Neues Verbot beim KVV: Keine Krippenwagen mehr in Bahnen

Karlsruhe (pm/ame) Der Karlsruher Verkehrs Verbund (KVV) hat entschieden, dass künftig keine Krippenwagen mehr in Bahnen mitgeführt werden dürfen. Mit solch einem Wagen haben Erzieher die Möglichkeit bis zu acht Kinder gleichzeitig zu schieben. Der KVV hatte Kindergärten und Tageseinrichtungen vor etwa vier Wochen über die Neuerung informiert, nun macht sich Unverständnis breit. Die KULT-Fraktion zeigt sich überrascht und richtet den Blick auf die bevorstehende Freiluftsaison.

Bewegungsradius wird eingeschränkt

Der Karlsruher Verkehrs Verbund (KVV) verbannt Krippenwagen aus seinen Bahnen. Das Unverständnis für dieses überraschende Verbot ist bei der KULT-Fraktion groß. Gerade mit Blick auf die bevorstehende Freiluftsaison, in der viele Kitas Ausflugsziele in der Stadt und Umgebung ansteuern. Stadtrat Michael Haug (KAL) sagt: „Wir wurden von der Entscheidung des KVV genauso überrascht wie Eltern und Kitas“ und fordert einen lösungsorientierten Dialog. „Wir können den Ärger der Kitas verstehen“, meint Haug, den in dieser Woche schon mehrfach Kitas und ratlose Eltern auf die Problematik angesprochen haben. Immerhin würde durch die neue Regelung der Bewegungsradius von Klein­kindern und ihren Betreuern immens eingeschränkt.

Auch E-Scooter in Bahnen verboten

Auf Anfrage von regio-news.de begründet der KVV die Entscheidung aus zweierlei Sicht. Zum einen sei die Sicherheit nicht gewährleistet, zum anderen seien die Wagen so groß, dass neben einem einzelnen Krippenwagen beispielsweise kein Rollstuhl oder Buggy mehr Platz findet. Im Falle einer Vollbremsung könne der Verbund weiter nicht ausschließen, dass sich Kleinkinder, die wahrscheinlich während der Fahrt in dem Wagen sitzen bleiben, verletzen. Daher das nun eingetroffene Verbot. Gleiches gelte auch für E-Scooter, darauf weist der KVV hin.

Ein Krippenwagen besser als sechs Kinderwagen

Die KULT-Fraktion zeigt sich verwundert über die Informationspolitik des KVV und hätte sich ein transpartenes Vorgehen im Vorfeld der Entscheidung gewünscht: "Wir sind überrascht, dass es gleich zu einem Verbot kommt," so Stadtrat Uwe Lancier. Schließlich sei kein Vorfall mit einem Krippenwagen in Bus oder Bahn bekannt. Die Fraktion sehe auch die begrenzten Stellflächen in den Bahnen, kann die Argumentation des Verbunds aber nicht gänzlich nachvollziehen. Jede Art von Gehhilfe belaste die Kapazitäten - Rollatoren, Rollstühle, daneben die Fahrräder. Selbst stehende Fahrgäste verengten die Aus- und Zustiegszone. Der Vorschlag des KVV normale Kinderwagen zu gebrauchen, sei nicht durchdacht. Weder könnten Erzieher mehrere einzelne Kinderwagen schieben, noch würde das mehr Platz in der Bahn freimachen. "Das ist einfache Krippen-Mathematik: Sechs Kinder in einem Krippenwagen nehmen immer noch weniger Platz ein als sechs Kinderwagen", so Lancier.

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