pfoschdeschuss (46): Furztrockener Sieg, Nikolaus-Präsent & Schneegestöber

Karlsruhe (pfo/ame) Nirgendwo schlägt das Herz für den echten Fußball höher als in den unteren Spielklassen. Der Torwart telefoniert während des Spiels mal kurz mit der Ehefrau, der Top-Stürmer verlässt nach einem Hattrick den Platz, weil er zur Nachtschicht muss und der Schiedsrichter pfeift Abseitssituationen auf Zuruf. Genau das macht den Amateurfußball so liebenswert. Wir berichten immer am Freitag gemeinsam mit Oliver Raupp von pfoschdeschuss.de über das Wichtigste aus Karlsruhes Unterklassen. Wer das nicht liest, hat den Fußball nie geliebt.

Überwintern auf dem Abstiegsplatz

Wie man in Windeseile einen Vorsprung verspielen kann, das weiß der BV 1909 aus Dortmund zu erläutern. Zwei Jahre jünger ist der FV Graben von 1911. Die führten bis zur 70.Minute 2:0 gegen den GSK aus Rappenwörth und ein jeder dachte, dass nach acht Spielen ohne Sieg endlich mal wieder ein Grabener Dreier hervorspringt. Doch da hatten die »Hardt-Jungs« die Rechnung ohne den »Baba« gemacht. Artan Genc steuerte nach 250 Minuten ohne Auswärtstor des Gastes den Anschluss bei; dann kam der Ak»baba«, Vorname, Erkan, mit einem Doppelpack. Ein Eigentreffer der Heimmannschaft machte den Fauxpas perfekt. Die »Osmanen« reisten mit einem 2:4 in die Heimat - Graben überwintert auf einem Abstiegsplatz.

Überraschungsteam der A1

Im kleinen Format von den Sportfreunden II beim Gastspiel in Friedrichstal, wo die Germania II auf die Rheinstettener traf, kopiert. Der junge Runge brachte die Heimmannschaft in Front (11.). Bis zur 80. Spielminute hoffte Germania nach drei Niederlagen in Folge auf den Punktgewinn. Doch dann kam Kutschat, der egalisierte und acht Minuten später (88.) war Rabufetti zur Stelle und schoss furztrocken zum Gästesieg ein (1:2). Sie für die Sportfreunde II, die damit das Überraschungsteam der A1 bleiben (4.).

Martjan-Buden und Kleinschmidt-Streich

Und wenn wir schon beim »Baba« waren, dann kann die Mutter nicht weit seit. Der machte zwei Treffer für seinen KIT SC 2010 gegen den aktuell bärenstarken FV Grünwinkel, die aber nicht reichten. Die »Spatzen«, dem Winter gewappnet, kamen durch drei Martjan-Buden und einem Kleinschmidt-Streich zu einem 4:2. Für den FV Grünwinkel nichts Unbekanntes, seit man den Trainer vor sechs Wochen tauschte. Seither gewannen die Grünschwarzen viermal 2:1 und eben einmal mit dem doppelten 2:1 am Campus. »Schuster, bleib bei deinen Leisten!« 

Erster Auswärtssieg nach 14 Versuchen

Der ATSV Kleinsteinbach sah sich am letzten Wochenende gezwungen, ein übles 0:5 aus dem Hinspiel zu revanchieren. Der TSV Reichenbach II kam an die B10 und die galten in den letzten Wochen durchaus als schlagbar. Doch der ATSV enttäuschte auf der ganzen Linie und verlor sein Heimspiel und damit die Ambitionen auf einen Aufstiegsplatz (1:2). Die Schlagzeile gehörte aber dem Serienende, denn für die Reichenbacher Reserven gab’s ein verfrühtes Nikolaus-Geschenk. Es war der erste Auswärtssieg nach vierzehn Versuchen in Serie.

Der Traum von der A-Klasse

Gar keine Zeit hatte der Forchheimer, Tallah, der für den Spitzenreiter, FT Forchheim (B2) bereits 16 Treffer markierte. Am letzten Wochenende gastierten die keinesfalls schwachen Ittersbacher am Dammweg. Zur Halbzeit stand’s dann doch recht passabel 4:0 für die Heimmannschaft. Tallah war für all die Treffer alleine verantwortlich. Am Ende konnten die »Freien« einen 6:0-Sieg gegen den VfR Ittersbach feiern und weiter von der A-Klasse träumen. 

100 Prozent-Chancen vertan

Mich selber trieb’s am Schneegestöber-Sonntag nach Auerbach. Allerdings traute ich dem Braten nicht und rief nochmals kurz vor dem Spiel an, ob denn der Keller-Krimi am Tatort-Sonntag am Mühlenweg stattfinden kann. Er fand statt und so trafen zwei Mannschaften im Kreisliga-Souterrain zum gewohnten Anspiel-Zeitpunkt an. Ein Pilschen aus dem Clubheim um mir gegenüber des »Pulks«, auf der anderen Seite des Sportplatzes, einen Platz zu suchen. Das Wetter machte beiden Mannschaften offenbar zu schaffen, denn das Match stand auf einen technisch sehr schwachen Stand. Die Auerbacher wirkten spielerisch stärker und suchten durch flache Spiele durch die Schnittstellen der löchrigen Viktoria-Defensive ihren Wirbelwind, Erismann, der nach zwanzig Minuten das 1:0 erzielte. Jener Erismann war auch für das 2:0 der Auerbacher verantwortlich - Berghausen kam im Laufe des Spiels besser »rein« und verhaute kurz vor dem Pausenwasser zwei Hundertprozentige in einer Szene. Wenn du solch ein Ding nicht machst, dann solltest du mit dem Luftgewehr im Keller bleiben. In Durchgang zwei bot sich dann ein anderes Bild und der FC, denen übrigens noch ein klarer Handelfmeter verweigert wurde, taute auf. Die Last-Minute-Treffer durch Alieu und Listing waren dem Zeitrahmen entsprechend, glücklich. Doch anhand der Spielanteile auf neunzig Minuten bezogen mehr als verdient. Was der eine Punkt den beiden Abstiegsbedrohten bringen wird, das wird uns die Rückrunde zeigen. Rein rechnerisch ist 1 Punkt in einem Sechs-Punkte-Spiel zu wenig.

Schlechtes Gewissen egalisieren

Wer sich am kommenden Sonntag nicht gerade von Väterchen Frost, Olympiasperre für Russland, DHL-Erpressung oder den 23.Geburtstag von Franz Pfanne, der bei Budissa Bautzen spielt, in den Bann gezogen fühlt, der hat die Möglichkeit den letzten Kick des aktuellen Kalenderjahrs zu begutachten bevor es dann zum Weihnachtsbaum-Kauf geht, der gefühlt an jeder Straßenlaterne der Fächerstadt ins Leben gerufen wird. Denn nichts ist so sicher wie ein Überangebot der grünen Bäumchen, das ebenso wenig dem Umweltschutz dient wie das Eiskratzen bei laufenden Motoren am frühen Morgen von vehementen Naturschützern, die mit einer Wahl der Grünen ihr schlechtes Gewissen egalisieren. Doch wir kommen über die Definition des Umweltschutzes zurück zum Runden, das mit Füßen getreten durch die Luft und für viel Spaß sorgt.

Albtal-Derby

Es sind einige Spiele im Angebot - ohne Gewähr … Der ASV Durlach soll bereits am Samstag um 14 Uhr auf Kirrlach treffen. Ein Kick, dass zumindest aus Sicht der Hausherren ein Kellerkampf inszeniert. Der Karlsruher SV soll um 14 Uhr den FC Germania Neureut (A1) erwarten. Am Sonntag um 14 Uhr könnten die grünweißen Stadtgrößen, Beiertheim und KIT, ihr Nachholspiel im europäischen Eck durchziehen. In Grötzingen reist zeitgleich der TSV Pfaffenrot an, um in der Bruchwaldstraße auf einen Kick und warme Duschen zu treffen. Wer das Albtal mag; der kann um 14 Uhr den SV Völkersbach gegen den TSV Spessart im Derby anschauen während es in Palmbach zur gleichen Zeit um ein Ticket in der Beletage geht (B2).

Bei den letzten Kicks wünsche ich den Akteuren verletzungsfrei zu bleiben. Ihnen liebe Leser wünsche ich zum letzten Mal in diesem Jahr ein schönes Wochenende und zum ersten Mal im aktuellen Jahrgang ein schönes Weihnachtsfest mit reichlich Liebe und Geschenken und dass die Welt im kommenden Jahr weniger negativer Schlagzeilen verursacht. In diesem Zuge einen glücklichen Glühwein, einen schönen Weihnachtsbaum und Finger weg vom Zündschloss, wenn Eiskratzen angesagt ist. Das dient dem Spatz und schont die Lungen … allhopp, euer Oli

 

Weitere Beiträge in der Kategorie: pfoschdeschuss  

Das könnte Sie auch interessieren...

Karlsruhe to go: Nachhaltiger Fächer-Becher für Karlsruhe

Ab morgen weht wieder die badische Fahne auf dem Karlsruher Schloss

Vandalismus: einfach Baum umgesägt

Mehrere Einbrüche am Wochenende im Stadtgebiet

CDU-Fraktion bekennt sich zu Majolika als Kulturinstitution

19-Jähriger bei Raub schwer verletzt

 

AlternativeFM wird Ihnen präsentiert von:

Alles zum KSC!

Kein KSC-Testspiel gegen Team von Ex-Coach Winnie Schäfer

Kein KSC-Testspiel gegen Team von Ex-Coach Winnie Schäfer

Karlsruhe (dpa/as) Das hätten die Fans sicher gern gesehen - ein Testspiel des KSC gegen die Mannschaft von Ex-KSC-Trainer Winnie Schäfer. Der hat...

Der KSC wird Ihnen präsentiert von:

Event-Tipp der Woche

Phil  wieder bei Flugplatz-Open-Air

Phil wieder bei Flugplatz-Open-Air

Bruchsal (pm). „Phil“ startet anlässlich des 20. Bandjubiläums durch und veranstaltet nach achtjähriger Pause wieder ein großes...