pfoschdeschuss (26): Teilzeit-Torjäger, Kreisliga-Krawalle & Kracherspiele

Karlsruhe (pfo/ame) Nirgendwo schlägt das Herz für den echten Fußball höher als in den unteren Spielklassen. Der Torwart telefoniert während des Spiels mal kurz mit der Ehefrau, der Top-Stürmer verlässt nach einem Hattrick den Platz, weil er zur Nachtschicht muss und der Schiedsrichter pfeift Abseitssituationen auf Zuruf. Genau das macht den Amateurfußball so liebenswert. Wir berichten immer am Freitag gemeinsam mit Oliver Raupp von pfoschdeschuss.de über das Wichtigste aus Karlsruhes Unterklassen. Wer das nicht liest, hat den Fußball nie geliebt.

KSC-Profis steigen in dritte Liga ab

Die erste Meldung, die uns sicher nicht das Amalgam aus dem Backenzahn hievte, wurde am Wochenende besiegelt. Die Bauväter könnt‘s freuen; den KSC-Fan erschüttert’s; doch längst klar - der KSC muss in die dritte Liga. Für die Stadt vielleicht die Möglichkeit, das Geld in weitere Blitzanlagen und Wohnblöcke zu verstecken, um Karlsruhe weitere Grünflächen zu nehmen. »Nur eine Blinddarmentzündung ist unnötiger als ein neues Stadion für Liga drei.« Diesen Faden werden einige Herren aufnehmen. 

Mühlburg kämpft sich ins Spiel zurück

Am vergangenen Sonntag war ich an der Hagsfelder Tagweide zu Gast. Anders als in der Regel bot das Vorspiel die größere Spannung. Die Hagsfelder Reserven besitzen weiterhin schmale Chancen Zweiter in der C1 zu werden - hinter dem ankommenden Gegner, SV Schwarz-Weiß Mühlburg, den es zu schlagen galt. Die Gäste haben ihr Ticket für die B-Klasse ebenso sicher wie Messi oder Ronaldo den Titel des Europas Fußballer des Jahres bis ins Jahr 2020, selbst wenn sie für den TSG Sprockhövel spielen würden. Hagsfeld II schien die Chance beim Schopfe zu packen und führte zur Halbzeit durch zwei Kramaric-Tore 2:0. Der Eindruck, dass die erste Rückrundenniederlage des Spitzenreiters beschlossene Sache sei, verflachte mit zunehmender Spieldauer. Mühlburg kam zurück, hatte Glück dass ein Spieler nach einer üblen Beleidigung weiterspielen durfte und einen Elfmeterpfiff, der die Mannschaft wieder heranbrachte. Am Ende stand ein 2:2 im Notizbuch.

Kramaric punktet spielentscheidend

Im direkten Anschluss spielte die Erste des ASV Hagsfeld im Kreisligaspiel gegen den abstiegsbedrohten SVK Beiertheim. Mit wenig Einfluss auf irgendwelche Liga-Entscheidungen war jenes Spiel an Spannung zu überbieten. Hagsfeld, lang gesichert, traf zweimal - Beiertheim, die sich bestenfalls mit dem drittletzten Tabellenplatz begnügen müssen, einmal. Petar Kramaric, der sich schon im Vorspiel mit zwei Treffern begnügte, traf auch hier entscheidend. Dass jener Kramaric im letzten Jahr vom SVK Beiertheim kam - eine kleine Nebengeschichte. Ähnlich erging es Didier Nguelefack vom SSV 1847 Ettlingen. Der Teilzeit-Torjäger verweilte in der alten Heimat, Ettlingen. Drum sahen sich die Kreisstädter in der Pflicht den Stürmer rennen zu lassen. Einmal in der Zweiten und einmal in der Ersten. Didier N. bedankte sich auf seine Weise; traf in der B3, beim Ettlinger Kantersieg gegen PS Karlsruhe II (9:1) fünfmal; um dann in der Kreisliga einmal nachzulegen (PS Karlsruhe - SSV Ettlingen 0:3). 

Drei Treffer – drei Punkte

Diesen Tag wird Tadeusz Romasczko so schnell nicht vergessen. Beim A1-Spiel seines FC 1908 Neureut II im fernen Wössingen egalisierte der ehemalige FC 1921-Akteur einen 0:2-Rückstand im Alleingang. Wie von Miraculix inspiriert kehrte der Allrounder vom Kabinentrakt auf’s Feld zurück und markierte zwei Treffer (46.,63.). Als Robin Sabadisch dann gar die 3:2-Führung für die Neureuter anschreiben konnte, packte den Doppeltorschützen wohl das schlechte Gewissen und er überlistete zur Abwechslung mal den eigenen Schlussmann (3:3,75.). Mannschaftskamerad, Welte, suchte sich die 89.Minute aus um den Siegtreffer des Gastes aus dem Norden zu markieren. »Drei Treffer in einem Spiel … und drei Punkte. Was willst du mehr?«

0:3 nach 15 Minuten Spielzeit

Die Söllinger (A2) waren beim Gastspiel in Reichenbach kurz angebunden. Pablo Felipe von Schnitzler Cabrera erzielte bereits nach sieben Minuten die Führung der Pfinz-Jünger. Bevor der Stadionsprecher den Namen in vollen Zügen präsentierte, war Nicolai Girrbach zur Stelle und erhöhte auf 2:0. Bereits nach fünfzehn Minuten lag Reichenbach II, Abstiegskandidat und voller Hoffnung Punkte zu holen, 0:3 hinten. Gnade vor Freude … die SpVgg aus Pfinztal ließ sich bis zur 69.Minute Zeit um einen weiteren Treffer zu markieren. Reichenbach durfte im Schlussakt auch noch zweimal, sodass der Fan am Ende ein halbes Dutzend Treffer bestaunen konnte. Seine Arbeitszeit am Ende des Spiels effektiv ausgenutzt hat der Völkersbacher, Vinzenz Mauderer. Trainer Stephan Reichert schickte den »Offensivling« erst zur 45. Minute auf’s Geläuf. In der 72.Minute zündete Vinzenz dann den »V3-Motor« und ließ es binnen elf Minuten dreimal krachen. Völkersbach gewann beim völlig überforderten, FV Alemannia Bruchhausen II, 7:1. Neben Mauderer durfte auch Schindele dreimal einschieben - wohl aber etwas gemütlicher auf einen größeren Zeitraum verteilt. 

Eggenstein gegen Leopoldshafen

In Eggenstein stand zum vorerst letzten Mal das Gemeinde-Derby auf dem Programm. Die Eggensteiner »Krabben« gegen den FV Leopoldshafen. Zahlreich besucht und immer umkämpft. Dem Gast blieb die mikroskopisch kleine Chance des zweiten Tabellenplatzes hinter Eggenstein, wenn die nächsten Wochen einige Faktoren zusammenkommen. Ein Sieg im Derby vorausgesetzt. Blitzstart nach nur drei Minuten … Schiri Gadelmeier zeigte auf den ominösen Punkt im Eggensteiner Strafraum und Nico Nothacker vollstreckte zum 0:1. Doch ehe der letzte »Schröcker« vor lauter Freude die Handflächen zu einem Geräusch zusammenfügte stand Wagenführer blank und egalisierte (5.). Welch ein Start in ein Derby. Durchschnaufen war angesagt, denn ab jetzt stand eine Pause von 77 Minuten an. Zimmerer (82.) und Beverst (85.) entschieden im Schlussakt, dass der FVL wohl A-Ligist bleibt (3:1).  

Krawalle in der Kreisliga

Weniger rühmlich endete das Spiel der C4, Germania Karlsruhe II gegen den FV Sulzbach II. Die Heimmannschaft führte kurz vor Ende 3:2 - die ersten Punkte in dieser Saison für die germanische Reserve und wir gehen davon aus, dass dieses Resultat am Ende Gültigkeit hat. Doch das Spiel musste von Schiri, Schmiglewsky, abgebrochen werden. Ein Sulzbacher, der zu jenem Zeitpunkt nicht am Spiel teilnahm, schlug einen Germanen-Akteur nieder. Tumulte und Rudelbildung sind die milderen Bezeichnungen für das, was sich dann zutrug. Spielabbruch an der Fasanengartenmauer, Blaulicht und Martinshorn statt Siegerbier und Kippe.

DJK Mühlburg macht halbes Dutzend voll

Unrühmlich rein sportlicher Natur ist die bittere Serie der Daxlander DJK. Der A-Ligist in seinen letzten Atemzügen (Fusion der Daxlander Vereine) hatte den vermeintlichen A1-Vizemeister, DJK Mühlburg, zum »Katholikentag« am Jagdgrund. Hierbei ist es nicht einmal verwunderlich, dass der Gast ein halbes Dutzend Einschüsse produzierte während die Gastgeber tapfer und emsig den Ball zum Mittelpunkt trugen. Die heimischen »Schlaucher« haben im Jahre 2017 noch keinen einzigen Heimtreffer markieren können (502 Minuten). Allzu viel Zeit bleibt nicht mehr. Derbytime im Oberwald am Sonntag. Zum Verbandsliga-Spiel erwarteten die Auemer den FC Germania Friedrichstal. Irgendwie schienen die Hausherren die Sache mit dem vollen Einsatz missverstanden zu haben. Drei Platzverweise im Schlussakt des Spiels und eine 0:4-Demütigung waren das Endresultat der Gondorf-Gang. Friedrichstal reiste mit einem Dreier zufrieden nach Hause. 

TSV Reichenbach muss Abstieg vermeiden

Bereits am Samstag um 15 Uhr findet am Campus das A-Klassen-Spiel zwischen den Studenten von KIT SC Karlsruhe und der Reserve des FV Ettlingenweier statt. Eine Stunde später können Spöcker ihren FC im Landesligaspiel gegen den FC Heidelsheim bewundern. Für die Erste des TSV Reichenbach geht’s dann um 16.30 Uhr schier um alles. Schwetzingen kommt und wenn der TSV den Abstieg vermeiden möchte, dann muss ein Sieg her. Wer die niederen Klassen interessanter findet, der kann sich um 17 Uhr beim TV Mörsch einfinden. Der ASV Wolfartsweier gastiert am »Unteren Legel«. Gewinnt Mörsch, dann sind die Rheinstettener zumindest bis zum Sonntag Spitzenreiter.

Mühlburg und Neureut kämpfen um Relegation

Zwei Kracherspiele finden am Sonntag um 15 Uhr im Norden statt. Die DJK Mühlburg empfängt zum alles entscheidenden Match um Platz zwei in der A1 die Neureuter Germanen. Nur zwei Punkte trennen den Zweiten vom Dritten. Wenn in diesem Match kein Zunder ist, dann brennt das Feuer schon vorher. Der Sieger wird wohl in die Relegation ziehen und da wartet bekanntlich Mutschelbach II oder der SV Burbach. Ein paar Kilometer weiter erwartet der FC Neureut II die GSK Karlsruhe. Gleiche Liga (A1), andere Baustelle. Der Verlierer wird die Rote Laterne besitzen - die Relegation zur B-Klasse droht. Ein Spiel anderer Art findet in den Höhen der Wagenburg zu Langensteinbach statt. Der SV Langensteinbach erwartet den Primus, FC Espanol Karlsruhe, der am vergangenen Wochenende böse stolperte, nicht aber fiel. Gewinnen die Hausherren dann würden sie ihrem Gemeinde-Rivalen, ATSV Mutschelbach, einen Bärendienst erweisen. Gewinnen die »Spanier«, dann könnte der Weg in die Verbandsliga frei sein. Euch lieben Schaulustigen und Pilger wünsche ich ein sonniges Wochenende, ein sonniges Gemüt, viel Spaß bei den Spielen und seid fair zum Fan der gegnerischen Seite … Der Bessere soll gewinnen! Euer Oli

Weitere Beiträge in der Kategorie: pfoschdeschuss  

Das könnte Sie auch interessieren...

Karlsruhe to go: Nachhaltiger Fächer-Becher für Karlsruhe

Ab morgen weht wieder die badische Fahne auf dem Karlsruher Schloss

Vandalismus: einfach Baum umgesägt

Mehrere Einbrüche am Wochenende im Stadtgebiet

CDU-Fraktion bekennt sich zu Majolika als Kulturinstitution

19-Jähriger bei Raub schwer verletzt

 

AlternativeFM wird Ihnen präsentiert von:

Alles zum KSC!

Kein KSC-Testspiel gegen Team von Ex-Coach Winnie Schäfer

Kein KSC-Testspiel gegen Team von Ex-Coach Winnie Schäfer

Karlsruhe (dpa/as) Das hätten die Fans sicher gern gesehen - ein Testspiel des KSC gegen die Mannschaft von Ex-KSC-Trainer Winnie Schäfer. Der hat...

Der KSC wird Ihnen präsentiert von:

Event-Tipp der Woche

Phil  wieder bei Flugplatz-Open-Air

Phil wieder bei Flugplatz-Open-Air

Bruchsal (pm). „Phil“ startet anlässlich des 20. Bandjubiläums durch und veranstaltet nach achtjähriger Pause wieder ein großes...