

Zeuge entlastete den Verdächtigen

Nach fünf Attacken auf Frauen in Karlsruhezur Jahreswende 2016/17 war gegen den 22-jährigen Studenten wegen dringenden Tatverdachts Haftbefehl erlassen worden. Zuvor hatten die Ermittler mit Bildern aus einer Überwachungskamera nach dem Mann gesucht. Der stellte sich - beteuerte aber seine Unschuld. Erst eine spätere Zeugenvernehmung entlastete den Tunesier.

Richter hatte Freilassung angeordnet

Die überprüften Zeugenangaben führten dazu, dass die Kripo nicht mehr von einem dringenden Tatverdacht gegen den 22-Jährigen ausging. Die Staatsanwaltschaft hatte dann die Aufhebung des Haftbefehls beantragt und der zuständige Richter daraufhin die Freilassung des Studenten angeordnet. 

DNA-Spuren erhärteten damals Verdacht

Nach der Anzeige durch die damals 23 Jahre alte Frau hatten die Ermittlungsbehörden Überwachungsfotos aus einer Straßenbahn veröffentlicht. Dies hatte den Verdächtigen zwar dazu veranlasst, sich in Begleitung eines Rechtsanwalts bei der Polizei zu stellen. Der 22-Jährige machte aber von seinem Aussageverweigerungsrecht auch dann noch Gebrauch, als er nach einem Abgleich mit DNA-Spuren an der Frau überführt schien und in Untersuchungshaft kam. Nach den Aussage des Zeugen und den späteren Angaben der vermeintlich Geschädigten hatte die junge Frau den 22-Jährigen am Abend des 21. Januar 2017 aus freien Stücken nach Hause begleitet.

Junge Frau muss sich wegen Freiheitsberaubung verantworten

Weil sie gegenüber den Ermittlungsbehörden falsche Angaben gemacht und den 22-Jährigen zu Unrecht belastet hatte, wurde die jetzt 24-Jährige wegen Freiheitsberaubung vor Gericht gestellt und heute verurteilt. Bezüglich der damaligen vier weiteren nächtlichen Angriffe wurde ein anderer Verdächtiger verhaftet. Der war in der Nacht zum 20. Februar nach einer versuchten sexuellen Nötigung einer 22 Jahre alten Frau in der Gartenstraße festgenommen worden und in Haft gekommen.

regionews-Facebook Seite

Weitere Beiträge in der Kategorie: regio-news Karlsruhe  
 

AlternativeFM wird Ihnen präsentiert von:

Alles zum KSC!

KSC verpflichtet Justin Möbius vom VfL Wolfsburg

KSC verpflichtet Justin Möbius vom VfL Wolfsburg

Karlsruhe (pm) - der Karlsruher SC hat Justin Möbius vom VfL Wolfsburg verpflichtet. Der 21-jährige offensive Mittelfeldspieler wechselt in den Wildpark...

Der KSC wird Ihnen präsentiert von:

Event-Tipp der Woche

Karlsruhe: HafenKulturFest 2018

HafenKulturFest 2018

Karlsruhe (pm) - Das HafenKulturFest, ist bereits seit Jahren ein fester Bestandteil des Karlsruher Veranstaltungskalenders. Während des HafenKulturFestes,...