pfoschdeschuss (55): Schützenfeste und Waschprogramm

Karlsruhe (pfo/as) Nirgendwo schlägt das Herz für den echten Fußball höher als in den unteren Spielklassen. Der Torwart telefoniert während des Spiels mal kurz mit der Ehefrau, der Top-Stürmer verlässt nach einem Hattrick den Platz, weil er zur Nachtschicht muss und der Schiedsrichter pfeift Abseitssituationen auf Zuruf. Genau das macht den Amateurfußball so liebenswert. Wir berichten immer am Freitag gemeinsam mit Oliver Raupp von pfoschdeschuss.de über das Wichtigste aus Karlsruhes Unterklassen. Wer das nicht liest, hat den Fußball nie geliebt.

Stadion - nee, doch nicht

Nach jahrelanger Stadion-Abstinenz war ich am letzten Samstag im Begriff, dem KSC meine "Bewunderung" zu widmen. Die hält sich seit Jahren in Grenzen und hat sich mit dem Abmelden der "Zweiten" auch nicht gesteigert. Hut ab vor Alois Schwartz, der in den letzten Monaten einen tollen Job machte … meine Desinteresse an der Nummer Eins der Fächerstadt beruht auf fehlende Transparenz und übertriebenen Übermut, die erhobene Organe im organisatorischen Bereich ausstrahlen. Selbst als Drittligist konnte Blauweiß kaum Volksnähe unterbreiten und schwelgt in Erinnerungen aus einer Zeit, als die Autovermietung, Hettel, noch das Trikot schmückte und der Wildpark Scharen von Fans anzog. Am vergangenen Samstag hatte ich das Gefühl, dass man mal wieder nicht mit dem rechnete, was sich um das Stadion herum abspielte. Schlangen an den Kassenhäuschen, die man nach dem Bezahlen in viel zu wenig Einlass-Toren abhandelte. Dass fünf Minuten nach Spielbeginn noch Hunderte vor dem Stadion am Einlass verweilten, spiegelte mal wieder, was sich organisatorisch um die Lizenzmannschaft herum so tut. Karten waren nur noch für die Kurven erhältlich, sodass ich kurzerhand entschied, den FC Espanol Karlsruhe am Jagdgrund anzuschauen. Doch zuvor pilgerte ich zum Germania an die Fasanengartenmauer um den "Kochlöffel" zu besuchen. Zwei, drei Pils vom Faß und dann mit dem Taxi an den Jagdgrund, wo ich enttäuschende "Spanier" im Zwist mit Neckarelz sah. "Will nicht" gegen "kann nicht" in einem 90-minütigen Anti-Spektakel, dass 3 Euro für ein 0,3 Liter-Pils-Fläschen nicht wert war. "Kann nicht" gewann 4:3 und ließ spaßbefreite FC-Kicker in die Binsen schauen … Bei so einem "Endspiel" muss mehr kommen …

Überraschende Schlappe für Mutschelbach

Der ATSV Mutschelbach ist das "Bayern München" der Landesliga und so forsch traten sie mit einem nahezu perfekten Kader auch auf. Der Aufstieg so sicher wie der Durchfall nach Kantinen-Essen bei der Bundeswehr, mussten die "Schmierbrenner" am vergangenen Freitag die erste Schlappe nach 20 Spielen im Heimspiel gegen Birkenfeld erleiden (1:2) … und das eine Woche vor dem Spitzenspiel in Heidelsheim. Welch ein Desaster und auf einmal verspüren die "Waldenser" so was ähnliches wie Blasenschwäche im Greisenalter. Die kommende Woche ist entscheidend ….

Landesliga-Tore in Schlussminuten

Der SC Wettersbach in aller Munde … So musste der Landesligist im Laufe der Woche seine Zweite, die in der B2 am Tabellenende verweilte, abmelden. Die Erste gastierte wiederum bei der Zweiten des FC Nöttingen und schien einem Auswärtserfolg nahe zu sein. Doch wie in so vielen Fällen dauerte auch das Spiel in Remchingen 90 Minuten plus x. Trainer-Fuchs, Fuchs, brachte den Junior, Pagna, der spontan zündete und eine Kolsch-Führung egalisierte (87.). Walch komplettierte dann den schönen Nöttingen-Nachmittag und krönte seine Leistung mit seinem 1.Saisontor in der 94.Minute. Die Wettersbacher reisten mit einer ärgerlichen 1:2-Niederlage ab. Ein weiteres Landesliga-Dilemma ereiferte sich in den Fängen des FV Ettlingenweiers, denen bisweilen eine hervorragende Landesliga-Saison von der Hand geht. Samstags-Held, Ritschel, letzte Saison noch im A-Klassen-Terrain heimisch (VfB Grötzingen), setzte die Eckpunkte. Bereits nach 5 Minuten mit dem 1:0, der sich allerdings bis zur 56.Minuten auflöste. Neuthard konterte mit dem ehemaligen Graben-König, Kaiser (Doppelpack) und sah nach 90 Minuten wie der Sieger aus. Doch der ehemalige Neureuter, Kröbel, hatte noch einen (90.); der ehemalige Grötzinger, Ritschel, einen zweiten (94.) und auch Neuthard gab zu verstehen … die Neunzig liegt manchmal nur fünf Minuten vor der Hundert (3:2), manchmal acht … Kreisligaspiel bei der SG Stupferich am vergangenen Sonntag. Der FC Alemannia Eggenstein gastierte im Brenk-Stadion und eigentlich war die Messe gelesen. Nach 76 Minuten kam Stupferich zur Führung, die dann auch fortan dahin plätscherte. Doch Referee hatte zwischen den Zeilen gelesen, dass Penaltys auch im Schluss-Akt durchaus eine Lösung zu einer Resultatsveränderung sein könnten. So pfiff er nach 90 Minuten einmal und nach 92 Minuten ein zweites Mal "alemannisch" - die Eggensteiner ließen sich nicht lumpen und verwerteten beide Male zu einem 1:2 Auswärtssieg. 

Eigenen Torhüter "überwunden"

Kleinsteinbach II (C3) verweilte am letzten Wochenende am Lohwiesenweg. Praktisch als Vorspiel des großen B-Klassen-Kampfes beim Bulacher SC. Nach der Führung von Jonda konnte Sillah nach 55 Punkten ausgleichen um nur 6 Minuten später den eigenen Schlussmann zu bezwingen - der Siegtreffer für die Heimmannschaft (2:1). "Was der Khalifa kann, dass kann ich auch", dachte Daniel Schneider vom FC Spöck II (B3). Die "aufstiegsgefährdeten" Spöcker hatten den FC Südstern Karlsruhe II zu Gast. Nach 57 Minuten überwand der FC-Kicker den Südstern-Trainer, "Hoffe" Hoffmann, im gegnerischen Treffer und es stand 4:0. Nachdem Rave nach 83 Minuten den Ehrentreffer absolvierte, trat Schneider im falschen Strafraum in Erscheinung und überwand auch den eigenen Tormann. In dem Fall reichte es zu einem 4:2-Heimsieg und man konnte trotzdem lachen. Zum gleichen Zeitpunkt in der gleichen Liga am (fast) gleichen Ort zerlegte der TV Spöck II den TSV Pfaffenrot II mit dem Rekordergebnis von 11:0. Ein gewisser Georg Schmidt konnte 6 Treffer markieren. Das mag wohl an der Gegend liegen, denn ein Tag zuvor konnte Neureut’s Sturm-Bär, Daniel Beer, fünf Treffer auf dem Gelände des FC Spöck anbringen. Im Kreisliga-Duell behielt der FC Neureut mit einem 8:0 die Oberhand. 

Ehrgeiziges Waschprogramm

Spitzenspiel am Mühlburger Bahnhof zwischen der DJK und Spitzenreiter, Germania Neureut. Doch schon nach 11 Minuten alles vorbei. Die Hausherren hatten an jenem Tag den Ehrgeiz für sich gepachtet - die Germanen fühlten sich wie ein Radfahrer in der Waschbahn. Mit 3:0 führten die Waidmann-Buben … Nach 90 Minuten stand ein 5:2 im Waschprogramm. 

Schützenfeste bei B2-Mannschaften

Eines der torreichsten Spiele fand am Jagdgrund statt. Im B2-Klassen-Duell der schwächsten Defensiven gewann der »Spanier« 8:5 gegen den SV Schwarz-Weiß Mühlburg. Der Gast gelobte Besserung, reiste nach Palmbach und verlor unter der Woche 2:7. Ivan Peha, Schlussmann des Gepeinigten, durfte binnen zwei Tagen fünfzehnmal den Ball aus der Box befreien - der Tennisarm lässt grüßen.

540 Minuten ohne Gegentreffer

Vorentscheidung in der C4? Spitzenreiter, FV Ettlingenweier III gewinnt beim Verfolger, VfB 04 Grötzingen II 1:0. Nach dem Führungstor von Bomber, Gerstner, hielt Goalmann, Höfner (Bild), einen Elfmeter des VfB und blieb auch weiterhin ohne Gegentreffer (540 Minuten in Serie)

Landesliga-Spitzenspiel steht an

Am kommenden Wochenende steht das Landesliga-Spiel zwischen Heidelsheim und Mutschelbach im Fokus (Sonntag 15:00 Uhr). Der Zweite erwartet den Ersten und es geht schlichtweg um die letzte Chance. Bereits am Samstag um 17:00 Uhr erwartet der Fvgg 06 Weingarten den FC 08 Neureut. Auch hier steht der 2.Tabellenplatz im Fokus … beide Teams machen sich berechtigt Hoffnungen. Der kommende B1-Meister, FC Viktoria Jöhlingen, beginnt um 13:00 Uhr seinen Korso beim FV Leopoldshafen II, während sich der Zweite, FSSV Karlsruhe, beim FV Linkenheim II versucht, um seinen Platz zu zementieren (13:00 Uhr). Die schwächste B2-Defensive aus Mühlburg (Schwarzweiß) erwartet den besten Sturm, Alemannia Bruchhausen (15:00 Uhr). Es ist also für reichlich Zunder gesorgt - Feuer muss gebracht werden. Euch liebe Leser wünsche ich atemberaubende Spiele ohne gesundheitlichen Risiken und einen hoffentlich sommerlichen Sonntag, der das Gemüt nach den letzten Monaten erhitzt. Allahopp, euer Oli

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