Notfall: Nachwuchsproblem im Rettungsdienst

Karlsruhe / Stuttgart (dpa/er) - Schnelle Reaktion ist bei vielen Notfällen gefragt, ob bei Infarkten oder schweren Unfällen - oft geht es um Sekunden. Aber bald könnten nicht nur lange Anfahrtswege ein Problem sein, sondern fehlender Nachwuchs könnte die Versorgungssicherheit gefährden. Grund sei nicht das mangelnde Interesse junger Leute, sondern das Fehlen geeigneter Lehrkräfte, erklärte der Präsident des DRK-Landesverbands Baden-Württemberg, Lorenz Menz, am Dienstag in Stuttgart. Bundesweit finde man "keine zehn Leute", die sowohl eine Ausbildung zum Rettungssanitäter als auch pädagogische Qualifikationen hätten. Dies sei aber für Lehrkräfte vorgeschrieben.

"Wir werden keine Lehrer finden", sagte auch die Geschäftsführerin des DRK in Baden, Birgit Wiloth-Sacherer, voraus. Bis 2020 gebe es Übergangslösungen, berichtete ihr Kollege für das DRK in Württemberg, Hans Heinz. Doch danach dürfe kein Ausbilder mehr ohne entsprechende Qualifikationen eingestellt werden.

Hintergrund ist das Berufsbild des Notfallsanitäters, das an die Stelle des Rettungssanitäters getreten ist. Anders als der Rettungssanitäter, dessen Ausbildung zwei Jahre dauert und einen Hauptschulabschluss voraussetzt, wird der Notfallsanitäter drei Jahre ausgebildet werden und muss mindestens die Mittlere Reife vorweisen. Der Notfallsanitäter soll am Einsatzort mehr medizinische Kompetenzen haben und die Notärzte entlasten.

DRK Karlsruhe noch ganz gut aufgestellt.

Im Gebiet Karlsruhe sieht es aber momentan ganz gut, wie Herr Schneider, Geschäftsstellenleiter des DRK Karlsruhe, im Gespräch mit regio-news.de bestätigt. "Wir haben genügend Bewerbungen und mit 51 Azubis insgesamt sind wir gut aufgestellt". Mit zwei Hauptstandorten und insgesamt zwölf Wachen gibt es im Kreis Karlsruhe genügend Standorte, um schnell vor Ort zu sein. Allerdings sind fehlendes Personal immer eine hohe Belastung für die Mitarbeiter.

Politik gefragt: nicht erst fünf vor 12 Handeln

Die politischen Vorgaben, dass Ausbilder zum Notfallsanitäter auch zusätzlich eine pädagogische Ausbildung haben müssen gibt es seit 2014. Und diese Lehrkräfte mit doppelter Qualifikation gibt es noch nicht und somit droht bei der Ausbildung eine Lücke. Udo Bangerter, Pressesprecher des DRK Landesverbandes, sagte gegenüber regio-news.de, dass die aktuelle Übergangsfrist für Ausbildungskräfte um mindestens fünf Jahre verlängert muss. Weiter forderte er von der Politik, dass zeitnah eine Lösung gefunden werden muss und nicht "fünf vor zwölf die Frist verlängert wird".

 

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