pfoschdeschuss (36): AfD-Taktik, Oktoberfest & Rheinstetten-Derby

Karlsruhe (pfo/ame) Nirgendwo schlägt das Herz für den echten Fußball höher als in den unteren Spielklassen. Der Torwart telefoniert während des Spiels mal kurz mit der Ehefrau, der Top-Stürmer verlässt nach einem Hattrick den Platz, weil er zur Nachtschicht muss und der Schiedsrichter pfeift Abseitssituationen auf Zuruf. Genau das macht den Amateurfußball so liebenswert. Wir berichten immer am Freitag gemeinsam mit Oliver Raupp von pfoschdeschuss.de über das Wichtigste aus Karlsruhes Unterklassen. Wer das nicht liest, hat den Fußball nie geliebt.

Schlimmer geht's nimmer, sprach der KSC-Fan, bevor sich der Verein in die Niederungen der 3.Liga aufmachte. Ein paar Wochen später schaffte es die blauweiße Aktivität, selbst den größten Nörgler als Optimisten dastehen zu lassen. Doch am Sonntag entspannte sich die Situation mit einem 2:0 gegen Erfurt. Fans und Kardiologie des Städtischen Klinikums konnten durchschnaufen. 

Ein behutsamer Samstag, an dem es mich mit dem Fahrrad an den Wettersbacher Tannweg verschlug um Alte Herren beim Ballzauber anzuschauen. Die Organisatoren unterstellten den Fußballpensionären eine tadellose körperliche Fitness und veranschlagten 25 Minuten pro Spiel. Im Rahmen des Oktoberfestes kreuchten und fleuchten die Betagten über üppiges Grün bis die Gesichtsfarbe dem Sonnenuntergang glich. Daran änderten auch zwei, drei Maß unterm Zeltdach nichts. 

SpG II dreht das Spiel nach 65 Minuten

Am Sonntag sollte es dann wieder Fußball mit Tempo sein und ich entschied für mich für die Keller-Romantik im Brunnenstückweg zu Rüppurr. Die Reserve der Fusionierten hatten den SV Staffort zu Gast. Staffort pflegte am Wahl-Sonntag die AfD-Taktik - rechtslastig, bis dass die Außenlinie Spieler und Ball trennte. Die Gäste kamen durch einen Elfer hochverdient zur Führung und als ich nach 65 Minuten weiterzog, hätte ich meine Frau auf einen Stafforter Sieg als Wetteinsatz gesetzt. Ich hätte mich wohl am Montag zum Kochkurs anmelden müssen; die SpG II drehte den Spieß ohne mein Dasein. Von Rüppurr bin ich dann zum Spöcker Derby gerauscht um das Derby vor Ort zu erleben. Ein Highlight bei überragendem Wetter und hohem Zuschauerinteresse. Schnelles Kreisligaspiel mit Vorteil, Turnverein, gegenüber dem Fußballverein, der sich am Ende mit einem 3:1 für die Hausherren (TV) endete. Exakt jene zwei Treffer zeigten auch die Diskrepanz zwischen beiden Mannschaften an. Der FC wartet weiter auf den ersten Punkt; die Turner stehen auf dem ersten Tabellenplatz der Kreisliga. 

14 Tore in 90 Minuten

Die Albtalluft schien der Mörscher Reserve gut zu tun, schien sie aber müde zu machen. In einem höllischen Spektakel fielen sieben Treffer … pro Seite. Vierzehn Tore in neunzig Minuten - Schiedsrichter Thorsten Bawey vermisste eigens seine Sekretärin, denn er selber war dem Schriftverkehr nicht gewachsen und verweigerte die Meldung der Schützen und der Torfolge. Wir wissen, dass Mörsch nach 72 Minuten 7:3 führte; Völkersbach/Burbach II aber in den letzten sechzehn Umdrehungen viermal anschrieb. Viel Tore in wenig Zeit beim C2-Hardtwald-Knaller, FC 1921 Karlsruhe II gegen die DJK Karlsruhe-Ost II. Nach drei Minuten stand’s bereits 1:1; Ost-Bomberm Mousa, verwandelte einen Strafstoß zum 1:2 - nach gerade mal 12 Minuten. Doch die Hausherren kamen zurück und drehten noch vor dem Pausenwasser die Kiste (3:2). Am Ende der Party wurden acht Treffer zum 5:3 für die Damek-Elf (FC 21 II) niedergeschrieben. 

Frühes und einziges Tor für SV Nordwest Karlsruhe

Nicht immer sorgen aber frühe Treffer für Tor-Galas. Der krisengeplagte SV Nordwest Karlsruhe hatte den ATSV Mutschelbach III zu Gast. Bevor die Zuschauer ihren Platz fanden war Heimakteur, schritt Timo Schumacher zur Tat und markierte das 1:0 für den SV Nordwest Karlsruhe. Das einzige Tor nach gerade einmal sechzig Sekunden und der überraschende Sieg des Nordwestens im Plan der C1. Eine Minute länger benötigte der TV Mörsch beim Gastspiel am Wasen (Völkersbach), vom Wasen (Cannstatt) kommend. Ermutigt von der Vierzehn-Tor-Gala der Zweiten traf Gesetzeshüter, Janis Böttle, nach nur zwei Minuten zum 1:0 für den TV Mörsch. Da in den restlichen 88 Minuten keine weiteren Treffer fielen, reisten die Mörscher als Sieger in die Heimat zurück. Die Freude am Triumph wog verhalten, denn Mörsch’s Sturmführer, Buchmüller, schied mit einem Kreuzbandriss aus (B2). In der gleichen Liga reichte ein Treffer im Spitzenspiel, um den Zweiten zum Ersten zu machen. Lehmann’s »Freie Turner« hatten den TSV Palmbach auf der Matte, beziehungsweise im Dammfeld. Anders wie in den zuvor beschriebenen Spielen zog man es vor, den Treffer im Finish zu markieren. Thomas Meier fand nach 86 Minuten den Mut zur Entscheidung und überwand Schlussmann Kastner zum Sieg. Der VfR Ittersbach demonstrierte das Model »Leine lassen« … und drehte binnen 22 Minuten ein 0:1 in ein 3:1 beim Gastspiel in Bulach (B1). Am Ende feierten die »Kuckucke« aus Karlsbad den ersten Sieg in der laufenden Saison mit einem 3:2 am Bulacher Lohwiesenweg.    

Erster Gegentreffer nach 290 Minuten

Spannendes Karlsbad-Derby im Zuge der B1 im Sonotronic-Sportpark. Der heimische SV Langensteinbach II wurde mit der Favoritenrolle konfrontiert; der SV Spielberg II nahm die Rolle des Underdogs ein. Nach vier Minuten überwand Spielberg-Trainer, Papadopoulos, SVL-Schlussmann, Grycz, zum 0:1. Für den Keeper der »Oierkuche« der erste Gegentreffer nach 290 Minuten. Spielberg legte nach und führte nach einer Stunde 3:0. Guagnano durfte nach 67 Minuten kosmetisch nachrüsten - sein 1:3 hatte die Wirkung von einem Marmorkuchen bei Kopfweh. 

Star des Tages: Alin Iulian Bunea

Kommen wir zu Alin Iulian Bunea, Bruder vom Hochstettener Über-Bomber, Octavian. Der gastierte mit der Zweiten des FVH in der Büchiger Waldstraße. Mit einem Treffer vor der Pause und drei Treffern nach dem Wechsel avancierte der Rumäne zum Held des Tages. Hochstetten II gewann das Match beim VSV Büchig II mit 4:0. Zurückgekehrt nach Hochstetten musste der Star des Tages auf die Ersatzbank der Ersten rücken (B1). Die Sensation nahte, denn der Gast aus Mühlburg (DJK II) führte bereits nach 16 Minuten 2:0. Nach 77 Minuten hatte Coach Bohr die Faxen dicke und winkte den Torerprobten zu sich … das aktuelle Personal schien an jenem Tag nicht geeignet, Tore zu erzielen - und da sich das Spiel dem Ende neigte, musste was passieren. Nach 77 Minuten betrat Bunea das Feld um dreizehn Minuten später (90.) den Anschluss zu erzielen. Oftmals gesehen, selten gewirkt. Hektische Aktivitäten nach dem Einschuss mit der üblichen Episode, den Ball aus dem Netz zu holen um ein schnelles Anspiel des Gegners zu erwirken. In jenem Fall führte die Parabel zum Erfolg, denn Sekunden später schob Iulian die Kugel zu Bruder Octavian Bunea, der keine Mühe hatte zum 2:2 einzuschieben.

Rheinstettener Derby in Mörsch

Wer am Samstag frühzeitig zum Kick möchte der kann einen Rheinbesuch und ein Fußballspiel um 13:30 Uhr in Neuburgweier verbinden. Die Reserve des SC erwartet Germania Karlsruhe II zum C4.Kick. Unweit entfernt findet eine halbe Stunde später das Rheinstettener Derby am »Unteren Legel« in Mörsch statt. Die TV-Reserve erwartet die Vierte der Sportfreunde aus Forchheim (C3). Um 15 Uhr dürfen sich die Fans des rasanten Ball-Gestöbers auf den Landesliga-Kick, FV Fortuna Kirchfeld gegen den ATSV Mutschelbach, freuen. Neuburgweier erwartet um 16 Uhr den FC Berghausen II (A2); der SV Staffort als Vorletzter den Spitzenreiter aus Jöhlingen (B1) und der TV Mörsch den SV Langensteinbach II (B2). Um 17 Uhr bietet dann der Wettersbacher Tannweg den Landesliga-Fight zwischen dem SC Wettersbach und dem FV Ettlingenweier. Am Sonntag kann dann bereits um 14 Uhr der Verbandsliga-Schlager zwischen dem Zweiten, FC Germania Friedrichstal und dem Dritten, VfR Mannheim, begutachtet werden. Eine Stunde später erwartet die SpVgg Durlach-Aue den Novizen aus »Klein-Spanien«, den FC Espanol Karlsruhe (Verbandsliga). Kellerkampf ab 15:00 Uhr beim FC Spöck, die den FC West im Rahmen der Kreisliga empfangen und auf die ersten Punkte hoffen. Bleiben noch zwei interessante Derby-Kracher am Dammerstock (A2) zwischen dem FC Südstern Karlsruhe und PS Karlsruhe und in Schöllbronn, wo Schlusslicht Oberweier zum Ettlingen-Derby anreist.

Ihnen liebe Leser und Fußball-Konsumenten ein schönes und ansehnliches Wochenende, viel Spaß bei der Sonntags-Gestaltung; ein feines Gespür für das richtige Match und Spaß am Spaß Anderer, bei Bier, Bockwurst und Ballgestöber …

 

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