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Karlsruhe (dnw). Als Peter Weibel bei der Eröffnungsfeier die Schlosslichtspiele mit den Worten ankündigte, „so hätten die Karlsruher ihr Schloss noch nie gesehen“, da hatte der Leiter des ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe nicht zu viel versprochen. Der Auftakt, den die ungarische Künstlergruppe Maxin10sity mit der Arbeit »300 Fragments« den Zuschauern bescherte, war ohne Übertreibung spektakulär.

In ihrer Videoarbeit zerlegten sie das Schloss, um es dann mit unterschiedlichen Fassadenelementen visuell wieder aufzubauen. Damit erweisen sich die Schlosslichtspiele als wahrer Publikumsmagnet, zu dem es jeden Abend tausende Menschen vor das Karlsruher Schloss zieht. Am morgigen Freitag, 3. Juli, gehen die von KA300 gemeinsam mit dem ZKM initiierten und organisierten Schlosslichtspielen mit dem schwedischen Filmemacher und Künstler Jesper Wachtmeister in die nächste Runde.

Schwedischer Filmemacher und Künstler Jesper Wachtmeister im Interview
Zur Premiere am Freitag reist er eigens aus dem hohen Norden ins sommerliche Karlsruhe. In einem Gespräch verrät der Schwede schon ein wenig über seinen Beitrag zu den Schlosslichtspielen und erzählt von seiner künstlerischen Arbeit.

Jesper Wachtmeister, kannten Sie Karlsruhe schon vor diesem Projekt?
Jesper Wachtmeister: Ich kannte das Karlsruher Schloss und den charakteristischen Grundriss der Stadt. Aber ich war bis jetzt noch nie selbst hier.

Also gleich eine doppelte Premiere. Im Jahr 2012 haben Sie das Stadtmuseet in Stockholm mit der Fassadenprojektion I.R.I.S bespielt und die Zuschauer begeistert. Hier in Karlsruhe haben Sie jedoch nicht nur eine plane Fassade, sondern eine Wölbung. Ist das technisch und künstlerisch eine besondere Herausforderung für Sie?
Wachtmeister: Es ist eine Herausforderung, aber auf eine interessante Art und Weise. Wir hatten die Möglichkeit, auf einem flachen 3D-Modell, bei dem das Schloss in einer geraden Linie gestreckt wurde, zu arbeiten, aber wir entschieden uns, mit der ursprünglichen Form umzugehen. Wir fanden es faszinierend zu sehen, wie Schatten und Formen erscheinen, wenn wir uns an die wirkliche Form halten. Und wir wussten, dass wir ein realistisches Aussehen schaffen, wenn wir mit Licht und Schatten arbeiten.

Die Arbeit, die ab Freitagabend zu sehen sein wird, heißt „Reflexionen“. Worüber reflektieren Sie in Ihrer Arbeit?
Wachtmeister: Ich sehe es als eine abstrakte Reise durch die Zeit. Eine Serie von dreidimensionalen Bildern und Transformationen, in denen das Schloss mit seiner Vergangenheit und in den Übergangsphasen in denen es hier stand, gezeigt wird. Eine Veränderung von der Natur, über den Barock, zur Modernität, der Medienkultur bis hin zur Postmoderne.

Sie sind Künstler und Filmemacher. 2013 erregten Sie mit dem Film „Mircotopia“ aufsehen. Er beschreibt den Traum von einem Leben in kleinen, mobilen, zeitlich begrenzten Räumen. Wie viel Raum benötigt denn Jesper Wachtmeister zum Leben?
Wachtmeister: Ich persönlich benötige nicht viel Platz um zu leben und zu arbeiten. Aber ich lebe auf ziemlich viel Raum mit meiner Frau und den Kindern. Ich bin von der Idee des modernen Nomaden fasziniert, aber nachdem ich für eine Weile wie ein Nomade gelebt und gearbeitet habe, wird die Idee eines zeitweiligen, festen Platzes immer verlockender.

Die GLOBALE im ZKM stellt auch die Frage nach dem Umgang mit unseren Ressourcen. Was reizt Sie daran, diese Themen in ihren Werken zu bearbeiten?
Wachtmeister: Ich denke, die Menschheit hatte es schon immer nötig, sich mit den Ressourcen und ihrem Ende auseinanderzusetzen. Das Problem mit der Globalisierung ist, dass unsere Ressourcen oft an Orten sind, wo wir selbst nicht sind. Daher haben wir keine Erfahrungen aus erster Hand, wie zum Beispiel eine schlechte Ernte aus einem Jahr auf uns wirkt. Die gute Sache mit der Globalisierung ist, dass wir Vorräte für eine globale Gemeinschaft und nicht nur für eine lokale Gemeinschaft schaffen.

Die Digitalisierung in ihrer besten Form kann eine Brücke sein für eine Globalisierung der Arbeit – eben durch die Verbreitung von Wissen. Wir haben noch nie zuvor gesehen, dass die Menschen in diesem enormen Umfang, mit neuen Werkzeugen umzugehen lernen, um Dinge zu reparieren oder neu zu schaffen: über das Internet. Durch youtube-Tutorials kann jeder in Minuten lernen, wie man die komplexesten Aufgaben auf einem Computer löst. Kommunikation, die Geschwindigkeit der Kommunikation, und die komplexen Ergebnisse hieraus, bringen Erfindungen hervor, die die Menschheit fortwährend überraschen werden. Es ist die Neugierde, die mich antreibt.

Glauben Sie, die Kunst kann im Bewusstsein der Menschen etwas verändern?
Wachtmeister: Ich denke, sie kann die Art und Weise wie wir auf die Welt blicken, verändern, und als sekundäre Langzeitwirkung, kann es die Art, wie wir denken, formen. Aber am wichtigsten ist, dass die Kunst Erfahrungen erzeugen kann, die keine Erklärung oder keine Übersetzung benötigen. Erfahrungen, bei denen die unterschiedlichsten Ideen nebeneinander existieren können und etwas Neues schaffen. In dieser Hinsicht, habe ich immer schon eine Verwandtschaft zwischen der Wissenschaft und der Kunst gesehen.

 

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