Bei Horror-LKW-Unfall gestern auf A5 nahe Bruchhausen: Gaffer machen Probleme

Karlsruhe / Malsch / Bruchhausen (as) Es war ein Horror-Szenario, zu dem die Rettungskräfte am Dienstagnachmittag auf der A5 auf Höhe von Bruchhausen gerufen wurden: Zwei LKW waren nach einem Crash in Flammen aufgegangen, ein Fahrer starb in seinem Führerhaus. Während sich die Feuerwehrleute an ihre Arbeit machen, bildet sich schnell ein kilometerlanger Rückstau hinter der Unfallstelle - und dank zahlreicher Gaffer auch auf der Gegenspur. Auch dadurch entstand dann rund um Karlsruhe und Ettlingen ein totales Verkehrschaos. Das Verhalten mancher Fahrer an der Unfallstelle macht Polizei und Feuerwehr einfach nur noch wütend.

Feuerwehr muss verbrannten Fahrer bergen

Um kurz vor 15 Uhr werden die Feuerwehren Malsch und Ettlingen zu einem LKW-Unfall mit eingeklemmter Person auf der A5 zwischen Ettlingen und Malsch alarmiert. Vor Ort brannten beide Sattelzüge lichterloh. Die Feuerwehr war mit etwa 60 Mann und elf Fahrzeugen im Einsatz und fand den bis dahin vermissten LKW-Fahrer, der in seinem  Führerhaus verbrannt war. Traurige Aufgabe der Kameraden war dann noch, die Leiche zu bergen. Sie wurden anschließend psychologisch beetreut.

Stehenbleiben für Unfallfotos

Die Autobahn musste über mehrere Stunden voll gesperrt werden. Zeitweise konnte ein Fahrstreifen freigegeben werden, um den stehenden Verkehr zwischen Ausleitung und Unfallstelle abfließen zu lassen. Teilweise hat die Rettungsgasse gut funktioniert, die Polizei kritisiert aber auch, dass auf drei Spuren zwei LKW und ein Sprinter nebeneinander standen und kein Durchkommen war. Wieder einmal sorgten Gaffer, auch auf der Gegenfahrbahn, für Stau. Die Unfallstelle wurde aus den abbremsenden Fahrzeugen heraus fotografiert und gefilmt, die Einsatzkräfte wurden teilweise angepöbelt. Manche Fahrer blieben auch kurz stehen.

Polizei und Feuerwehr: Asoziales Verhalten

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Werner Rüssel hat einige der Gaffer selbst gefilmt. Einer winkt noch freundlich in die Kamera - ungeachtet der Strafen, die es inzwischen für solches Verhalten bei Unfällen gibt. Rüssel findet klare Worte:"Immer wieder Gaffer. Die Autofahrer lernen es nicht. Autofahrern drohen den Einsatzkräften und wollen aussteigen. Ich weiß nicht wo unsere Welt noch hinsteuert. Das ist nicht mehr normal!" Auch der Einsatzleiter der Autobahnpolizei Karlsruhe, Lothar Batschauer kann Gaffer nicht verstehen: "Furchtbar. Man kann es nur als asoziales Verhalten betiteln. Ich halte es für absolut sozial und es erschwert den Verkehr. Es ist ein schreckliches Szenario."

Geldstrafen und Haft für Gaffer

in Schaulustiger, welcher die Rettungskräfte behindert oder Bildaufzeichnung macht, muss mit einer Strafe rechnen. Gaffer erhalten zwar gemäß Bußgeldkatalog keine Punkte oder ein Fahrverbot, hohe Bußgelder können aber durchaus vergeben werden. Das Fotografieren und die unterlassene Hilfeleistung sind sogar Straftaten, welche mit einer Haftstrafe geahndet werden können. Darüber hinaus ist es den Rettungskräften möglich, Platzverweise für die schaulustigen Gaffer auszusprechen.

 

 

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