Baden-Baden auf dem Weg zum UNESCO Welterbe

Baden-Baden (pm/cmk) Gehört Baden-Baden bald zum UNESCO Welterbe? Momentan beschäftigt sich ein kleines Team von Fachleuten im Baden-Badener Rathaus mit der Bewerbung der sogenannten "Great Spas of Europe" - also einem Zusammenschluss von insgesamt elf namenhaften Kur- und Badestädten des 19. Jahrhunderts aus Europa - als "Welterbe". Bis September soll die Rohfassung der Bewerbung bei UNESCO in Paris voreingereicht werden, die endgültige Einreichung samt Endkorrekturen soll im Januar nächsten Jahres stattfinden. 

Zusammenschluss von elf Städten

Mit Baden-Baden bewerben sich zehn weitere namhafte europäische Kur- und Bäderstädte des 19. Jahrhunderts um den begehrten Titel. Das sind das englische Bath, Spa in Belgien, Vichy in Frankreich, Montecatini in Italien, das österreichische  Baden bei Wien, die tschechischen Kurstädte Karlsbad, Marienbad und Franzensbad sowie die deutschen Badeorte Bad Ems und Bad Kissingen.  Bestandteil dieser sogenannten transnationalen, seriellen Bewerbung sind nicht nur historische Gebäude und städtebauliche Räume, sondern auch das mit einer Kur-und Bäderstadt verbundene immaterielle Erbe.

Vorbereitungsphase

In der jetzigen Vorbereitungsphase finden regelmäßig Termine der unterschiedlichen Arbeitsgruppen auf Stadt- und Landesebene sowie im nationalen und internationalen Rahmen statt. So traf sich kürzlich die Baden-Badener Projektlenkungsgruppe, bestehend aus Vertretern des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, dem Landesamt für Denkmalpflege, Oberbürgermeisterin Margret Mergen, Erstem Bürgermeister Alexander Uhlig und der Stabstelle für Stadtentwicklung und Denkmalpflege, um die aktuellen Arbeitsergebnisse und Zwischenstände des Bewerbungsantrags detailliert zu besprechen. Ebenfalls kürzlich trafen sich die sogenannten Site-Manager aller elf Stätte, darunter Lisa Poetschki von der städtischen Stabstelle, um auch die Klärung von Detailfragen des Antrages  voranzutreiben.

Englische Experten an der Seite

In den nächsten Wochen werden nach und nach alle neun Kapitel des Nominierungsdossiers inhaltlich abgestimmt, aktualisiert und bebildert. Seit Januar 2018 werden die Bewerberstädte von zwei englischen Experten in Bewerbungsfragen unterstützt, die intensiv die Inhalte und Aufbereitung der umfangreichen Daten betreuen. So geht es vor allem auch um die überzeugende Präsentation  des außergewöhnlich universellen Wertes der Great Spas of Europe sowohl im Bewerbungsdossier wie auch im übergeordneten Managementplan für alle elf Bäderstädte. Im Weiteren sind noch die elf lokalen Managementpläne entsprechend anzupassen und aufzubereiten, weil sie ebenfalls Bestandteil der Bewerbung sind und in englischer Sprache beigefügt werden müssen.

Entscheidung erst 2020

Nach dem Einreichen des Welterbeantrags in Paris erfolgt im Laufe des nächsten Jahres die sach- und fachgerechte Bewertung aller Städte durch ICOMOS, sodass die UNESCO im Sommer 2020 erstmalig über eine Eintragung der „Great Spas of Europe“ auf die Welterbeliste der UNESCO entscheiden kann. ICOMOS nimmt Aufgaben als Berater-Organisation der UNESCO gemäß der Welterbekonvention von 1972 wahr. Seit 1972 können Staaten der „UN-Konvention zum Schutz des Weltkultur- und Naturerbes“ solche Bewerbungen einreichen. Derzeit stehen 1092 Stätten auf der Welterbeliste, 44 davon in Deutschland. 

 

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