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Mit Muskelkraft ums Ländle: Odenwald-Gestrüpp und Wassermangel

Karlsruhe/Main-Tauber-Kreis (che) Ute Jansen und Markus Frommlet wollen von Karlsruhe aus komplett Baden-Württemberg grenzgetreu umrunden, allerdings ausschließlich mit muskelkraft-betriebenen Fortbewegungsmitteln. Mit dabei: herkömmlich Sachen wie Rennrad oder Inline Skates, aber auch ungewöhnlichere Gefährte wie Rollstühle, ein Liegeradtandem und ein Floß. Nach der ersten Woche sind sie noch fitter als gedacht, trotz Versorgungsengpässen im Nirgendwo und verschwundenen Brücken.

525,8 Kilometer bereits geschafft

"Wir sind im Augenblick noch im Main-Tauber-Kreis, ungefähr auf halbem Weg unserer Etappe zwischen Homburg am Main nach Weikersheim", berichtet Markus Frommlet während einer kurzen Pause. "Wir hoffen, dass wir dort gegen 18 Uhr eintreffen. Morgen geht es dann an der östlichen Grenze entlang weiter Richtung Ulm. Zwei Stationen liegen noch dazwischen: Kreßberg und Demmingen", so der 54-Jährige über den weiteren Routenverlauf. Wenn die beiden Sportler das Mountainbike am Freitagabend abschließen, haben sie bereits 525,8 Kilometer zurückgelegt. Gestartet war das Duo vor sieben Tagen in Karlsruhe mit eine modernen Fahrrad-Draisine. Anschließend ging es mit den Mountainbikes, einer Fahrrad-Rikscha, einem Tandem, City-Rollern und Nordic Cross Skates weiter zum heutigen Tagesziel nach Weikersheim.

Odenwald-Gestrüpp sorgt für Muskelkater

"Im Prinzip sind wir schon noch ganz fit. Natürlich haben die unterschiedlichen Belastungen schon ein bisschen an den Kräften gezehrt, aber wir haben es insgesamt gut weggesteckt. Der ein oder andere Muskel tut schon ein bisschen weh, aber im Großen und Ganzen sind wir noch ganz gut beieinander", lacht der Sportpädagoge über die muskulären Eindrücke der Tour. Vor allem der Abschnitt im Odenwald sei eine Herausforderung gewesen, ergänzt Ute Jansen: "Im Odenwald waren die Wege, die teilweise als Wege eingezeichnet waren, sehr verfallen und überwachsen sind. Wir mussten uns zum Teil durch Gestrüpp vorkämpfen, sodass wir mit dem Mountainbike für drei Kilometer eine Dreiviertelstunde gebraucht haben. Da waren Passagen dabei, die sehr anstrengend waren. Dadurch haben wir an diesem Tag statt neun auch elf Stunden gebraucht."

Die Begegnungen tragen uns durch die Woche

Doch die Begegnungen mit den Menschen an der Strecke haben wieder Kraft gegeben, so die 46-Jährige Diplom-Ingenieurin: "Das hat uns durch die erste Woche getragen. Wir haben so nette Menschen unterwegs getroffen, das waren ganz tolle Erfahrungen." Hilfsbereite Menschen treffe man überall, wie Markus Frommlet eine Situation im Nirgendwo beschreibt: "Da ging uns einfach das Wasser aus, weil die Strecke doch sehr einsam an der Grenze entlangführt, ohne groß mal eine Ortschaft zu treffen. Dann hatten wir eben ein paar Wasserprobleme und kamen an einen kleinen Weiler. Dort haben wir dann jemand gefragt, ob er uns zwei Flaschen Wasser verkaufen kann und die hat er uns sogar spendiert. Solche schönen Situationen trifft man immer wieder an."

Bei der Route ist Improvisationstalent gefragt

Auch bei der Strecke sind immer wieder kleinere Umwege nötig: "Zum Beispiel standen wir an einem Wassergraben und es wäre eigentlich auf der anderen Seite weitergegangen. Dort standen dann Radfahrer, die uns gesagt haben, dass es die Brücke hier seit einem Jahr nicht mehr gibt. Es entstehen immer wieder Situationen, bei denen man schauen muss, wie es weitergeht und etwas Improvisation gefragt ist", weiß Jansen um die Flexibilität der "Grenz"-Erfahrung. In der nächsten Woche geht es von Ulm aus Richtung Süden bis zum Bodensee, wo die beiden unter anderem mit einem Tretboot von Meersburg nach Konstanz übersetzen wollen.

Den Artikel über den Hintergrund der "Rund um BW"-Tour gibt es natürlich auch auf www.regio-news.de.

Wer die beiden Sportler bei ihrer Tour begleiten möchte, findet tägliche Informationen auf www.rund-um-bw.de.

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